de en

1.2.2023, Mittwoch 18:00 Uhr
1. Tag des Symposiums: Kontroverse documenta fifteen – Hintergründe, Einordnungen und Analysen

  • Ort:

  • Aula, HFBK Hamburg

Die Weltkunstausstellung in Kassel löste im Sommer 2022 auf mehreren Ebenen große Kontroversen aus. Mit dem Symposium zur documenta fifteen möchte die HFBK Hamburg Hintergründe und Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Standpunkte ins Gespräch bringen und eine Debatte ermöglichen, die explizit den Antisemitismus im Kunstfeld thematisiert.

Welche geschichtspolitischen Kontinuitäten sind in der Genese der documenta erkennbar? Was wurde in der Auseinandersetzung abseits von künstlerischen Strategien und kuratorischem Konzept gegeneinander verhandelt? Wie lässt sich in einem enggeführten Diskursfeld öffentlich miteinander streiten? Das Symposium bietet Raum für divergente Positionen und will Perspektiven für die Gegenwart und Zukunft des Ausstellungmachens eröffnen.

Mittwoch, 1.2.2023

  • 18 Uhr
    Impuls, Katharina Fegebank (Wissenschaftssenatorin und 2. Bürgermeisterin Hamburg)
    Einführung, Martin Köttering (Präsident, HFBK Hamburg)
  • 18:30 Uhr
    Keynote Ambiguitätstoleranz auf dem Prüfstand. documenta fifteen und die jüdische Frage, Natan Sznaider (Professor für Soziologie, The Academic College of Tel Aviv-Yaffo)
  • 19:30 Uhr
    Panel Antisemitismus im Kunstfeld. Geschichtspolitische Perspektiven auf die documenta, Oliver Marchart (Professor für Politische Theorie, Universität Wien), Meron Mendel (Professor für Soziale Arbeit, Frankfurt University of Applied Sciences, Direktor Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt a.M.), Julia Voss (Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin im Präsidium des Deutschen Historischen Museums, Berlin), Moderation: Carsten Probst (Kunsthistoriker und Kulturjournalist, Berlin)

Im Anschluss an jedes Panel wird ein Publikumsgespräch angeboten, in deutscher und englischer Sprache (mit Simultanübersetzung)

Öffentliche Veranstaltung, Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich, Einladung zum Download, Presse meldet sich bitte bei Sabine Boshamer: presse@hfbk.hamburg.de

Qualifizierte Kinderbetreuung wird kostenfrei angeboten, weitere Informationen hierzu: baerbel.hartje@hfbk.hamburg.de

Aufzeichnung zum Nachhören in der HFBK-Mediathek: https://mediathek.hfbk.net

Speaker

Martin Köttering

Prof. Martin Köttering ist seit 2002 Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg und lehrt als Professor für Kunstvermittlung im Studienschwerpunkt Theorie und Geschichte. Er studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und Bildende Kunst in Bath, England. Im Anschluss an das Studium wirkte er als Assistent von Jan Hoet an der documenta 9 mit. 1995 übernahm er die Leitung der Städtischen Galerie in Nordhorn und war Initiator, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des offenen Museums kunstwegen. Hierfür realisierte er zahlreiche Ausstellungen, Publikationen und Projekte im öffentlichen Raum mit international renommierten Künstler*innen wie Mark Dion, Olafur Eliasson, Fischli/Weiss, Dan Graham, Katharina Grosse, Jenny Holzer oder Tobias Rehberger. Er ist Mitglied in verschiedenen Gremien, Aufsichtsräten und Stiftungen, etwa der Hamburg Media School, im Vorstand der Freunde der Kunsthalle Hamburg, im Kuratorium der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen oder im Stiftungsrat der Universität Hildesheim.

