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2020/11/04: 13. HISCOX Kunstpreis an HFBK-Studentin Katja Pilipenko verliehen

Die Arbeit Synonyms von Katja Pilipenko wurde gestern mit 5.000 Euro prämiert

Gestern Abend wurde der 13. Hiscox Kunstpreis von der Expertenjury und der Hiscox-Vertreterin Janna-Lena Baierle unter den zwölf nominierten Künstlerinnen und Künstlern in der Aula der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) im Beisein von HFBK-Präsident Martin Köttering und des per Live-Stream zugeschalteten Publikums verliehen. In einer Ausstellung sind hierfür Malerei, Skulpturen, Installationen sowie Videoarbeiten präsentiert, die sowohl vor Ort als auch in der Online-Galerie der HFBK Hamburg zu erleben sind.

Der Jury, die in diesem Jahr die Preisträgerin bestimmte, gehörten der Direktor der Hamburger Kunsthalle Prof. Dr. Alexander Klar, die freie Kuratorin und Leiterin des CuratorLab an der Stockholmer Kunstakademie Konstfack Joanna Warsza und die Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig Franciska Zólyom an. Nach einem Rundgang, bei dem alle künstlerischen Arbeiten vorgestellt wurden, einigte sich die Jury auf Synonyms von Katja Pilipenko (Klasse Prof. Martin Boyce) als besonders herausragende wie anregende Arbeit und vergab hierfür den Hiscox Kunstpreis in Höhe von 5.000 Euro. Zwei lobende Erwähnungen verbunden mit einer Anerkennung in Höhe von je 1.250 Euro erhielten Amy Maga (Klasse Prof. Thomas Demand) und Chenxi Zhong (Klasse Prof. Pia Stadtbäumer).

Über die prämierte Arbeit von Katja Pilipenko:
Anhand der Berichterstattung über politische Ereignisse, über ökonomische oder gesellschaftliche Zusammenhänge untersucht Katja Pilipenko den Sprachgebrauch der Medien und sammelt fortlaufend Begriffe. Ihre Arbeit Synonyms besteht aus 40 Lentikulardrucken, auf denen jeweils zwei dieser Begriffe zu lesen sind. In der Tradition von Vexier- oder Kippbildern erzeugen die Tafeln Irritation und Mehrdeutigkeit – je nach Position der Betrachter*innen. Die antagonistische Verbundenheit auf formaler Ebene setzt sich auf der Bedeutungsebene fort. Katja Pilipenko betrachtet Kunst als „counter-information“ und lädt die Betrachter*innen zum Nachdenken ein: Ist beispielsweise „illiberale Demokratie“ denkbar? Ist es ein Widerspruch in sich oder schlicht und einfach eine euphemistische Umschreibung für „Autoritarismus“? Die Jury zeigte sich von dieser Arbeit in besonderem Maße überzeugt, weil sie eindrücklich verdeutlicht, wie Begriffe in unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens Gewalt normalisieren und wie wichtig es ist, sich zuhörend, sprechend und handelnd immer wieder aktiv zu positionieren.

Für den diesjährigen Hiscox Kunstpreis waren angetreten: Manuel Funk, Moritz Haas, Paula Hoffmann, Stephanie Jacobs, Helene Kummer, Amy Maga, Esteban Pérez, Marie Pietsch, Katja Pilipenko, Jakob Sitter, Chenxi Zhong, Laura Ziegler+hhintersection. An den präsentierten künstlerischen Positionen beeindruckte die Jury speziell die Verletzlichkeit, die in manchen Arbeiten deutlich wird, der Versuch, sich mit anderen solidarisch zu zeigen und gemeinsam eine Stimme zu erheben, und die Spekulation über mögliche Welten und Formen des Zusammenlebens. . Die Ausstellung zum 13. Hiscox Kunstpreis ist am Samstag, den 7. November 2020, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher*innen können die künstlerischen Arbeiten zudem virtuell in der Online-Galerie der HFBK dauerhaft besichtigen.

Kunst nimmt bei Hiscox traditionell eine wichtige Stellung ein und so fördert der Spezialversicherer seit Jahrzehnten international junge Künstler*innen. Seit 2008 kann auch Hiscox Deutschland auf einen eigenen Förderpreis blicken, der in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg 2020 zum 13. Mal vergeben wird. Der Hiscox Kunstpreis für junge Nachwuchskünstler*innen ist insgesamt mit 7.500 Euro dotiert. Neben der finanziellen Förderung in Form eines Preisgeldes wird den Nominierten zusätzlich ermöglicht, ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen und in einem durch die Grafikklasse der HFBK gestalteten Katalog sowie auch in einer 3D-Online-Galerie zu präsentieren. Durch dieses leidenschaftliche Engagement leistet Hiscox einen wichtigen Beitrag für eine unabhängige Entwicklung herausragender Studierender zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere, was nicht zuletzt in gesellschaftlichen Krisenzeiten von unschätzbaren Wert ist.

-> Die Hiscox-Preisverleihung wurde im Livestream aufgezeichnet und kann nachträglich hier angesehen werden.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentieren die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Dank der gelockerten Corona-Bestimmungen freuen wir uns auf Publikum und anregende Gespräche über die Kunst.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?