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Symposiumsbericht aus dem Lerchenfeld #49: Ideologische Kleptomanie

Eine internationale Ausstellungskooperation zum Werk des langjährigen HFBK-Professors KP Brehmer anlässlich seines 80. Geburtstags macht zurzeit Station in der Hamburger Kunsthalle. Begleitend dazu fand im Mai 2019 ein öffentliches Symposium statt

Die Ausstellung KP Brehmer Kunst (ungleich) Propaganda, eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Nürnberg, der Hamburger Kunsthalle, dem Gemeentemuseum Den Haag und Arter Istanbul, ist nicht die erste Würdigung, die das Werk von KP Brehmer in jüngster Zeit erfahren hat: 2014-15 fand die erste umfassende Werkschau Brehmers in Großbritannien, KP Brehmer. Real Capital-Production bei Raven Row in London große Beachtung. Als KP Brehmer 1971 an die HFBK Hamburg kam, wo er bis zu seinem frühen Tod 1997 lehrte, hatte er eine Ausbildung als Reproduktionstechniker abgeschlossen und an der Werkkunstschule in Krefeld sowie der Kunstakademie Düsseldorf freie Grafik studiert. Er besaß somit das Rüstzeug für einen künstlerischen Umgang mit gesellschaftlichen und politischen Alltagsbildern, die er als „ideologische Kleptomanie“ bezeichnete: „Ich bin der Ansicht, dass der einzige Fortschritt der Kunst der ist, die ganze Intensität vom Ich auf das Wir zu verlegen. Sozusagen durch ideologische Kleptomanie müssen wir in die bürgerliche Kultur eingreifen, indem der Wert des persönlichen Eigentums, der der künstlerischen Schöpfung innewohnt, gemindert wird. Das ist durch die Verweigerung der ‚Schöpfung‘ durch das Zitat möglich.“, schrieb er in einem Typoskript. Die Frage, ob KP Brehmer wirklich bei diesem Vorsatz geblieben ist und ob sein Umgang mit Zitaten nicht doch ein schöpferischer war, wurde im Laufe des Symposiums in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder aufgegriffen.

In seinem Abendvortrag zum Auftakt in der Aula der HFBK Hamburg fragte Kolja Reichert, Journalist und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nach dem Verhältnis von zeitgenössischen Künstler*innen zu KP Brehmer. Selbst einer viel jüngeren Generation angehörend, sei ihm das Werk KP Brehmers auf der Istanbul Biennale 2009 oder auf der Kunstmesse FRIEZE immer in Verbindung mit Positionen junger Künstler*innen begegnet. Brehmers Strategie der Sichtbarmachung, von ihm selbst „Sichtagitation“ genannt, ist verwandt mit den Zeichnungen von Mark Lombardi oder den Recherchen Trevor Paglens. Andrea Frasers Studie zum Verhältnis von Spenden und Mitgliedschaften in Museumsvorständen (Museums, Money and Politics, 2016) erinnert auch formal an die Grafiken KP Brehmers. Auch die Aktualisierung recherchebasierter Kunst bei Simon Denny, der inzwischen seinerseits als Professor an der HFBK Hamburg lehrt, kann im Zusammenhang mit KP Brehmers Werk gesehen werden: So betreibt Denny Mimikry mit den untersuchten Organisationen, indem er zum Beispiel die Ästhetik der NSA in Objekte übersetzte. Im Vergleich dazu seien KP Brehmers Arbeiten immer noch „kunsthaft“, so Kolja Reichert, bezugnehmend auf Kerstin Stakemeiers Bemerkung im Katalogbeitrag zur Londoner Ausstellung, das Werk KP Brehmers werde mit dem Altern eher dokumentarisch als kunsthaft . In einem ebenfalls im Londoner Katalog publizierten Interview, das KP Bremer 1974 seinem HFBK-Kollegen Georg Jappe gab, beharrt er darauf, dass sein Arbeitsbereich die Kunst sei. Seine Arbeiten seien so etwas wie Maße, die man gegen die Kunst und die Wirklichkeit halten kann, so Kolja Reichert. Sie seien Sichtverschärfer, Kalibrierungsinstrumente, die sich mit der Post-Internet-Art messen können.

