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Die Tresen-Kolumne: Brennspiritus

Denatoniumbenzoat, so heißt das Vergällungsmittel, mit dem zum Beispiel bei Brennspiritus verhindert werden soll, dass a. Menschen ebendiesen trinken und b. Menschen daraus unversteuerten Schnaps machen können. Mit Denatoniumbenzoat werden auch die Einzelteile der Nintento Switch behandelt, damit man schnell weiterspielen kann, nachdem der kleine Bruder die neuen Controller gefressen hat. Der uralten Technik des Einverleibens von Geliebtem oder Verhasstem stellt sich die neue Konsolengeneration entschieden entgegen, denn die Spiele müssen weiter gehen, Mikrotransaktionen müssen getätigt werden und allgemein ist das Aufessen von Tätigkeitswerkzeugen nicht besonders wirtschaftlich. Als Kind hatte ich das wöchentliche Ritual, vor dem Fernseher mein Taschengeld sauber zu lutschen. Gina und Cruz fuhren im Cabrio durch Santa Barbara, der Rest der Sendung California Clan erschloss sich mir noch nicht. Ich betrachtete das Säubern und zum Strahlen bringen meines Kapitals als wertsteigernde Maßnahme. Ab und an verschluckte ich ein paar der Münzen und wurde so zu meiner eigenen Spardose, ein Held der schwarzen Null, die Statuten des Sparkassen-eigenen Knaxklubs vorbildlich verinnerlicht. Einverleiben und inflationsbereinigt Ausverleiben, dieses Prinzip hat sich bis heute übersetzt in bürgerlichen Kreisen. Nur das Zeug, was es einzuverleiben gilt, hat sich stark geändert. Die Spardose wird nun befüllt mit Beweisen und Versuchsdokumentationen eines erfüllten Lebens, mit dem unsichtbaren Kapital vermeintlicher Unabhängigkeit. Die Akademien und Hochschulen der kulturellen Arbeit sind auch eigentlich nur ein Knaxclub für die jungen Sparer_innen dieses neuen Kapitals. Wie das 50 Pfennig Stück in meinem Bauch, ist auch diese Währung knapp. Für viele wurde die Unterträglichkeit des alten Lebens nur mit der Unerträglichkeit des neuen Lebens getauscht.

https://rhizome.hfbk.net/p/231966


Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.