2022/07/08: Graduate Show an der HFBK Hamburg mit Preisvergabe eröffnet
Gestern Abend eröffnete die Graduate Show an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit der Vergabe der Preise für die überzeugendsten Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten im Gesamtwert von 31.000 Euro. Nach zwei Jahren Pandemie konnte das Publikum erstmals wieder ohne Einschränkungen Malerei, Videoinstallationen, Skulpturen, Filme, Designobjekte und Bühnenszenarien im Hauptgebäude und Atelierhausneubau der HFBK entdecken und gemeinsam mit 130 Graduierten die Kunst feiern.
Neben dem begehrten Karl H. Ditze-Preis für die beste Bachelor- und Master-Abschlussarbeit (dotiert mit 2.500 Euro und 5.000 Euro) entschieden die Mitglieder der Kunstjury über die Verleihung des Förderstipendiums der Stiftung Stendar-Feuerbaum (im Wert von 3.600 Euro) sowie des Stipendiums zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses der Freien und Hansestadt Hamburg (im Wert von 15.000 Euro). Der sechsköpfigen Jury gehörten Kathrin Becker (Künstlerische Direktorin Kindl Berlin), Andreas Beitin (Direktor Kunstmuseum Wolfsburg), Iris Kadel (Galeristin Kadel Willborn Düsseldorf), Peju Layiwola (Künstlerin und Professorin, University of Lagos) sowie Milan Ther (Direktor Kunstverein Hamburg) und Sung Tieu (Künstlerin und Absolventin der HFBK Hamburg) an.
Darüber hinaus sichteten und diskutierten Filmproduzent Dirk Decker, Filmemacherin und HFBK-Absolventin Vanessa Nica Mueller sowie Filmkritikerin Arabella Wintermayr 18 Abschlussfilme, die mit Mitteln der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein entstanden sind, um den gelungensten mit dem HFBK-Filmpreis, gestiftet von der Hamburgischen Kulturstiftung (in Höhe von 5.000 Euro) zu prämieren. HFBK-Präsident Martin Köttering und Gesa Engelschall als Geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung überreichten die Preise. Noch bis Sonntag sind alle Abschlussarbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenraum, Design, Film, Grafik, Fotografie sowie Malerei und Zeitbezogene Medien in den Gebäuden der HFBK am Lerchenfeld zu sehen.
Zu den prämierten Arbeiten:
Tatsuya Sugimoto (BFA bei Prof. Martin Boyce, Raum K29) - Karl H. Ditze-Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit
Die Rauminstallation „Transit“ von Tatsuya Sugimoto hat die Jury durch ihre sensible Präzision, ihren latenten Witz und ihre reife Poesie überzeugt. Dabei mündet eine tiefgehende Reflektion auf die Gegebenheiten des architektonischen Raumes in konzeptuelle Eingriffe, bei denen mitunter ein hoher Aufwand und ein kaum messbares Ergebnis eine Synergie bildet.
Saray Purto Hoffmann (MFA bei Prof. Pia Stadtbäumer, Raum K14) – Karl H. Ditze-Preis für die beste Master-Abschlussarbeit
Materielle Präsenz und inhaltliche Vielschichtigkeit machen die Arbeit „Il trasloco“ zu einer starken skulpturalen Position. Wortwörtlich geht es um einen Umzug und den Umgang mit persönlichen Habseligkeiten sowie um die Frage, woran wir hängen oder welche Last Besitz darstellen kann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Fluchtbewegungen kann die Arbeit aber auch ganz anders gelesen werden: durch Farbüberzug und geballte Materialität der zusammengebundenen Objekte wird ihnen eine Vergänglichkeit zuteil, die den schmerzhaften Verlust von Eigentum thematisiert, das Zurückgeworfensein auf die nackte Existenz.
Kristina Kröger (BFA bei Prof. Martin Boyce, Raum K26) – Förderstipendium der Stiftung Stendar-Feuerbaum
Die Installation von Kristina Kröger begeisterte die Jury durch den nachhaltigen wie reflektierten Umgang mit Material in Relation zum Ort der Präsentation. Ihre Skulpturen, die sie aus Holzresten von Haushaltsauflösungen konzipierte, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen minimaler Formensprache und gedanklicher Konkretheit, wobei die transformierende Kraft der Künstlerin mittels präziser Setzung im Raum zur vollen Entfaltung kommt.
