Promotionsvorhaben Leena van der Made
Arbeitstitel:
Die Frage der Abstraktion im digitalen Zeitalter
Betreuung: Prof. Dr. Michaela Ott, Prof. Dr. Hanne Loreck, Prof. Toon Verhoef
Disputation am 30. November 2021
Diese Forschungs-Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, Möglichkeiten und Relevanz der Malerei heute, in einer Welt von immer gegenwärtigen Medien und digitaler Photographie. Abstraktion wird mit dem rein Emotionalen, und mit dem Verlust aller klassischen Kriterien, die zuvor auf die Kunst angewandt werden konnten, in Verbindung gebracht. Abstrakte Kunst verlangt Kritik und Vermittlung, um verstanden zu werden, folglich hängt sie von der Kunstkritik ab, was zugleich die Gefahr in sich birgt, dass sie von Kritikern beherrscht wird. So wird an der abstrakten Malerei gerne ihre Beliebigkeit kritisiert, ihre innere Leichtigkeit, die gefahrlos politisch instrumentalisiert werden kann, ihre dekorative Wirkung und Oberflächlichkeit, die die Konformität eines unpolitischen Marktes bediene. Sie scheint ohne irgendeinen Standpunkt zu sein, ohne kritischen Ansatz und für jede Interpretation zu haben.
Die ‚Zeitlosigkeit’ als ein Mythos der abstrakten Malerei wird infrage gestellt und dagegen wird Zeitgebundenheit und Geschichtlichkeit propagiert. Abstrakte Malerei steht in der Gefahr, ideologisch missbraucht zu werden. Sie suggeriere emotionale und geistige (atmosphärische) Qualitäten, die Atmosphäre Utopias (mit der Malerei als Metapher), und stelle daher eine Flucht aus der Wirklichkeit ins Paradies dar, anstatt sich der Wirklichkeit in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit zu stellen.
Das digitale Zeitalter mit seinem kulturellen und politischen Einfluß auf die Malerei wird untersucht. Was aber könnten Sinn oder Bedeutung der abstrakten Malerei heute sein? Bois hält fest: „Das Verlangen zu malen bleibt, und dieses Verlangen ist durch den Markt nicht vollständig planbar oder gar subsumierbar: Dieses Verlangen ist der einzige Faktor, der für die zukünftige Möglichkeit der Malerei eine Rolle spielt…“ Schließlich beleuchtet die Forschung den Einfluss von Kuratoren und Ausstellungsorten auf die Bedeutung von Kunstwerken.
Zur Person
Van der Made studierte bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München, (Meisterschülerin und Assistentin von Prof. Zeniuk) und an der Michaelis School of Fine Art, Art Academy of Cincinnati, U.S.A., und Kunstgeschichte an der Universität Südafrika. Anschließend als freie Künstlerin tätig.
Kontakt:
E-Mail art@vandermade.de