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2012/06/25: Projekte von HFBK-Absolventen auf der IGS 2013

Die HFBK-Absolventen Till Krause und Mark Wehrmann haben sich mit ihren Projekten im Wettbewerb »Kunstprojekt igs 2013« durchgesetzt und werden diese auf der Internationalen Gartenschau Hamburg realisieren. Das entschied eine siebenköpfige Fachjury um igs-Geschäftsführer Heiner Baumgarten und Kuratorin Charlotte Brinkmann.

Das Konzept des beschränkten Wettbewerbs im Vorfeld von einem Kunst-Kuratorium zusammen mit Experten erarbeitet. Dabei flossen die konzeptionellen Eckpunkte der igs 2013 – Nachhaltigkeit, Internationalität und Planungsbeteiligung – und übergreifende, aktuelle Diskussionen in der Stadt wie bürgernahe Stadtentwicklung und Gentrifizierungskritik mit ein.

Auf Vorschlag des Kuratoriums wurden zwölf renommierte und erfahrene KünstlerInnen eingeladen, sich mit einer selbstgewählten Fragestellung und einem interdisziplinären Team in einer Art »Forschungsstation« auf dem Gelände zu positionieren und gleichzeitig in den Stadtteil Wilhelmsburg einzugreifen. Als Ort, der offen ist für den paritätischen Austausch von Visionen, Strategien und konkreten Ideen scheint das Format der »Forschungsstation« besonders geeignet, neue Wege für zukunftsweisende Entscheidungsprozesse zu entwickeln.

Nach einer zweitägigen Informationstagung mit Gelände-Erkundung im Herbst 2011 haben sich neun der zwölf eingeladenen Künstler/innen zu dem zweistufigen Wettbewerbsverfahren angemeldet und im März 2012 ein erstes Konzept eingereicht. In der zweiten Stufe musste die Fach-Jury aus den fünf verbliebenen, ausgearbeiteten Vorschlägen die entscheidenden zwei auswählen, die bereits im Sommer 2012 mit den Vorbereitungen beginnen werden. Die Jury entschied sich einstimmig für Till Krauses Projekt »Freie Flusszone Süderelbe« und Mark Wehrmanns »Friedhof der guten Ideen«.

Till Krause wird sich in seinem Projekt »Freie Flusszone Süderelbe« mit der hypothetischen Schließung der Süderelbe für die Binnenschifffahrt auseinandersetzen. Im Austausch mit einer breiten Öffentlichkeit soll eine Vision entwickelt werden, wie mit einem hochtechnisiertem Fluss inmitten aller Nutzungsansprüche umgegangen werden könnte. Mit der Behauptung »Schließung für die Binnenschifffahrt« wird der Status quo experimentell herausgefordert.

Mark Wehrmann will auf seinem »Friedhof der guten Ideen« unterschiedliche gute Ideen von Besuchern der Gartenschau werden anonym »begraben« Dadurch wird ein Lösungsprozess sowohl für den Ideengeber wie auch für die Idee vollzogen. Die Besucher, die bereits seit Längerem eine gute Idee mit sich herumtragen, im Grunde jedoch nicht mehr davon ausgehen, diese jemals zu realisieren, werden dazu aufgerufen, mit dem Team zu kommunizieren und gemeinsam den Entscheidungsprozess von der Aufgabe bis hin zur Materialisierung der Idee als Grabsteininschrift zu durchlaufen. Die bewusste Trennung von einer Idee kann neue Freiräume öffnen.

Die Projekt-Entwürfe von Till Krause, Mark Wehrmann sowie der weiteren Teilnehmer der 2. Wettbewerbsstufe (darunter die HFBK-Absolventinnen Mariella Mosler, Geelke Gaycken und Sonja Vordermaier) werden noch bis zum 8. Juli 2012 im Rahmen einer Ausstellung im igs-Zentrum vorgestellt.