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2.2.2023, Donnerstag 10:00 Uhr
2. Tag des Symposiums: Kontroverse documenta fifteen – Hintergründe, Einordnungen und Analysen

  • Ort:

  • Aula, HFBK Hamburg

Die Weltkunstausstellung in Kassel löste im Sommer 2022 auf mehreren Ebenen große Kontroversen aus. Mit dem Symposium zur documenta fifteen möchte die HFBK Hamburg Hintergründe und Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Standpunkte ins Gespräch bringen und eine Debatte ermöglichen, die explizit den Antisemitismus im Kunstfeld thematisiert.

Welche geschichtspolitischen Kontinuitäten sind in der Genese der documenta erkennbar? Was wurde in der Auseinandersetzung abseits von künstlerischen Strategien und kuratorischem Konzept gegeneinander verhandelt? Wie lässt sich in einem enggeführten Diskursfeld öffentlich miteinander streiten? Das Symposium bietet Raum für divergente Positionen und will Perspektiven für die Gegenwart und Zukunft des Ausstellungmachens eröffnen.

Die Konzeption des Symposiums erfolgte mit Beratung durch Meron Mendel und Nora Sternfeld.

Donnerstag, 2.2.2023

  • 10 Uhr
    Gespräch documenta fifteen aus indonesischer Perspektive, Reza Afisina (Künstler, Mitglied von ruangrupa und DAAD-Gastprofessor, HFBK Hamburg), Hestu A. Nugroho (Künstler, Mitglied von Taring Padi, Berlin), Moderation: Kate Brown (Kuratorin, Kunstjournalistin und Europa-Redakteurin, Artnet News)
  • 12 Uhr
    Panel Antisemitismus- und Postkolonialismusforschung: eine (global-)geschichtliche Debatte, Michaela Melián (Künstlerin und Professorin für Zeitbezogene Medien, HFBK Hamburg), Miriam Rürup (Direktorin Moses Mendelssohn Zentrum, Professorin für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam), Michael Wildt (Professor i.R. für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus, Humboldt-Universität zu Berlin), Jürgen Zimmerer (Professor für Globalgeschichte, Leiter der Forschungsstelle Hamburgs (post)koloniales Erbe, Universität Hamburg), Moderation: René Aguigah (Kulturjournalist, Ressortleiter Literatur Deutschlandfunk Kultur, Berlin)
  • 15 Uhr
    Gespräch Kulturproduktion zwischen Dialog, Kritik und Boykott, Saba-Nur Cheema (Politikwissenschaftlerin, Publizistin und Antirassismus-Trainerin, Goethe-Universität Frankfurt a.M.), Doron Rabinovici (Schriftsteller und Historiker, Wien), Moderation: Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin und Professorin für Kunstpädagogik, HFBK Hamburg)
  • 17 Uhr
    Panel Kunst als soziale Praxis – Künstlerischer Paradigmenwechsel durch die documenta fifteen?, Iswanto Hartono (Künstler, Mitglied von ruangrupa und DAAD-Gastprofessor, HFBK Hamburg), Gilly Karjevsky (Kuratorin und Gastprofessorin für Social Design, HFBK Hamburg), Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin und Professorin für Kunstpädagogik, HFBK Hamburg), Margarita Tsomou (Kuratorin HAU Hebbel am Ufer und Professorin für Zeitgenössische Theaterpraxis, Hochschule Osnabrück), Wolfgang Ullrich (Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler, Leipzig), Moderation: Ralf Schlüter (Kulturjournalist, Berlin)

Im Anschluss an jedes Panel wird ein Publikumsgespräch angeboten, in deutscher und englischer Sprache (mit Simultanübersetzung)

Öffentliche Veranstaltung, Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich, Einladung zum Download, Presse meldet sich bitte bei Sabine Boshamer: presse@hfbk.hamburg.de

Qualifizierte Kinderbetreuung wird kostenfrei angeboten, weitere Informationen hierzu: baerbel.hartje@hfbk.hamburg.de

