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Le Monde Problématique: Debattenrundschau vom 16. September

Willkommen zu meiner Debattenrundschau vom 16.09.2019!

Die zunehmende gesellschaftliche und politische Anerkennung des menschengemachten Klimawandels als existenzielles Problem für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation stellt die Kunst vor fundamentale Fragen. Die Kunstauffassung liberaler Demokratien basiert auf einer besonderen Wertschätzung der Freiheit. Man könnte die Sphäre der Kunst als den „Wilden Westen“ der liberalen Demokratie bezeichnen, was in vielerlei Hinsicht ein passendes Bild ist: Im gleichen Maße, wie in den vergangenen Jahren die dunklen Seiten der Gründung der USA verstärkt in den Blick geraten sind, so erscheinen auch die Grundwerte der Kunst zunehmend problematisch zu werden: Ihre institutionalisierte Anarchie, ihre permanenten Regelbrüche, ihre Überschüssigkeit und die ihr immanente Verschwendung scheinen angesichts einer drohenden Menschheitskatastrophe nicht mehr als Verheißung zu funktionieren, sondern erscheinen eher als dekadente Verantwortungslosigkeit. In Anbetracht einer solch fundamentalen Krise stellt sich für immer mehr Menschen nicht mehr die Frage, wie viel Freiheit sich eine Gesellschaft leisten will, sondern wie viel sie sich überhaupt noch leisten darf.
Dazu ein etwas überspitztes Gedankenspiel: Vielleicht wird man in einigen Jahrzehnten die Kunst seit der Moderne bis hinein in die späten 2010er Jahre als ähnlich problematisch ansehen, wie wir gegenwärtig die Kunst des Nationalsozialismus: Als ästhetischer Ausdruck einer moralisch verabscheuungswürdigen, zerstörerischen Ideologie. Sie könnte als Symptom einer katastrophalen zivilisatorischen Fehlentwicklung betrachtet werden, in der die Feier einer (ökonomischen) Freiheit um ihrer Selbst willen zu einer gedankenlosen, ausbeuterischen und maßlosen Steigerungslogik geführt hat, welche die natürlichen Ressourcen der Erde verantwortungslos aufgebraucht und damit die Lebenssituation weiter Teile der Erdbevölkerung beeinträchtigt hat.

Wie Freiheit unter den Bedingungen des Klimawandels neu gedacht werden muss, damit beschäftigt sich Thomas Assheuer in einem lesenswerten Essay, welcher auf Zeit Online veröffentlicht wurde. Er beschreibt das Problem mit folgenden Worten: „Freiheit schlägt um in Unfreiheit, denn unter den Bedingungen von Erderwärmung und Artensterben stünde das Ziel allen politischen Handelns immer schon fest, absolut, unverrückbar und für lange Zeit. Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit und reduziert sich darauf, die Folgen früherer Freiheitsentscheidungen zu bekämpfen: Eine Zukunft gibt es nur, wenn es in der Gegenwart gelingt, die Fehler der Vergangenheit zu minimieren. Ist es dann noch Freiheit? Und ist eine alternativlose Politik – noch Politik?“ Assheuer fragt, ob eine Freiheit, welche ihre natürlichen Voraussetzungen verleugnet, überhaupt wirklich frei sein kann. Die entscheidende Frage laute: „Gibt es ein Verständnis von Freiheit, das die Freiheit begrenzt – und doch frei bleibt? Es müsste eine Freiheit sein, die ihre Abhängigkeit von der Natur immer schon bewusstlos-gewusst in sich aufgenommen hat. Eine Freiheit, die sich keinem moralischen Imperativ unterwirft (‘Rette die Welt!’), sondern sich aus freien Stücken selbst bindet.“ Assheuer plädiert dafür, innerhalb der bestehenden kapitalistischen Logik der Natur per Gesetz ein Eigentumsrecht an sich selbst zuzugestehen: „Anders gesagt: Wir wenden den liberalen Fetisch, den Besitzindividualismus, auf die Natur an, um sie genau vor diesem Fetisch zu retten.“

Wie bereits vorletzte Woche angesprochen wurde, gibt es im “International Council of Museums“ Streit um eine Neudefinition dessen, was genau ein Museum heutzutage sein soll und welche gesellschaftliche Funktionen es zu erfüllen habe. Eine Abstimmung über einen Vorschlag des Executive Board der Organisation war für den 07.09.2019 geplant, diese wurde allerdings verschoben, wie Vivienne Chow in ihrem Artikel für news.artnet.com berichtet. Sie schreibt über die Jahresversammlung der Organisation im japanischen Kyoto: „Traditionalists were alarmed by the new definition, which declares that museums are ‚democratizing, inclusive, and polyphonic spaces for critical dialogue about the pasts and the futures.‘ The new definition also stressed championing ‚human dignity and social justice, global equality, and planetary well being.‘ Den genauen Wortlaut des Definitionsvorschlags sowie die alte, noch gültige Definition kann man hier auf der Website von ICOM nachlesen.

