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Michaela Melián

Michaela Melián, Professorin für Mixed Media / Akustik

Michaela Melián, die von 2006 bis 2008 bereits als Gastprofessorin an der HFBK Hamburg lehrte, hat zum Wintersemester 2010/11 eine Professur im Studienschwerpunkt Zeitbezogene Medien angenommen.

Melián, 1956 in München geboren, begann zunächst ein Musikstudium, unter anderem am Richard-Strauss-Konservatorium in München, bevor sie an der Münchener Akademie der Bildenden Künste und in London Kunst studierte. Seit den 1980er Jahren ist sie Sängerin und Bassistin der Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle) und war ab 1980 sechs Jahre lang Mitherausgeberin der LiteraturzeitschriftMode und Verzweiflung. Als Musikerin brachte sie zudem mehrere eigene Alben heraus. Lehrerfahrung sammelte Melián außer an der HFBK Hamburg auch an der Münchener Akademie der Bildenden Künste und an der ETH Zürich, Department Kunst und Architektur.

In ihrer künstlerischen Arbeit entwickelt Melián vielschichtige Erinnerungsfelder, die komplexe Zusammenhänge aus inhaltlichen Referenzen und Zitaten herstellen. Ihre Vorgehensweise hat sie einmal alsPolitik der Erinnerung bezeichnet. Meliáns Arbeiten geht eine intensive Recherche voraus. Aus einer Vielzahl verschiedener Erzählstränge konstruiert die Künstlerin narrative Spannungsbögen, in denen historische Fakten mit privaten Erinnerungen und Geschichten kontrastieren. Objekte, Fotografien, Filme, Musik und Texte verbindet sie zu gattungsübergreifenden Installationen und audiovisuellen Projekten, deren wechselseitigen Bezüge tief in den gesellschaftspolitischen und zeitgeschichtlichen Kontext hineinwirken.

2010 wurde Melián mit dem renommierten Kunstpreis der Stadt München ausgezeichnet. Ebenfalls 2010 wurde ihr akustisches DenkmalMemory Loops für die Opfer des Nationalsozialismus in München eingeweiht, das von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Jahres 2010 gewählt wurde. Das Audiokunstwerk umfasst 300 deutsche und 175 englische Tonspuren, die unter www.memoryloops.net zum Anhören und kostenlosen Herunterladen bereitstehen. Auf diese Weise legen sich die Stimmen von NS-Opfern und Zeitzeugen als permanente, unsichtbare Installation über die Stadt und bilden eine Art virtuelles Raster, das sich für immer mit der Stadt verbindet. Die Tondokumente können auf Mobiltelefonen oder MP3-Playern zu persönlichen Erinnerungsschleifen zusammengestellt werden, denen jeder individuell durch die Stadt folgen kann. 2011 erhielt Michaela Melián den Kunstpreis der Stadt Nordhorn.

Kontakt zur Tutor*in: tutormelian@googlemail.com

Einzelausstellungen (Auswahl) zuletzt:

2016
Andante Calmo, Installation im Rahmen des Themenschwerpunkts »Am Sterbebett. Geschichte und Gegenwart«, Medizinhistorisches Museum Hamburg
Heimweh. Else Lasker-Schüler, Jussuf, Prinz von Theben, Installation, Franz Marc Museum, Kochel am See
Michaela Melián, Barbara Gross Galerie
Barkarole, im Rahmen der Reihe Brückenmusik, Deutzer Brücke Köln
Electric Ladyland, Lenbachhaus München, Kunstbau
2015
Mannheim Chair, Kunsthalle Mannheim
In a Mist, ABC Kunstmesse Berlin, Barbara Gross Galerie
München und Galerie Karin Guenther Hamburg
Wassermusik, Musik-Performance, Hafen Hamburg
2014
Andante Calmo, Performance im Rahmen von »Radikales Denken - Zur Aktualität Susan Sonntags«, Münchener Kammerspiele, 27. November 2014;
In a Mist, performative Installation, Münchner Kammerspiele, Werkraum, Premiere: 13. Dezember 2014;
In a Mist, Badischer Kunstverein, Karlsruhe
Heimweh, Store Kunsthaus Dresden
2012
House of Jacquard, Galerie Karin Guenther, Hamburg
Lunapark, Barbara Gross Galerie, München
2011
Kunstpreis der Stadt Nordhorn, Städtische Galerie Nordhorn
2010
Memory Loops. 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933-1945, im öffentlichen Raum, München
Home Less Home, Contemporary Art Museum on the Seam, Jerusalem