Moritz Haas (MFA Prof. Anselm Reyle, Raum 220) – Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses
Die Videoinstallation „The Orange Light“ von Moritz Haas schafft einen überzeugenden Dialog zwischen dem realen Ausstellungsraum und der fiktiven Erzählung im Film. Gleichzeitig kommt hierin ein höchst aktuelles Gefühl der Entfremdung und des Andersseins in einer atmosphärisch dichten Inszenierung, die verschiedene Medien synthetisiert, zur Sprache, die Jury und Publikum gleichermaßen in ihren Bann schlägt.
Sandra Makhlouf (BFA Prof. Angela Schanelec, Aula 9.7., 18 Uhr) – HFBK-Filmpreis, gestiftet von der Hamburgischen Kulturstiftung
In „Živá Voda / The Living Water“ (DE/SK 2022, Spielfilm, 25 Min. HD, Farbe) von Sandra Makhlouf geht es um Rückkehr an einen Ort, der keine Heimat mehr ist, vielleicht niemals war. Ein Verwaltungsakt zur Bestätigung der Identität der Protagonistin steht im starken Kontrast zu dem Gefühl der Entfremdung, das sie empfindet. Die Kombination von formaler Genauigkeit und einer melancholischen Grundstimmung, die immer wieder subtil durch Humor gebrochenen wird, hat die Jury im besonderen Maße begeistert.
Außerdem zu sehen:
Ausstellung von Amna Elhassan, Galerie im Atelierhaus
Amna Elhassan (* 1988, Khartum, Sudan) ist aktuell Gastlektorin im Rahmen der Art School Alliance an der HFBK Hamburg. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit der Wahrnehmung des weiblichen Körpers im öffentlichen und privaten Bereich auseinander und greift dabei auf unterschiedliche Medien wie Druckgrafik und Malerei zurück. Zu ihren letzten Ausstellungen zählten: Egypt Int'l Art Fair in Kairo; Afriart Gallery in Kampala, Uganda; Journées d'Art Contemporain de Carthage JACC, Tunis oder National Museum of Sudan, Khartoum u.a.
Ausstellung der „ukrainian class“, Raum 214
Als eine der ersten Hochschulen in Deutschland hat die HFBK Hamburg im Februar 2022 ein Studienprogramm für geflüchtete Kunststudierende aus der Ukraine entwickelt, die nun zur Graduate Show ausstellen. Mit Arbeiten von Oleksandra Atamas (Dnipro), Olha Bielous (Kyiv), Lesia Hudz (Kyiv), Sofiia Klymenko (Kharkiv), Daria Maiier (Kyiv), Nadiia Mykhailiuk (Kyiv), Darya Penkova (Kyiv), Varvara Perehinets (Kalush), Kristina Shuster (Lviv), Vladyslava Shuster (Lviv), Rima Sirenok (Cherkassy), Alisa Sizykh (Kharkiv), Anastasiia Suprun (Kyiv), Anna Tychynina (Dnipro), Kaeryna Uvarova (Kharkiv), Sofia Varitch (Kyiv), Liliya Vityaz (Kyiv), Anastasia Yakotsova (Kyiv), Inga Zhaivoronska (Kharkiv).
HFBK – Graduate Show 2022
Ausstellung | Fr – So | 8. bis 10. Juli 2022 | täglich 14 bis 20 Uhr | Eintritt frei
Führungen täglich | (dt) 16 und 18 Uhr | (engl) 16 Uhr | kostenfrei und ohne Anmeldung
Kinderführung (ab 6 Jahre) | Sa + So 16 Uhr | kostenfrei und ohne Anmeldung
Ort | HFBK Hochschule für bildende Künste | Lerchenfeld 2 + 2a | Wartenau 15
Final Cut-Filmprogramm in der Aula: https://hfbk-hamburg.de/de/aktuelles/kalender/final-cut-2022/
Pressekontakt
- Sabine Boshamer
- Raum:145a Le
- Telefon: +49 40 23 85 82 205
- Mail:presse@hfbk.hamburg.de
Downloads
Tatsuya Sugimoto, Transit, 2022; Foto: Tim Albrecht
Saray Purto Hoffmann, Il trasloco, 2022; Foto: Tim Albrecht
Saray Purto Hoffmann, Il Trasloco, 2022, Skulpturen im Raum; Foto: Tim Albrecht
Abschlussarbeit von Kristina Kröger; Foto: Tim Albrecht
Moritz Haas, The Orange Light, 2022, Videoinstallation; Foto: Tim Albrecht
Moritz Haas, The Orange Light, 2022, Videoinstallation, Still
Sandra Makhlouf, Živá Voda / The Living Water, DE/SK 2022, Spielfilm, 25 Min., HD, Farbe
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