Mit Überlegungen zur „Kunsthaftigkeit“ ging es am Sonntagmorgen in der Hamburger Kunsthalle weiter. Björn Egging, Konservator im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, diskutierte die Arbeitsweise Brehmers zwischen den beiden Polen des Autonomie-Modells von Clement Greenberg und der Theorie der Avantgarde von Peter Bürger. Aus dem Publikum wurden Zweifel geäußert, ob Autonomie ein geeigneter Begriff sei. KP Brehmer habe bildautonom gedacht, das war in dieser Runde Konsens, er habe „Lust am Bild“ gehabt und nicht nur daran, die Welt zu verändern. Der Berliner Kunsthistoriker Michael Glasmeier stellte in seinem Vortrag eine überzeugende und erhellende Verbindung zwischen KP Brehmers und Aby Warburgs Briefmarken her, auch wenn diese keine unmittelbare sein kann, denn die neuzeitliche Warburg-Rezeption setzte erst Ende der 1970er Jahre ein. KP Brehmers Appropriation einer Hitler-Briefmarke, die er zum Tafelbild aufblies, der ersten Arbeit der Briefmarken-Werkgruppe, entsprach einer in der Pop Art gängigen Maßnahme. Sie löst sich aber auch von dieser, indem sie eine schuldhafte Vergangenheit aufruft. Als nationalstaatliche Symbole boten Briefmarken KP Brehmer eine Steilvorlage für die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart. Aby Warburg (1866-1929) betrachtete Briefmarken, die er zeitlebens leidenschaftlich sammelte, als eigenständige Kunstwerke und Felder politischer Ikonografie. In seinem Mnemosyne Atlas nehmen sie eine wesentliche Stellung in der kritischen Analyse von Bildformen über Kulturen und Zeiten hinweg ein. Glasmeier verglich Warburgs Methode mit KP Brehmers grafischen Techniken, dem Blow Up, aber auch der präzisen Komposition, in der Bilder, Zahlen, Schriften und Stempel als Readymades eingesetzt wurden. Beide machen einen Denkraum des Oppositionellen sichtbar.

Daniela Stöppel, Professorin am Institut für Kunstgeschichte der LMU München, näherte sich dem Werk KP Brehmers aus der Perspektive der Geschichte der Abstraktion und der Informationsgrafik und schlug damit zugleich eine Brücke zwischen KP Brehmer und zeitgenössischem, kritischem Grafikdesign. Bereits in den 1920er Jahren gab es Kritik an der der noch jungen Methode der Bildstatistik. Otto Neurath versuchte, mit der Wiener Methode eine weniger manipulative Alternative zu den bisherigen Verfahren zu schaffen. KP Brehmer, der als ausgebildeter Grafiker mit großer Wahrscheinlichkeit auch Otto Neurath kannte, benutzte allerdings ausschließlich verzerrende Formate der grafischen Darstellung. Es lassen sich verschiedene Typen der Visualisierung ausmachen: Kurven, die er gern durch Ausfüllen des Zwischenraums in flächige Gebilde verwandelte, heraldische Farbsysteme, Kartografien, Farbskalen oder Farbwechsel-Schemata, bei dem der gleiche Gegenstand in unterschiedlichen Farbwerten wiedergegeben wird. Es ist davon auszugehen, dass KP Brehmer sich bewusst dafür entschied, die manipulative Kraft bildgebender Verfahren offenzulegen, so Daniela Stöppel. Es wäre eine interessante Frage, wie sich KP Brehmer zur heutigen Omnipräsenz digitaler Infografik verhalten hätte.

Petra Lange-Berndt, Professorin am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg, wies in ihrem Vortrag unter anderem darauf hin, wie wichtig KP Brehmer die Utopie und die Kommunikation gewesen sei. In der zweiteiligen Arbeit Rosa Luxemburg von 1973 läuft beides zusammen. Damals waren die Ausstellungsbesucher*innen aufgefordert, auf der mit Tafelfarbe grundierten Hälfte Kommentare zu politischen motivierten Morden der jüngeren deutschen Geschichte Stellung zu nehmen. Die Kommentare von 1973 sind nun Teil des Werkes und nicht mehr veränderbar. Doch parallel zur Ausstellung wurde es wieder geöffnet. Auf Instagram unter @KP_Brehmer kann das Bild nun wieder kommentiert werden.

Julia Mummenhoff

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2022, Blick in die Klasse Pia Stadtbäumer; Foto: Lukas Engelhardt

Jahresausstellung 2023 an der HFBK Hamburg

Vom 10.-12. Februar präsentieren Studierende aus allen Schwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im AtelierHaus. Im dort ansässigen ICAT kuratiert Tobias Peper, Künstlerischer Leiter des Kunstvereins Harburger Bahnhof, eine Ausstellung mit HFBK-Masterstudierenden. Zudem stellen dort 10 Austauschstudierende des Goldsmiths, University of London ihre Arbeiten aus.

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

Begutachtung der eingereichten Mappen durch die Aufnahmekommission

How to apply: Studium an der HFBK Hamburg

Vom 1. Februar bis 6. März 2023, 16 Uhr läuft die Bewerbungsfrist für ein Studium an der HFBK Hamburg. Alle wichtigen Infos dazu gibt es hier.

Symposium: Kontroverse documenta fifteen

Mit dem Symposium zur documenta fifteen am 1. und 2. Februar 2023 möchte die HFBK Hamburg Hintergründe und Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Standpunkte ins Gespräch bringen und eine Debatte ermöglichen, die explizit den Antisemitismus im Kunstfeld thematisiert. Die Veranstaltung bietet Raum für divergente Positionen und will Perspektiven für die Gegenwart und Zukunft des Ausstellungmachens eröffnen.

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Jahresende finden nochmals zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit HFBK-Kontext statt. Einige davon tragen wir hier zusammen. Auch einen kurzen Ausblick auf zwei Vorträge im Rahmen des Professionalisierungsprogramms im Januar finden sich in darunter.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?