Vor wenigen Woche trat der Unternehmer Warren Kanders von seinem Posten als Aufsichtsratsmitglied des New Yorker Whitney Museums zurück. Vorausgegangenen waren wochenlange Proteste, welche vor allem Kanders Kampfmittelfirma Safariland zum Ziel hatten. Das Geschäftsgebaren Kanders sei moralisch abzulehnen und unvereinbar mit den Werten des Whitney Museum und der Kunst an sich, so das Hauptargument seiner Gegner. Die Aufsichtsräte US-amerikanischer Museen sind voll von reichen Unternehmerinnen und Unternehmern; private Sponsoren tragen einen großen Teil zum Budget der Ausstellungshäuser bei. In letzter Zeit wächst jedoch der öffentliche Druck auf Museen, die Herkunft des ihnen zur Verfügung gestellten Geldes genauer unter die Lupe zu nehmen und es im Zweifelsfall auszuschlagen. Andrew Goldstein hat für news.artnet.com mit Darren Walker gesprochen, dem Direktor der Ford Foundation, welche jedes Jahr gewaltige Summen für philanthropische Zwecke ausgibt. Walker äußert sich besorgt über die pauschale Kritik an der Anwesenheit reicher GönnerInnen in den Aufsichtsräten amerikanischer Museen. Ihr Engagement sei elementar für die Arbeit der Museen. Die Forderung vieler DemonstrantInnen nach mehr Diversität würde dem keineswegs entgegenstehen, so Walker. Er äußert außerdem sein Bedauern darüber, dass ausgerechnet das Whitney Museum derart in die Kritik geraten sei. Schließlich gebe es kaum ein Museum in den USA, welches Diversität auf allen Ebenen so ernst genommen habe.

Einen interessanten Artikel über das Format des Gallery Dinners hat Dan Fox für das magazin Frieze verfasst. Etwas merkwürdig klingt allerdings jenes Loblied, welches der in New York lebende Autor am Ende seines Textes auf das Museumscafé singt. Er schätze es als klassenlosen Gegenentwurf zum privilegierten Gallery-Dinner. Außerdem könne es weitere wichtige Funktionen erfüllen: „In regional towns, a museum cafe may be the only venue that serves healthy food, feels safe or where culture can be accessed if other resources – say, the library – have been shuttered.“ Vielleicht liegt es an meiner deutschen Perspektive, aber mir scheint die Einschätzung des Autors doch vor allem von Wunschdenken geprägt zu sein.

John Currin wurde Ende der 90er Jahre bekannt (und reich) durch seine vom Manierismus inspirierten Portraits, welche häufig einen Hang zum Grotesken hatten. Die Sujets variierten leicht über die Jahre, sein Stil jedoch blieb. Anlässlich einer kommenden Museumsausstellung des Malers hat Rachel Tashjian ein ausführliches Portrait des Künstlers für die Männer-Zeitschrift GQ verfasst. Currin wird ausschließlich Portraits von Männer ausstellen, was er als Reaktion auf die gegenwärtige Problematisierung von traditionellen Männlichkeitsvorstellungen und #Metoo-Debatten beschreibt. So dreht sich ein großer Teil des Artikels um Currins Werk im Kontext gesellschaftlicher Debatten, aber auch klassisch künstlerische Fragen kommen nicht zu kurz. Hier spricht Currin beispielsweise über die besondere Herausforderung der Penisdarstellung in der Malerei: „‘If you’re going to have a penis in a painting, it better be good.‘ Not because penises are powerful or great—but because penises are just funny. A breast is by nature beautiful. You can make it funny, but that’s not its natural state. But a penis is always a punchline, a perennial gag. ‚Whether it’s big or small or erect or flaccid, it’s always funny. It’s always goofy. It messes the painting up.‘ ‚Real artists‘ paint them like they’re incidental, like it’s just another line or a smudge of greenish and pinkish. […]“

Angelika Drnek hat Thomas Schütte für die Neue Züricher Zeitung interviewt und lässt sich erzählen, was früher so alles besser war: keine Handys, keine Emails, kein globales Kunstbusiness, dafür Künstler, die noch richtig wie Künstler aussahen. Schüttes Hemdsärmeligkeit im Gespräch wirkt sympathisch und auch seine Gegenwartsbetrachtungen sind nicht uninteressant, aber irgendwie macht er doch einen ziemlich hängengebliebenen Eindruck.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?