Oliver Marchart

Prof. Dr. Oliver Marchart – Mag.Dr.phil. (Universität Wien, Philosophie), PhD (University of Essex, Government), Doppelhabilitation für Philosophie und Soziologie (Universität Luzern) mit der Schrift „Das unmögliche Objekt. Eine postfundamentalistische Theorie der Gesellschaft“ – war von 2001 bis 2006 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Medienwissenschaften der Universität Basel und von 2006 bis 2012 SNF-Förderungsprofessor am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Anschließend hatte er von 2012 bis 2016 die Professur für Soziologie an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Seit März 2016 ist er Professor für Politische Theorie an der Universität Wien. Darüber hinaus nahm er verschiedene Fellowships wahr. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Politische Theorie, Gesellschaftstheorie, Demokratietheorie, politische Ideengeschichte, Soziale Bewegungsforschung und politische Diskursanalyse. Aktuelle Veröffentlichungen sind „“Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and the Public Sphere” (Berlin: Sternberg Press 2019); “Post-foundational Theories of Democracy. Re-claiming Freedom, Equality, Solidarity” (Edinburgh University Press 2021); “Hegenomy Machines: documenta X to fifteen and the Politics of Biennalization” (2022) sowie „Der demokratische Horizont. Politik und Ethik radikaler Demokratie“ (Berlin: Suhrkamp im Erscheinen).

Meron Mendel

Prof. Dr. Meron Mendel ist seit 2010 Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main und lehrt seit 2021 als Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend im Kibbuz Mashabe Sade, engagierte sich schon früh in Friedensinitiativen, u.a. im Freundeskreis von Givat Haviva, und studierte nach dem Wehrdienst Geschichte und Erziehungswissenschaften (Bachelor 2000) und Jüdische Geschichte (Master 2002) in Haifa und München. 2010 wurde er an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über „Lebenswelten jüdischer Jugendlicher in Deutschland“ im Fach Erziehungswissenschaften promoviert. Meron Mendel forscht u.a. zur Gegenwart des Antisemitismus und zur Zukunft der Erinnerungskultur und hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Fachaufsätze verfasst, Beiträge in deutschsprachigen Zeitungen veröffentlicht und Bücher herausgegeben, darunter zuletzt „Frenemies. Antisemitismus, Rassismus und ihre Kritikter*innen“ (2022) und „Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen“ (2019). In März 2023 erscheint von ihm „Über Israel reden. Eine deutsche Debatte“

Carsten Probst

Carsten Probst, geboren in Hamburg, lebt als Autor, Kunstkritiker und Schriftsteller in Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit sind künstlerische Bildpraxis, Wissenskulturen und Kritikbegriffe in europäischen und außereuropäischen Modernen bis zur Gegenwart. Er ist Kunstkritiker für verschiedene Zeitschriften und den Deutschlandfunk mit dem Schwerpunkt moderne und Gegenwartskunst. Darüber hinaus lehrt er wissenschaftliche Schreibweisen im Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ der Bauhaus-Universität Weimar. Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören u.a.: „Falsche Fährten: Die documenta fifteen und ihre Rezeption in den Medien“ (Dez 2022, Texte zur Kunst); „Kunst und Heilung - Beuys und der Nationalsozialismus“, Essay (2021, in „Beuys‘ Nietzsche-Rezeption und sein Bildbegriff in der Auseinandersetzung mit der Shoah“); „More deeply suggestive than others – Erinnerung und Gegenwart in der Malerei von Song Hyun-Sook“ (2020); „Mechanismen der Verdrängung – 30 Jahre Kulturtransfer von West nach Ost“, Essay (Deutschlandfunk 2020). In Vorbereitung befindet sich der Essayband „Posthumanistische Bildbegriffe“ (Arbeitstitel). Carsten Probst wurde mit dem Anna Seghers Preis (2001) und diversen Autoren- und Kritikerstipendien ausgezeichnet.

