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Verschiebung ins Schräge

Kunstschaffende sind ja alle ein bisschen schräg. Da darf es auch ihre Bildungsstätte sein. Sogar räumlich. Denn die HFBK Hamburg liegt gar nicht am Lerchenfeld, sondern am Eilbekkanal, jedenfalls wenn man die geometrische Ausrichtung zur Grundlage nimmt. Fritz Schumachers Hochschulkomplex steht exakt parallel zur Uferstraße, dagegen leicht schräg angewinkelt zum Vektor seiner Postadresse. Geschätzte 5 Grad Abweichung besteht zwischen der Längsachse der Westfassaden und der Bordsteinkante. Das fiel bisher kaum auf, weil direkte Nachbargebäude als Maßstab fehlten. Aber damit ist es jetzt vorbei. Absichtlich vorbei. Die Passage zwischen dem Nachkriegsflügel des Hauptgebäudes und dem großen neuen Atelierhaus nördlich davon bildet einen klar akzentuierten Trichter, der die Achsenverschiebung deutlich macht.

Denn das von Bernhard Winking entworfene und jetzt eröffnete Gebäude, das endlich die überaus beengte Platzsituation für Master-Studierende entlastet, richtet sich mit seiner Schauseite exakt an der Hauptstraße aus. Und durch diese subtile Umorientierung ist der Leitgedanke der Gestaltung, der sich durch die architektonischen Entscheidungen dieses Neubaus dekliniert, sofort präsent: Die dezente Abweichung als Ausweis selbstbewusster Kollegialität bestimmt das Entwurfskonzept. Im Wettbewerb, den dieser Hamburg über Jahrzehnte mitprägende Architekt 2017 gewonnen hatte, gab es auch einige Vorschläge, die sich dem Ensemblegedanken deutlich weniger verpflichtet fühlten: Laubengänge im Stil italienischer Bogenarkaden, helle vertikale Betonkaskaden, die an Kulturpaläste des Brutalismus erinnerten, oder Zitate einer historischen Industriearchitektur, die mit sichtbarem Stahlskelett, ausgestellten Treppentürmen und gläsernen Sheddächern die Metapher „Kunstfabrik“ für das Erweiterungsgebäude schlagartig wachgerufen hätten.

Aber das unausgesprochene Juryprotokoll der damaligen Entscheidung folgte eben der Maxime: So viel Zweck wie möglich, so viel Architektur wie nötig. Und damit schieden ästhetisch vielleicht prägnantere Entwürfe aus – zugunsten eines Architekten, der als langjähriger Professor an der HFBK Hamburg, als diese noch eine Architekturabteilung besaß, die organischen Bedürfnisse für diesen ersehnten räumlichen Befreiungsschlag verinnerlicht hatte. Der deswegen mehr die familiäre Ähnlichkeit zu den Bauvorfahren des Ensembles formulierte, als die optische Zäsur einer künstlerischen Absetzbewegung, die eine neue Epoche formulieren möchte. Und der außerdem bewusst den Kompromiss akzeptierte, dass die Radikalität des geforderten Programms die Spielräume für das freie Entwerfen stark einengen musste.

Grundriss und Höhe bis zum letzten Zentimeter voll ausreizen, die Wandfläche so maximieren, dass nur die allernötigsten Fensterbreiten die Hülle öffnen, das waren die Wünsche der zukünftigen Nutzer*innen. Und außerdem verlangte das Innere eine Form, die es der Jugend in ihrer Anleitung zum individualistischen Wirken erlaubt, alles zu tun, was sie möchten. Wände und Böden müssen jede Form durch Kunst gerechtfertigter Angriffe ertragen können, sei es durch Bohrer, Farben, Hitze oder Kunststoff. Die perfekte Antwort auf all diese Wünsche wäre natürlich die minimal poröse Schachtel mit der geringst vorstellbaren Verkehrsfläche und der nackten neutralen Robustheit als Oberfläche. Doch echter Bunkerbau ist in Deutschland eben nicht mehr so populär.

Da die Ansprüche an ein optimal nutzbares Ateliergebäude für die Bereiche Malerei, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien also qua Programm zu einer massiven und verschlossenen Erscheinung führen würde, bestand die Herausforderung für die Architekten darin, das Ansprechende durch Akzente zu erzielen. Die Verschiebung ins leicht Schräge diente Winking und seinem Projektarchitekten Frank Weitendorf dabei als leitendes Motiv. Und da reicht manchmal auch ein Winkel von 1,43 Grad. Denn so wenig kippt die Backsteinfassade überall dort aus der Horizontalen, wo sie zu den zwei schmalen Fenstern pro Atelierraum hinleitet – die in den Raumecken platziert sind, um keine kostbare Wandfläche sinnlos zu verglasen.

Jeweils zwei dieser zurückgenommenen Öffnungen pro 125 Quadratmeter großem Kunstsaal sorgen innen für Tagesatmosphäre, bei den seltenen Hamburger Stunden ohne Wolken sogar für grelles Streifenlicht, das wie eine Sonnenuhr durch den Raum wandert. Ansonsten benötigen die vier identischen Räume pro Stockwerk keine weitere Attraktion. Eine Rippendecke aus Sichtbeton, in deren Schlitzen die Heizung und die Lichtleisten untergebracht sind, erzeugt noch einen gewissen Rhythmus als Raumcharakteristikum. Aber schon die Durchgangstüren an den Außenseiten, die als Fluchtweg dienen, wirken wieder rein zweckdienlich, auch wenn die Zirkulation längs der Fassade bei Atelierrundgängen auch ihren ganz speziellen Reiz entwickeln mag. Außerdem befindet sich in den Räumen nur noch eine Stahlspüle mit Schlammfangbecken, eine Toilette, sowie ein kleiner Stauraum. Minimalismus als neutraler Hintergrund, der keine Spuren ästhetischer Vorprägung hinterlassen will.