Aufzeichnung zum Nachhören in der HFBK-Mediathek: https://mediathek.hfbk.net

Speaker

Reza Afisina

Prof. Reza Afisina, geboren in Indonesien, hat seit Oktober 2022 gemeinsam mit Iswanto Hartono eine einjährige DAAD-Gastprofessur an der HFBK Hamburg inne. Sowohl als Einzelkünstler als auch gemeinsam mit ruangrupa waren sie an verschiedenen nationalen und internationalen Ausstellungen und Workshops beteiligt; mit ruangrupa als kollektiver Künstlerplattform haben sie u.a. an der Gwangju Biennale 2002 und 2018 in Südkorea, der Istanbul Biennale 2005, der Singapur Biennale 2011, der Asia Pacific Triennial in Brisbane - Australien 2012, der Sao Paulo Biennale 2014, der Cosmopolis #1 Centre Pompidou in Paris - Frankreich 2017 und als Co-Kurator von TRANSaction: Sonsbeek International 2016 in Arnheim, Niederlande, mitgewirkt. 2022 hatte das Kollektiv die Künstlerische Leitung für die Documenta fifteen inne. ArtReview setzte das ruangrupa-Kollektiv auf Platz 1 seiner "Power 100" (Nov 2022), der jährlichen Rangliste der einflussreichsten Personen und Bewegungen der zeitgenössischen Kunstwelt.

René Aguigah

René Aguigah leitet das Ressort Literatur von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur, wo er seit 2010 arbeitet. Zuvor war er Redakteur und Moderator bei WDR 3, dann Sachbuch-Redakteur der Zeitschrift „Literaturen“. Studiert hat er Geschichte, Philosophie und Journalistik in Dortmund und Bochum. 2023 wird er ein Fellowship am Thomas Mann House in Los Angeles wahrnehmen. Er lebt und arbeitet in Berlin. 2021 erschien „Weiterleben trotz allem“, das Nachwort zur deutschen Neuübersetzung von James Baldwins Roman Ein anderes Land (München: dtv).

Kate Brown

Kate Brown, geboren in Kanada, ist Kuratorin, Kunstjournalistin und Redakteurin und lebt in Berlin. Sie ist Europa-Redakteurin bei Artnet News, wo sie Geschichten über zeitgenössische Kunst und Kultur mit Schwerpunkt auf Gesellschaft und Politik in Deutschland und Europa schreibt und in Auftrag gibt, und Co-Moderatorin des Podcasts The Art Angle. Sie ist Co-Direktorin von Ashley Berlin, einer 2013 in der deutschen Hauptstadt gegründeten gemeinnützigen Galerie, die sich auf junge und aufstrebende künstlerische Positionen konzentriert. Ihre Texte sind kürzlich in Künstlerkatalogen und in Publikationen wie dem Elephant Magazine, dem Kaleidoscope Magazine, dem Spike Magazine und dem Canadian Art Magazine erschienen.

Saba-Nur Cheema

Saba-Nur Cheema ist Politikwissenschaftlerin und forscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt zu Antisemitismus in pädagogischen Kontexten. Von 2015 bis 2021 war sie Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank. Sie arbeitet und schreibt über die Themen Diversität, muslimisch-jüdischer Dialog und das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus. Für die Bundeszentrale für politische Bildung hat sie 2021 das Online-Dossier „Jüdisches Leben in Deutschland: Vergangenheit und Gegenwart“ konzipiert und mitherausgegeben. Im Oktober 2022 erschien der von ihr und Meron Mendel und Sina Arnold herausgegebene Sammelband „Frenemies. Antisemitismus, Rassismus und ihre Kritiker*innen“ (2022). Zusammen mit Meron Mendel schreibt sie die monatliche Kolumne „Muslimisch-jüdisches Abendbrot“ in der FAZ. Cheema ist Mitglied im Expert*innenkreis Muslimfeindlichkeit, der nach den Anschlägen in Hanau 2020 von der Bundesregierung einberufen wurde.