Natan Sznaider

Prof. Dr. Natan Sznaider ist ein israelischer Soziologe und lehrt als Professor seit 1994 an der Akademischen Hochschule in Tel Aviv, seit 1996 als Lehrstuhlinhaber. 1992 wurde er mit der Arbeit „Die Sozialgeschichte von Mitleid“ an der Columbia University in New York promoviert. Er unterrichtete an der Columbia University, an der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2022 war er auf Einladung von Michael Brenner Visiting Fellow am Center for Advanced Studies der LMU. Schwerpunkte seiner Forschung sind Kultursoziologie, Politische Theorie, Globalisierung, Kosmopolitismus, Erinnerung und Shoah sowie die jüdische politische Theorie von Hannah Arendt. Zusammen mit Daniel Levy prägte er die Begriffe des kosmopolitischen Gedächtnisses und der kosmopolitischen Erinnerung. Mit Alejandro Baer untersuchte er eine Ethik des Nie Wieder im spanischen und argentinischen Kontext. In seinem aktuellen Buch „Fluchtpunkte der Erinnerung: Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus“ begibt sich Sznaider auf die Suche nach einem erinnerungspolitischen und soziologischen Narrativ, dessen Ausgangsfrage lautet: Ist es und wird es möglich, der Opfer des Holocaust und des Kolonialismus zu gedenken, ohne Geschichte zu relativieren?

Julia Voss

Prof. Dr. Julia Voss ist Kunsthistorikerin, Wissenschaftshistorikerin, Kunstkritikerin und Mitarbeiterin im Präsidium des Deutschen Historischen Museums (DHM). Ihre Doktorarbeit schrieb sie über „Darwins Bilder. Ansichten der Evolutionstheorie, 1837-1874“ (S. Fischer Verlag 2007) und erhielt 2009 den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 2015 lehrt sie als Honorarprofessorin am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität in Lüneburg. Bis 2017 leitete sie das Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und war zudem stellvertretende Leiterin des Feuilletons. Im Jahr 2021 war sie Co-Kuratorin der Ausstellung „documenta. Politik und Kunst“ am DHM. Im Jahr 2020 erschien ihre Künstlerinbiografie „Die Menschheit in Erstaunen versetzen: Hilma af Klint“ (S. Fischer Verlag), die auf der Shortlist des Leipziger Buchmessen-Preises stand, zum SPIEGEL-Bestseller wurde und bisher auf Schwedisch und Englisch erschienen ist. Zuletzt veröffentlichte sie – zusammen mit Beate Söntgen – den Reader „Why Art Criticism?“ im Hatje Cantz Verlag.

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2023 an der HFBK Hamburg

Vom 10.-12. Februar präsentieren Studierende aus allen Schwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im AtelierHaus. Im dort ansässigen ICAT kuratiert Tobias Peper, Künstlerischer Leiter des Kunstvereins Harburger Bahnhof, eine Ausstellung mit HFBK-Masterstudierenden. Zudem stellen dort 10 Austauschstudierende des Goldsmiths, University of London ihre Arbeiten aus.

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

How to apply: Studium an der HFBK Hamburg

Vom 1. Februar bis 6. März 2023, 16 Uhr läuft die Bewerbungsfrist für ein Studium an der HFBK Hamburg. Alle wichtigen Infos dazu gibt es hier.

Symposium: Kontroverse documenta fifteen

Mit dem Symposium zur documenta fifteen am 1. und 2. Februar 2023 möchte die HFBK Hamburg Hintergründe und Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Standpunkte ins Gespräch bringen und eine Debatte ermöglichen, die explizit den Antisemitismus im Kunstfeld thematisiert. Die Veranstaltung bietet Raum für divergente Positionen und will Perspektiven für die Gegenwart und Zukunft des Ausstellungmachens eröffnen.

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Jahresende finden nochmals zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit HFBK-Kontext statt. Einige davon tragen wir hier zusammen. Auch einen kurzen Ausblick auf zwei Vorträge im Rahmen des Professionalisierungsprogramms im Januar finden sich in darunter.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?