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2020/11/04: Semesterauftakt an der HFBK / Vergabe des Hiscox Kunstpreises 2020

Zu diesen ungewöhnlichen Zeiten steht auch die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg im Zeichen der allgemeinen Kontaktbeschränkung: Die Semestereröffnung am Mittwoch, 4. November 2020, 18 Uhr kann von den Hochschulangehörigen wie vom Publikum lediglich im Live-Stream verfolgt werden. Zudem ist das geplante Gespräch mit Reza Afisina und Iswanto Hortono vom indonesischen Kurator*innenteam ruangrupa der documenta fifteen aufgrund der Reisebeschränkungen auf Mittwoch, 27. Januar 2021, 18 Uhr verschoben worden. Merken Sie sich diesen Termin gerne schon einmal vor! Das Programm der Semestereröffnung gestaltet sich wie folgt: Nach der Begrüßung durch HFBK-Präsident Prof. Martin Köttering liegt der Fokus auf der Vorstellung der neuen Professor*innen Konstantin Grcic, Dr. Anja Steidinger und Dr. Nora Sternfeld. Zu den Personen:

Konstantin Grcic (*1965) ist gleichermaßen in der Welt der Kunst als auch der Gestaltung bekannt und verkörpert mit seinem Schaffen kongenial das Ideal eines interdisziplinär ausgerichteten Denkens und Arbeitens, wie es an der HFBK Hamburg praktiziert wird. Grcic definiert Funktion bezogen auf menschliche Bedürfnisse und kombiniert formale Strenge mit geistiger Schärfe und Humor. Seine Arbeit zeichnet sich durch die sorgfältige Auseinandersetzung mit der Geschichte von Kunst, Design und Architektur und seine Leidenschaft für Technik und Materialien aus. Mit seinem Büro Konstantin Grcic Design arbeitet er von Berlin aus an verschiedenen Projekten im Bereich Industrie- und Möbeldesign, über Ausstellungsdesign bis hin zu Kollaborationen in den Bereichen Architektur und Mode. Ab dem Wintersemester 2020/21 nimmt er die Professur für Industriedesign an der HFBK Hamburg wahr.

Dr. Anja Steidinger (*1972) arbeitet als Künstlerin an den Schnittstellen von Kunst, Politik und Bildung und wird als Professorin ab November 2020 insbesondere die Lehramtsstudierenden mit dem Ziel Grundschule in die künstlerische Praxis mit Blick auf kunstpädagogische Konzepte für die Schule einführen. Sie hat selbst Kunstpädagogik und Freie Kunst an der HFBK Hamburg mit den Schwerpunkten Fotografie, Video und Installation studiert, lebte von 2006 bis 2020 in Barcelona und promovierte wurde mit einer Arbeit zu künstlerischen (Selbst)-Repräsentationen von Unbehagen im Kontext der spanischen Wirtschaftskrise. Steidinger ist Mitbegründerin des spanischen aktivistischen Künstler*innenkollektivs Enmedio und des medienpädagogischen Projektes La Maleta del Cine in Barcelona. Ihre Arbeitsweise entwickelt aus künstlerischer Intervention als kritische Praxis neue Handlungsräume.

Dr. Nora Sternfeld (*1976) ist Kunstvermittlerin und Kuratorin. Von 2018 bis 2020 war sie documenta-Professorin an der Kunsthochschule Kassel, zuvor von 2012 bis 2018 Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki. Darüber hinaus ist sie Co-Leiterin des /ecm – Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Mitbegründerin und Teilhaberin von trafo.K, Büro für Bildung, Kunst und kritische Wissensproduktion (Wien) und seit 2011 Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (London). Seit 2020 ist sie überdies BAK-Fellow, basis voor actuele kunst in Utrecht. Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Bildungstheorie, Ausstellungen, Geschichtspolitik und Antirassismus. Zum Wintersemester 2020/21 tritt Nora Sternfeld die Professur für Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg an.

Im Anschluss findet die 13. Verleihung des Hiscox Kunstpreises durch die drei Juror*innen Prof. Dr. Alexander Klar, Direktor Hamburger Kunsthalle, Joanna Warsza, freie Kuratorin und Leiterin des CuratorLab an der Stockholmer Kunstakademie Konstfack und Franciska Zólyom, Direktorin Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, statt.

Der Hiscox Kunstpreis wird seit 2008 jährlich von dem Spezialversicherer Hiscox in Kooperation mit der HFBK in Höhe von 7.500 Euro ausgelobt. Im Rahmen einer Ausstellung präsentieren sich die folgenden zwölf Künstler*innen: Manuel Funk, Moritz Haas, Paula Hoffmann, Stephanie Jacobs, Helene Kummer, Amy Maga, Esteban Pérez, Marie Pietsch, Katja Pilipenko, Jakob Sitter, Chenxi Zhong, Laura Ziegler+hhintersection.
Die Pressemitteilung zur Hiscox Kunstpreis Gewinnerin gibt es hier.

Die Ausstellung aller Nominierten ist für das Publikum am Samstag, den 7. November 2020, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher*innen können die Ausstellung zudem virtuell in der Online-Galerie der HFBK dauerhaft besichtigen.

Weiteres Bildmaterial und Informationen:

Pressekontakt

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?