Iswanto Hartono

Prof. Iswanto Hartono, geboren in Indonesien, hat seit Oktober 2022 gemeinsam mit Reza Afisina eine einjährige DAAD-Gastprofessur an der HFBK Hamburg inne. Sowohl als Einzelkünstler als auch gemeinsam mit ruangrupa waren sie an verschiedenen nationalen und internationalen Ausstellungen und Workshops beteiligt; mit ruangrupa als kollektiver Künstlerplattform haben sie u.a. an der Gwangju Biennale 2002 und 2018 in Südkorea, der Istanbul Biennale 2005, der Singapur Biennale 2011, der Asia Pacific Triennial in Brisbane - Australien 2012, der Sao Paulo Biennale 2014, der Cosmopolis #1 Centre Pompidou in Paris - Frankreich 2017 und als Co-Kurator von TRANSaction: Sonsbeek International 2016 in Arnheim, Niederlande, mitgewirkt. 2022 hatte das Kollektiv die Künstlerische Leitung für die Documenta fifteen inne. ArtReview setzte das ruangrupa-Kollektiv auf Platz 1 seiner "Power 100" (Nov 2022), der jährlichen Rangliste der einflussreichsten Personen und Bewegungen der zeitgenössischen Kunstwelt.

Gilly Karjevsky

Prof. Gilly Karjevsky arbeitet als Kuratorin an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Politik und ist die neue israelische Gastprofessorin für Social Design an der HFBK. Im Rahmen ihrer Lehre beschäftigt sie sich mit sozialen Technologien, die den Raum zwischen Subjektivität und Gemeinwohl verhandeln. Dieses Konzept steht im Zusammenhang mit ihrer laufenden Forschung über radikal lokales urbanes Kuratieren, die derzeit vom Fonds Darstelle Künste gefördert wird. Sie ist Gründungsmitglied der Floating University Berlin, wo sie Climate Care - ein Festival für Theorie und Praxis an einem Lernort für Natur und Kultur, das Urban Practice Residency Programm und einen partizipativen Lexikonprozess kuratiert. Sie ist Gründungsmitglied von Soft Agency - einer diasporischen Gruppe von feministischen Raumpraktikerinnen. Gilly ist Co-Direktorin von 72 Hour Urban Action, deren kürzlich bei Archplus erschienene Monografie ein Jahrzehnt der Echtzeitgestaltung von Orten dokumentiert. Sie hat auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht, zuletzt "Collective Auotheory" in New Alphabet School #21 - Practices of Knowledge Production in Art, Activism and Collective Research , "Care for Cities" in Expanding Academy Reader #3, und "Climate Care - A Curriculum for Urban Practice" in Radicalising Care - Feminist and Queer Activism in Curating.

Michaela Melián

Prof. Michaela Melián, bildende Künstlerin und Musikerin, ist bekannt für ihre multimedialen Installationen, Hörspiele und Soundarbeiten. Sie ist Mitglied der Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle) und hat das Künstlermagazin Mode & Verzweiflung mitherausgegeben. Seit 2010 unterrichtet sie als Professorin für Zeitbezogene Medien an der HFBK Hamburg, wo sie 2021 zusammen mit Nora Sternfeld u.a. die mehrtägige internationale Konferenz „Gegenmonumente und Para-Monumente“ veranstaltete. 2010 hat sie im Auftrag der Stadt München „Memory Loops“, ein akustisches Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, realisiert. Noch bis Ende 2023 ist ihr Projekt „Maria Luiko, Trauernde, 1938“ in der Reihe „past statements. Denkmäler in der Diskussion“ im öffentlichen Raum in München zu sehen. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. erhielt sie 2006 den Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Föhrenwald“, 2010 den Kunstpreis der Stadt München, 2018 den Edwin Scharff Kunstpreis der Stadt Hamburg und den Preis für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bremen. Ihre Arbeiten waren zuletzt im KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst Berlin, Gwangju Museum of Art (Südkorea), Lenbachhaus München, Lentos Museum Linz (Österreich), in der Fundació Joan Miró Barcelona (Spanien), Kunsthal Rotterdam (Niederlande) und in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen. Melián lebt in München und Hamburg.

