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2019/07/25: HFBK-Filmabsolvent Steffen Goldkamp feiert Weltpremiere in Venedig

»Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen« läuft in der Reihe Orizzonti der 76. Filmfestspiele in Venedig

Wie heute in der Pressekonferenz der 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig (28.8.-7.9.2019) von Alberto Barbera bekannt gegeben wurde, feiert der HFBK-Absolvent Steffen Goldkamp mit seinem Master-Abschlussfilm »Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen« Weltpremiere in der Reihe Orizzonti des Festivals. Das offizielle Screening ist für Donnerstag, den 5. September um 17 Uhr im Sala Giardino in Venedig angesetzt. In der Wettbewerbsreihe Orizzonti treten 18 internationale Filmproduktionen an, die für eine junge, ausdrucksstarke Filmästhetik stehen.

»Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen« (D 2019, Dokufiktion, 19‘ 30“ Min., Farbe, 1,66/1, HD) handelt von Zeit als Strafe: Basierend auf einer einjährigen Recherche in der Jugendvollzugsanstalt Hahnöfersand bei Hamburg macht der Filmemacher Steffen Goldkamp die gähnende Langweile der jugendlichen Straftäter zum Zentrum des Films. Körper werden zu Vehikeln, die träge von Werkstätten in Einzelzellen, über Flure in die Außenbereiche, vom Sessel aufs Sofa bewegt werden. Nichts macht einen Unterschied, eine Existenz im Dämmerzustand. Der Film blickt in diesen hetereotopischen Kosmos und beschreibt eine fortschreitende Auflösung. Er erzählt von zurückgelassenen Körpern und einer unbestimmten Sehnsucht: nach einem Draußen, von dem seine Träumer vielleicht selbst nicht mehr wissen, ob es das so je gegeben hat. Steffen Goldkamps Professorin Angela Schanelec schreibt über den Film: Im wandernden Licht der Sonne wiederholen sich alltägliche Handlungsabläufe. Die Zeit steht still und wird vergessen. Wir spüren ihr Gewicht und ihre Bedeutungslosigkeit. Entstanden ist ein die Wahrnehmung schärfender und leuchtender Film über das Weiterleben.

Steffen Goldkamp wurde 1988 in Damme geboren. Sein Filmstudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg schloss er im Juli 2019 mit dem Master of Fine Arts ab. Er ist Mitbegründer des Kollektivs Spengemann Eichberg Goldkamp Hans. Gemeinsam mit Paul Spengemann hat er zuletzt das Video zu »Coco Chanel« von Haiyti mit gedreht. In seinen Arbeiten untersucht er spezifische Wirklichkeiten exemplarischer Räume. Seine Filmografie umfasst bislang: Western Union, D 2018, Spielfilm, 14 Min.; L’été espéré, D 2016, Spielfilm, 19 Min.; Wallenhorst, D 2014, Dokufiktion, 23 Min. Seinen Master-Abschlussfilm hat er mit Mitteln der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein realisiert. Zuvor ist seine filmische Arbeit bereits durch den Freundeskreis der HFBK Hamburg e.V. gefördert worden.

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»Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen«

Buch/Regie: Steffen Goldkamp
Kamera: Tom Otte
Ton: Karsten Krause, Jakob Spengemann
Montage: Jelena Maksimović, Steffen Goldkamp
Aufnahmeleiter: Ethem Cay
Sounddesign: Jakob Spengemann
Cast: Anonym, Karsten Krause, Gaso Abdulrahman
Grading: ARRI Media GmbH
Colorist: Steffen Paul
Sound Mixing: Stephan Konken
Special Effects: Wassili Franko
Produktion: Spengemann Eichberg Goldkamp Hans

Gefördert durch die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Weltpremiere: 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig, Reihe Orizzonti I 5. September 2019, 17 Uhr, Sala Giardino/Venedig
www.labiennale.org/en/cinema/2019/lineup

Weitere Informationen unter:
www.spengemanneichberggoldkamphans.de

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