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2017/07/13: Pressemitteilung zur Festwoche zum 250. Gründungsjubiläum der HFBK

Absolventenausstellung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg eröffnet, mit Vergabe des Karl H. Ditze Preises und des Nachwuchsstipendiums

Im Rahmen der Festwoche zum 250. Gründungsjubiläum der HFBK wurde heute während der Eröffnung der Absolventenausstellung der Karl H. Ditze-Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit an das Duo Lea Maria Burkhalter und Marlene Lockemann (1. Preis in Höhe von 5.000 Euro) und an Finja Delz (2. Preis in Höhe von 2.500 Euro) verliehen. Die von zwei externen Jurys vergebenen Preise würdigen die besondere künstlerische Qualität und Ausdruckskraft der Abschlussarbeiten. Das Preisgeld betrug insgesamt 7.500 Euro. Das Stipendium zur Förderung des künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses der Hamburger Hochschulen in Höhe von 15.000 Euro ging an die Master-Absolventin Katja Lell.

Bis Sonntag, 16. Juli 2017, sind die rund 130 Abschlussarbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenraum, Design, Film, Grafik, Fotografie sowie Malerei und Zeitbezogene Medien im Hauptgebäude der HFBK am Lerchenfeld zu sehen, darunter selbstverständlich auch die Arbeiten der Preisträgerinnen. Die Absolventenausstellung ist in diesem Jahr eingebettet in die Jubiläumsfestwoche: Diese begeht die HFBK zusammen mit ihren 14 internationalen Partnerhochschulen der Art School Alliance, die in der Finkenau 42 die Ergebnisse des Festivals »ASA@work« präsentieren. Außerdem werden im Gebäude Wartenau 15 die Semesterabschlussarbeiten des Vorstudienprogramms »Artistic and Cultural Orientation« für künstlerisch begabte Geflüchtete gezeigt.

Am Freitag, 14. Juli 2017, nähert sich eine Vortragsreihe unter dem programmatischen Titel Überlebensrate 4% – Aktuelle Frontberichte aus der Kunstakademie dem Phänomen, dass sich die Attraktivität eines Kunststudiums mit 5.000 Studienanfängern jährlich auf hohem Niveau hält bei bekanntermaßen unsicheren Erfolgsaussichten. Mit Werner Büttner, Diedrich Diederichsen, Walter Grasskamp, Annette Tietenberg, Wolfgang Ullrich, Bettina Uppenkamp.

Am Samstag, 15. Juli 2017, widmet sich das Symposium (Mit) Pflanzen kartographieren – Mapping (with) plants Fragen, die das realzeitliche Moment des Blicks auf Pflanzen mit dem auf ihre Repräsentationen verknüpfen. Es geht etwa um die Domestizierung des Wildwuchses, Denkmodelle der Brache und des notwendig Unproduktiven, um Pflanzen, Saatgut und Territorien als Machtkonstellation und um die zunehmende Verschaltung von Mensch und Maschine. Mit Marie-Luise Angerer, Jimmie Durham, Petra Lange-Berndt, Sara Lindeborg, Hanne Loreck, Pia Rönicke u.a.

Zu den Preisträgerinnen:

Lea Maria Burkhalter und Marlene Lockemann (Bachelor bei Prof. Raimund Bauer) – 1. Karl H. Ditze Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit in Höhe von 5.000 €
Das Duo Burkhalter und Lockemann aus der Bühnenraum-Klasse von Prof. Raimund Bauer überzeugte die Jury mit ihrer installativen Arbeit, die an der Schnittstelle zwischen Kunst und Theater operiert und dem Betrachter eine aktive Rolle zuweist. Damit einhergehend gelingt es ihnen, die beiden Bereiche zu dekanonisieren – und dies gepaart mit gesprochenen Fragmenten aus dem mehr als kanonischen Stück »Warten auf Godot« von Samuel Beckett.

Finja Delz (Bachelor bei Prof. Jesko Fezer) – 2. Karl H- Ditze Preis für die beste Bachelor-Arbeit in Höhe von 2.500 €
Noch unter dem Eindruck der einseitigen Berichterstattung und Bildpolitik des G20-Gipfels, in der wesentliche Kritikpunkt außer Acht gelassen wurden, beeindruckte die Jury das kollaborative Projekt, an dem die Absolventin aus dem Studio experimentelles Design von Prof. Jesko Fezer mitgewirkt hat, aufgrund seiner vielfältigen, auf Diskursivität angelegten Aktionen während des Gipfels im Hamburger Stadtgebiet. Hier wird ein Begriff von Design vertreten, der über ein traditionelles Design-Verständnis hinausgeht, insofern gerade keine Lösungen vorgegeben werden, sondern es vielmehr um eine kritische Reflexion der gesellschaftlichen Gestaltung geht.

Katja Lell (Master-Abschluss bei Prof. Jeanne Faust) – Stipendium zur Förderung des künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses in Höhe von 15.000 €
In der Dunkelheit eines Zimmers versprechen vielfarbige Flüssigkristalle dem Bewohner die Veränderung des Selbst durch meditative Versenkung in den Bildschirm. Die Stimme zum omnipräsenten Screensaver Flurry verkündet: »Change is possible«. Eine heute alltägliche Situation wird in der Videoarbeit 39 seconds latency time (9 min, color, HD) von Katja Lell exemplarisch und reflektiert auf präzise und elegante Art die ambivalente Erfahrung der digitalen Gegenwart und ihrer Versprechungen, in der die Probleme zur Therapie und die Therapie zum Problem geworden ist.

Mitglieder der Jury waren: 

Elena Agudio | Kuratorin, künstlerische Direktorin der Association of Neuroesthetics und Co-Direktorin von SAVVY Contemporary, Berlin
Meike Behm | Direktorin und Geschäftsführung Kunsthalle Lingen
Anselm Franke | Kurator, Kritiker und Leiter Bereich Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Carsten Probst | Kunstkritiker u.a. Deutschlandfunk Kultur
Susanne Winterling | Künstlerin, HFBK-Absolventin und Professorin für Bildhauerei an der HfG Offenbach
Dr. Oliver Zybok | Direktor der Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 
Uwe Toben | Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Karl H. Ditze Stiftung

Die Karl H. Ditze Stiftung

Karl H. Ditze (1906–1993), Gesellschafter und langjähriger Geschäftsführer des Unternehmens rotring(Schreib- und Zeichengeräte), hatte die Karl H. Ditze Stiftung 1979 gegründet. Seitdem werden jährlich vier Hamburger Hochschulen sowie karitative Projekte von der Stiftung gefördert. Neben der Unterstützung der Internationalen Mobilität der Studierenden engagiert sich die Stiftung besonders für die Förderung begabter Studierender. Die Verleihung des Karl H. Ditze Preises im Rahmen der Absolventenausstellung der HFBK erfolgte erstmals 1998 und ist mittlerweile fester Bestandteil des Eröffnungsabends.


HFBK – Absolventenausstellung 2017 im Rahmen der Festwoche zum Gründungsjubiläum der HFBK

Ausstellung | 14. – 16. Juli 2017 | täglich 14 bis 20 Uhr
Öffentliche Führungen | täglich 16 und 18 Uhr
Führungen für Schulkinder ab 6 Jahre | 15. und 16. Juli 2015 | 16 Uhr
Programm der Festwoche: www.hfbk-hamburg.de/250/

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?