Hestu A. Nugroho

Born in Yogyakarta, Indonesia, Hestu A. Nugroho graduated from the Department of Visual Arts and Design at the Indonesian Institute of Arts (ISI) in Yogyakarta. During his studies, he was the chair of the Environmental Arts Students Organisation (Sasenitala). In 1998, he co-founded the artists collective Taring Padi, which was formed by art students as response to the social upheavals during the fall of the Suharto regime. Taring Padi denounced the “Art for Art’s Sake” doctrine enforced by the military regime and revived the Indonesian concept of “People’s Art”. In workshops with local communities as well as in collaborative projects with other art groups and NGOs from various countries, they respond to current topics of social injustice, human rights and discrimination of gender, ethnic or religious minorities. In his individual career under the artist name “Setu Legi”, Hestu focuses on socio-political and environmental topics. Besides using graphic art techniques and design, he mostly presents his work as interactive mixed media installations combined with performance art. His work was exhibited in Indonesia, Australia, Belgium, France, Germany, the Netherlands, United Arab Emirates and USA. Today, he is based in Berlin and Yogyakarta. With Taring Padi he was invited to documenta fifteen.

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici, geboren in Tel Aviv, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Prosa, Essays und wissenschaftliche Arbeiten. In Österreich bezieht er immer wieder prominent Position gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Seit 1986 ist er Sprecher des „Republikanischen Club – Neues Österreich“, der sich im Zuge der Debatte rund um dem Bundespräsidentschaftswahlkampf von Kurt Waldheim gründete. Zu seinen Publikationen zählen u.a: „Instanzen der Ohnmacht. Wien 1938-1945. Der Weg zum Judenrat“ (Jüdischer Verlag bei Suhrkamp 2000); „Der neue Antisemitismus. Eine globale Debatte“, herausgegeben gemeinsam mit Ulrich Speck und Natan Sznaider (suhrkamp edition 2004); „Der ewige Widerstand. Über einen strittigen Begriff“ (styria 2008); „Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte“, herausgegeben gemeinsam mit Christian Heilbronn und Natan Sznaider (suhrkamp edition 2019); „Die Einstellung“, Roman (Suhrkamp 2022); „2013 – 2015: Die letzten Zeugen“ Ein Theaterprojekt des Wiener Burgtheaters gemeinsam mit Matthias Hartmann. Rabinovici ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Für sein Werk erhielt er u.a. den Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

Miriam Rürup

Prof. Dr. Miriam Rürup, in Karlsruhe geboren, ist seit Dezember 2020 Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien und Professorin an der Universität Potsdam. Von 2012 bis 2020 war sie Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Bevor sie diesen Posten im Jahr 2012 übernahm, arbeitete sie als Post-Doc Research Fellow am Deutschen Historischen Institut in Washington DC und von 2006 bis 2010 als Wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen. Sie forscht zum Umgang der Vereinten Nationen mit Staatenlosigkeit und Ideen universeller Zugehörigkeit nach den beiden Weltkriegen und den Rückwirkungen auf die nationalstaatliche Politik in West-Deutschland. 2007 publizierte sie ihre Dissertation zum Thema deutsch-jüdische Studentenverbindungen („Ehrensache. Jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten 1886-1937“, Wallstein-Verlag, Göttingen). Sie hat Geschichte, Soziologie und Europäische Ethnologie an den Universitäten Göttingen, Tel Aviv und Berlin studiert und an der Stiftung „Topographie des Terrors“ in Berlin, dem Franz Rosenzweig-Zentrum in Jerusalem und dem Simon Dubnow Institut in Leipzig gearbeitet.

Ralf Schlüter

Ralf Schlüter studierte Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und Geschichtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er schrieb Kritiken, Porträts und Reportagen für die Berliner Zeitung, die deutsche Ausgabe des Rolling Stone, die Wochenpost und Die Woche. Von 1999 bis 2000 war er Textchef beim Designmagazin form in Frankfurt am Main, dann wechselte er zum Kunstmagazin Art nach Hamburg. Von 2006 bis 2020 war er dort Stellvertretender Chefredakteur. In dieser Zeit veröffentlichte er Porträts, Kritiken, Essays und Reportagen; außerdem hatte er Lehraufträge an der Universität Hamburg und an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne. Seit 2013 Beschäftigung mit Audio-Formaten: Bis 2020 moderierte er die Sendung „Art Mixtape“ beim Internetradio ByteFM. Seit Oktober 2020 produziert er den Podcast „Zeitgeister“ zusammen mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius – eine Kulturgeschichte anhand einzelner Songs und Musikstücke. 2021 war er am Podcastprogramm „Die Erde spricht“ für das Beuys-Jubiläumsjahr beteiligt. 2022 erschien der Audio-Guide „Ulysses lesen“ zum Roman von James Joyce. 2021/22 war er Executive Editor des Handbuchs zur documenta fifteen. 2022 gründete er zusammen mit seiner Schwester Karin Bjerregaard Schlüter die Agentur kultur{}botschaft. Sie entwickelt Formate, kuratiert Konferenzen und begleitet Kulturinstitutionen in der digitalen Transformation: https://kulturbotschaft.berlin/.

Nora Sternfeld

Prof. Dr. Nora Sternfeld ist Kunstvermittlerin und Kuratorin. Sie ist Professorin für Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg. Von 2018 bis 2020 war sie documenta-Professorin an der Kunsthochschule Kassel. Von 2012 bis 2018 war sie Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki. Darüber hinaus ist sie Co-Leiterin des /ecm – Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Mitbegründerin und Teilhaberin von trafo.K, Büro für Bildung, Kunst und kritische Wissensproduktion (Wien) und seit 2011 Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (London). In diesem Zusammenhang war sie auch eine der künstlerischen Leiter:innen der Bergen Assembly 2016 und ist seit 2020 BAK Fellow, basis voor actuele kunst (Utrecht). Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Bildungstheorie, Ausstellungen, Geschichtspolitik und Antirassismus.

Margarita Tsomou

Prof. Dr. Margarita Tsomou ist griechische Kulturwissenschaftlerin und arbeitet von Berlin aus als Autorin, Dramaturgin, Moderatorin, Kuratorin und Professorin. Sie hat 2008 das popfeministische Missy Magazine mitgegründet, ist Kuratorin für Theorie und Diskurs am HAU Hebbel am Ufer in Berlin und Professorin für Zeitgenössische Theaterpraxis an der Hochschule Osnabrück. Zwei ihrer jüngsten kuratorischen Arbeiten sind z.B. die Reihe "Burning Futures: On “Ecologies of Existence” im HAU-Hebbel am Ufer und die Veranstaltungsreihe der Apatride Society im diskursiven Programm von Paul B. Preciado der Documenta 14.

Wolfgang Ullrich

Wolfgang Ullrich studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik in München, war von 2006 bis 2015 Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und lebt seither als Kunstwissenschaftler und freier Autor in Leipzig. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen sowie zu Konsumtheorie. Seit 2011 ist er Kolumnist bei „art - Das Kunstmagazin“, seit 2019 gibt er zusammen mit Annekathrin Kohout die Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach heraus. Jüngste Buchpublikationen: „Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens“ (Berlin 2019); „Feindbild werden. Ein Bericht“ (Berlin 2020); „Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie“ (Berlin 2022). Mehr unter www.ideenfreiheit.de .

Michael Wildt

Prof. Dr. Michael Wildt studierte nach einer Buchhändlerlehre und Berufstätigkeit im Rowohlt-Verlag Geschichte, Kulturwissenschaften und Evangelischen Theologie an der Universität Hamburg und wurde 1991 mit einer Dissertation zur Konsumgeschichte promoviert. Von 1992 bis 1997 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg und anschließend von 1997 bis 2009 am Hamburger Institut für Sozialforschung mit dem Arbeitsbereich Theorie und Geschichte der Gewalt. 2001 erfolgte die Habilitation mit einer Studie zum Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes. 2009 bis 2022 war Michael Wildt Professor für Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Für seine Arbeit wurde er mit dem Preis des Historischen Kollegs 2022 ausgezeichnet. Jüngste Veröffentlichungen von ihm sind: „Zerborstene Zeit. Deutsche Geschichte 1918-1945“ (München 2022); „Die Ambivalenz des Volkes. Der Nationalsozialismus als Gesellschaftsgeschichte“ (Berlin 2019) sowie „Volk, Volksgemeinschaft, AfD“ (Hamburg 2017). Gemeinsam mit Susan Neiman hat er den Band „Historiker streiten. Gewalt und Holocaust – Die Debatte“ 2022 herausgegeben.

