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2018/07/13: Absolventenausstellung an der HFBK Hamburg mit Preisvergabe eröffnet

Absolventenausstellung an der HFBK Hamburg mit Preisvergabe eröffnet

Verena Buttmann erhält Karl H. Ditze-Preis und Iason Roumkos das Nachwuchsstipendium

Gestern Abend eröffnete die Absolventenausstellung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit der Vergabe des Karl H. Ditze Preises in Höhe von 7.500 Euro für die beste Bachelor-Abschlussarbeit an Verena Buttmann. Das Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses in Höhe von 15.000 Euro ging an den Master-Absolventen Iason Roumkos. Die externe Jury traf ihre Auswahl aus 150 gezeigten Positionen und würdigt mit den Preisen die besondere künstlerische Eigenwilligkeit und Ausdruckskraft der prämierten Arbeiten. Noch bis Sonntag sind alle Abschlussarbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenraum, Design, Film, Grafik, Fotografie sowie Malerei und Zeitbezogene Medien in den Gebäuden der HFBK am Lerchenfeld zu sehen.

Zu den prämierten Arbeiten:

Verena Buttmann (Bachelor bei Prof. Jeanne Faust) – Karl H. Ditze Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit

Mit Verena Buttmanns „Der Auftritt“ (2018, 21 min, Video) würdigt die Jury eine künstlerische Arbeit, die mit einfachsten Mitteln und größter Konsequenz die sprachlichen Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens dekonstruiert. Auf den ersten Blick gleicht ihre 20-minütige filmische Erzählung dabei jenen tausendfach wiederholten Beziehungsdialogen, in denen sich Alltag, erzwungene Liebesbekenntnisse und Intimität täglich vorhersehbar ausdrücken. In Wahrheit aber ist „Der Auftritt“ ein Kunststück der Verfremdung. Einerseits werden beide Partner von der gleichen standardisierten Frauenstimme synchronisiert, bis alle Geschlechterunterschiede verblassen. Zum anderen gleitet die Kamera mit so beharrlicher Nahsicht an der Mimik der Protagonisten entlang, dass die Bilder sich grotesk verselbständigen. Am Ende ist Buttmanns Film keine Komödie zwischen zwei Menschen, sondern ein lakonisches Protokoll typisierter Blicke und exaltierter Gesten, die exemplarisch zeigen, wie unsere private Kommunikation funktioniert. Die Floskeln und Formeln ziehen die Betrachter immer soghafter in den Film hinein, bis inmitten der intimsten menschlichen Nähe allein das formelhafte Sprechen übrig bleibt.

Iason Roumkos (Master bei Prof. Michaela Melián) – Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses

Das Nachwuchsstipendium erhält der Audiokünstler Iason Roumkos, der seinen Abschluss gleichfalls wie Verena Buttmann im Studienschwerpunkt Zeitbezogenen Medien gemacht hat. Seine Multikanal-Sound-Installation „Iason Island“ baut sich in überzeugender Präsenz und gleichzeitiger Unsichtbarkeit während ihrer zwanzigminütigen Aufführung als Klangperformance im Raum auf. Aus Sicht der Jury stellt sie die fragilste und komplexeste Arbeit unter den Abschlüssen da und überzeugt durch den souveränen Umgang des Künstlers mit dem Raum und dessen antihierarchischer Erschließung. Die Installation besteht aus fünfzehn unscheinbar von der Decke hängenden Lautsprechern, die in polyphoner Abmischung eine Klangkulisse aufbauen. Diese erschließt sich für das Publikum nur durch die eigene Bewegung im Raum. Der Künstler ergänzt die Klangerzählung aus der Raummitte heraus mit seiner Stimme, wobei seine zurückgenommene Präsenz nachhaltig beeindruckt.

Die Jury 2018

Tulga Beyerle (Direktorin des Dresdner Kunstgewerbemuseums), Eva Birkenstock (Leiterin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf), Gerrit Gohlke (Publizist und Leiter des Brandenburgischen Kunstvereins Potsdam), Radek Krolczyk (freier Autor und Inhaber der Galerie K´ in Bremen), Katrin Mayer (Absolventin der HFBK) und Carola Wagenplast (Absolventin der HFBK, arbeitet unter dem Namen „Jochen Schmith“).

Die Karl H. Ditze Stiftung

Karl H. Ditze (1906–1993), Gesellschafter und langjähriger Geschäftsführer des Unternehmens rotring (Schreib- und Zeichengeräte), hatte die Karl H. Ditze Stiftung 1979 gegründet. Seitdem werden jährlich vier Hamburger Hochschulen sowie karitative Projekte von der Stiftung gefördert. Neben der Unterstützung der Internationalen Mobilität der Studierenden engagiert sich die Stiftung besonders für die Förderung begabter Studierender. Die Verleihung des Karl H. Ditze Preises im Rahmen der Absolventenausstellung der HFBK erfolgte erstmals 1998 und ist nunmehr seit 20 Jahren fester Bestandteil des Eröffnungsabends.

Ausstellung: 13. – 15. Juli 2018 | täglich 14 bis 20 Uhr

Öffentliche Führungen: (dt.) täglich 16 + 18 Uhr | (engl.) 15. Juli, 17 Uhr; Führungen für Schulkinder ab 6 Jahre | 14. + 15. Juli 2018 | 16 Uhr

Ort: HFBK Hochschule für bildende Künste | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg