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2021/04/28: »Die Kunst der Folgenlosigkeit« im Wettbewerb für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm auf dem DOK.fest München

Der Essay-Film Die Kunst der Folgenlosigkeit (67 min, D/A 2021) von Jakob Brossmann und Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie an der HFBK Hamburg) feiert im Rahmen des DOK.fest München seine Weltpremiere.

Der Film, der dokumentarische und fiktionale Reflektionen zur Aufgabe der Kunst in Zeiten der ökologischen Katastrophe miteinander verwebt, ist eingebunden in das interdisziplinäre Gesamtprojekt zum Thema „Folgenlosigkeit“, zu dem das von der HFBK Hamburg initiierte Stipendium für Nichtstun ebenso zählt wie die Ausstellung Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Zum Inhalt des Films: Nach einem erfolgreichen Fundraising-Dinner schreibt die Chefkuratorin Cornelia Stohmann (Katharina Meves) eine Pressemitteilung für das Museum für ökologische Kunst. Doch Florian Booreau (Albert Meisl), das Enfant terrible der Konzeptkunst, sieht darin plötzlich eine Lebenslüge. Seine Eröffnungsausstellung: ein Feigenblatt. Die Geldgeber: verlogen. Der Nachhaltigkeitsdiskurs: folgenlos. Wir wissen alles und leben doch weiter wie bisher. Sein wütender Rundumschlag zieht den Kellner Issa (Ahmed Soura) in den Konflikt mit rein, der schließlich eine ungeahnte Perspektive für ein gelungenes Leben im Einklang mit den Grenzen des Planeten eröffnet.

So stand es im Drehbuch. Doch am Set entwickeln sich die Dinge anders. Während der Drehplan aus den Fugen gerät, konfrontieren sich die Beteiligten mit ihren jeweiligen Vorstellungen. Hat Kunst wirklich eine „transformative Kraft“? Und ist die Idee der Nachhaltigkeit als ökonomisches Konzept aus dem 18. Jahrhundert der richtige Leitgedanke für die notwendige Transformation? Es setzt eine radikale Selbstbefragung ein, der sich weder die Nebendarsteller – Theatermacher Milo Rau, Journalistin Antje Stahl und Ende-Gelände-Mitgründer Tadzio Müller – noch die Filmemacher entziehen können.

Die Kunst der Folgenlosigkeit entpuppt sich dabei als utopisches Ideal. Zwischen fiktionaler Zuspitzung und authentischer Reflexion zelebriert der Film die Schönheit des Scheiterns und den Abschied vom Erfolg.

Der Film wurde von neue film produktion GmbH, Berlin sowie Finali Film & Wortschatz Produktion, Wien produziert und erhielt Förderung vom Deutschen Umweltbundesamt (UBA)/ Deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur (BMKÖS).

Der Film ist kann im Stream gesehen werden: https://www.dokfest-muenchen.de/films/view/23363

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Künstlerin: Iris Hamers "Two pink paintings facing each other"; Foto: Tim Albrecht

Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?