Mi You

Prof. Dr. Mi You ist Professorin im Fachgebiet Kunst und Ökonomien an der Universität Kassel sowie dem documenta Institut. Ihre Forschungsinteressen umfassen Neuen und historischen Materialismus, performative Philosophie, sowie die Geschichte, politische Theorie und Philosophie Eurasiens. Sie arbeitet insbesondere zu dem Thema der Seidenstraße als Denkfigur für alte und neue Netzwerke und Technologien. Mi You ist international als Kuratorin tätig. Sie hat Ausstellungen am Asian Culture Center in Gwangju, Südkorea, dem Ulaanbaatar International Media Art Festival, Mongolei (2016), und am Zarya CCA, Vladivostok (2018) und dem Mill6 Centre for Heritage Arts and Textile, Hong Kong (2023) kuratiert. Mit Binna Choi leitet sie seit 2018 gemeinsam das Forschungs- und Kurationsprojekt “Unmapping Eurasia”. Politische Aspekte von Technologie und Zukunft liegen ihren Arbeiten zu “actionable speculations” zugrunde, etwa der Ausstellung “Sci-(no)-Fi”1 an der Akademie der Künste der Welt (2019) und “Lonely Vectors” am Singapore Art Museum (2022). Sie war ferner eine der Kurator_innen der 13. Shanghai Biennale (2020-2021). Zudem engagiert sich Mi You als Vorsitzende des Ausschusses für Medienkunst und Technologie des Common Action Forum.

Jürgen Zimmerer

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer ist Professor für Globalgeschichte mit den Schwerpunkt Afrika und Kolonialgeschichte an der Universität Hamburg, wo er seit 2014 die Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe" leitet. Von 2005 bis 2017 amtierte er als Gründungspräsident des Weltverbandes der Genozidforschenden, "International Network of Genocide Scholars, (INoGS)". 2020 erhielt er als erster Träger dessen ‚Liftetime Achievement Award ‘. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte der kolonialen Globalisierung, die Erinnerungsgeschichte und die vergleichenden Genozidforschung. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen „Deutsche Herrschaft über Afrikaner. Staatlicher Machtanspruch und Wirklichkeit im kolonialen Namibia“ (auch in engl. Übersetzung), „Von Windhuk nach Ausschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust“ (auch in engl. Übersetzung), „Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte“ (als Hrsg.), „Hamburg. Tor zur kolonialen Welt. Erinnerungsorte der (post-)kolonialen Globalisierung“ (als Mithrsg.) und „Climate Change and Genocide. Environmental Violence in the 21st Century“ (als Hrsg.).

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2023 an der HFBK Hamburg

Vom 10.-12. Februar präsentieren Studierende aus allen Schwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im AtelierHaus. Im dort ansässigen ICAT kuratiert Tobias Peper, Künstlerischer Leiter des Kunstvereins Harburger Bahnhof, eine Ausstellung mit HFBK-Masterstudierenden. Zudem stellen dort 10 Austauschstudierende des Goldsmiths, University of London ihre Arbeiten aus.

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

How to apply: Studium an der HFBK Hamburg

Vom 1. Februar bis 6. März 2023, 16 Uhr läuft die Bewerbungsfrist für ein Studium an der HFBK Hamburg. Alle wichtigen Infos dazu gibt es hier.

Symposium: Kontroverse documenta fifteen

Mit dem Symposium zur documenta fifteen am 1. und 2. Februar 2023 möchte die HFBK Hamburg Hintergründe und Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Standpunkte ins Gespräch bringen und eine Debatte ermöglichen, die explizit den Antisemitismus im Kunstfeld thematisiert. Die Veranstaltung bietet Raum für divergente Positionen und will Perspektiven für die Gegenwart und Zukunft des Ausstellungmachens eröffnen.

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Jahresende finden nochmals zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit HFBK-Kontext statt. Einige davon tragen wir hier zusammen. Auch einen kurzen Ausblick auf zwei Vorträge im Rahmen des Professionalisierungsprogramms im Januar finden sich in darunter.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?