Doch Raum als Ermöglicher von Kreativität spielt in dieser Architektur nicht nur durch reine Zurückhaltung eine Rolle. Im Zentrum des Komplexes öffnet sich ein nahezu quadratischer Luftraum unter einem giebeligen Oberlicht, der nicht nur Helligkeit ins Gebäude bringen soll. Gefasst in feine Rippengeländer aus Stahlstäben, die mit einer Leiste aus geölter Eiche haptisch schön abgeschlossen sind, fördern diese Einschnitte eine lärmende und direkte Kommunikation durch das ganze Haus. Natürlich weiß niemand ob Mal- und Medienabteilung wirklich miteinander reden wollen, wo im Hauptgebäude die Türen der Klassen eigentlich immer geschlossen sind. Aber lässig gelehnt an diese invertierte Reling ist die Option zwischengeschosslichen Austausches hier geboten wie sonst nur noch im Haupttreppenhaus des Schumacher-Baus.

Ein wenig erinnert diese offene Mitte an den luftigen Kern von Oswald Mathias Ungers Galerie der Gegenwart am Glockengießerwall, aber ohne die ehrfurchtgebietende Strenge und Verschlossenheit. Wie dort können auch in diesem Freiraum vertikale Kunstwerke, welche die Deckenhöhe von vier Metern überschreiten wollen, platziert werden. Außerdem verbindet die fehlende visuelle Barriere im Atrium die produktiven Ebenen mit dem Galeriegeschoss im Parterre. Die zwei Ausstellungssäle mit einer Gesamtfläche von 357 Quadratmetern sind so stets atmosphärisch durchtränkt von dem Geschehen in den Ateliers. Der Hauptraum der Galerie wiederum vermittelt an der Straße durch sein großes Panoramafenster Tag und Nacht etwas vom Innenleben des Kunstprojektbrüters an die Passant*innen. Darunter befindet sich übrigens auf 250 Quadratmetern noch das Archiv der HFBK.

Dieses Schaufenster zur Stadt, das eine kommunikative Fensterbank aus Eiche besitzt, ist von außen tatsächlich der einzige, aber sehr attraktive Hinweis darauf, dass die Kunst sich hier nicht gegen die Wirklichkeit verbarrikadiert, sondern einlädt, am Vorgang ihrer Entstehung teilzuhaben. Und um den tragischen Eindruck zu vermeiden, der Kubus mit seinen großen Geschosshöhen und kleinen Fensterschlitzen sei vielleicht das Gebäude eines Selfstorage-Anbieters, genügte eine dezente Verschiebung im Fassadenmaterial. Die hier verwendeten Ziegel sind nicht glatt und einfarbig, wie es bei der Riemchenhaut eines Renditeobjektes mit Sicherheit der Fall wäre.

Die Klinker an diesem Atelierhaus sind vielmehr echt schräg. Und zwar so schräg, dass die Vertreterin der Sprinkenhof AG, die als städtischer Bauherr die Qualitäts- und Kostenkontrolle zu verantworten hatte, überzeugt war, Herr Winking und Herr Weitendorf hätten sich von ihrem Wittmunder Lieferanten Schrott andrehen lassen und ungesehen vor die Dämmung geziegelt. Denn die extra für die rege Lebendigkeit der Fassadenflächen ausgesuchten Steine haben Beulen, produktionsbedingte Rillen, Trennsandanbackung, unregelmäßige Kanten, überbrannte Kantenabplatzungen und alle möglichen anderen interessante Deformierungen.

Und flatterhaft bunt, teilweise mit metallischem Glanz ist diese Sortierung im wilden Verband auch noch, die Frank Weitendorf mit viel Kompositionswillen und manchem Abriss und Neuaufbau hat händisch von polnischen Maurern rund um das Haus setzen lassen. Die vier sanft geknickten Fassadenbänder mit gegenläufiger Ausrichtung, die dem Atelierhaus seine feine Dramaturgie wechselnder Lichtstimmungen schenken, sind durch diese Form ungegenständlicher Malerei mit Klinkersteinen fein veredelt – und baudermatologisch mit dem Chilehaus verwandt. Denn die schillernden Häute der schönsten Hamburger Backsteinarchitekturen, die das Bauen in der Stadt zum Zeitpunkt der Gründung der Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld bestimmten, finden sich in dieser Verkleidung mit Charaktersteinen modern erneuert. Die Liebe der expressionistischen Filigranentwerfer zum Handwerk beseelt auch dieses Mauerwerk in zeituntypischer Weise. Sogar ein Versprechen gegen die Abriss-und-Neubau-Haltung heutiger Wachstumswirtschaft lässt sich aus dieser Ziegel-Notation herauslesen. Diese Verkleidung, so Frank Weitendorf, kann 200 Jahre halten, und auch länger.

Gemeinsam mit der dezenten Asymmetrie im Verhältnis zum Haupthaus, die dadurch noch verstärkt wird, dass das Ateliergebäude hinten über die Fassadenlinie hinaus lugt, ist das System „schräg“ hier also wirklich konsequent, aber subtil über die meisten Aspekte dieses Entwurfs entwickelt worden. Der Kunst, der es dienen soll, entspricht dieser Bau als Beispiel einer sehr hanseatischen Idee von Schönheit.

Dieser Text erschien zuerst im Lerchenfeld Nr. 60.

Till Briegleb lebt in Hamburg und ist freier Autor und Journalist mit den Themenschwerpunkten Theater, Kunst und Architektur. Er arbeitet unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und art – Das Kunstmagazin.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?