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Ehrenprofessuren und Ehrenmitglieder

Ehrenprofessor*innen (nach § 17 HmbHG)

Dr. Franz Wilhelm Kaiser (*1957) ist seit 2016 künstlerischer Direktor des Bucerius Kunst Forums in Hamburg. Zuvor war der promovierte Kunsthistoriker seit 1989 Ausstellungsdirektor am Gemeentemuseum Den Haag und darüber hinaus für die Organisation der Ausstellungen im Fotomuseum Den Haag und im GEM, dem Museum für zeitgenössische Kunst verantwortlich. Seine breit gespannten kuratorischen Leistungen umfassen Schauen zu Yannis Kounellis, Sol LeWitt und Serge Spitzer, aber auch zu Wassily Kandinsky, Lucian Freud und Mark Rothko sowie beispielhaft die Ausstellungen »Von Monet zu Matisse«, »Kunst und Religion in Russland« und »Cézanne – Picasso – Mondrian«. Neben der Mitgliedschaft in zahlreichen Gremien und Verbänden wurde er als Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Seit 2017 ist Kaiser Ehrenprofessor der HFBK Hamburg.

Dr. Dirk Luckow (*1958) ist seit 2009 Intendant der Deichtorhallen Hamburg. Er promovierte an der FU Berlin im Fach Kunstgeschichte über Joseph Beuys und die amerikanische Anti-Form-Kunst und war unter anderem an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, am Solomon R. Guggenheim Museum in New York, am Württembergischen Kunstverein in Stuttgart, als Projektleiter für bildende Kunst beim Siemens Arts Program in München und von 2002 bis 2009 als Direktor der Kunsthalle zu Kiel tätig. Er ist seit Ehrenprofessor der HFBK Hamburg.

Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr (*1965) ist seit 2016 Direktor der Hamburger Kunsthalle. Er studierte Kunstgeschichte, mittelalterliche Geschichte und klassische Archäologie in Berlin, Heidelberg und Cambridge und promovierte an der FU Berlin mit einer Dissertation über die Gründung der Berliner Museen 1797-1835. Nach Stationen an der Berliner Akademie der Künste, bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg war er zwischen 2007 und 2011 an der Londoner Wallace Collection zunächst als Kurator für Gemälde vor 1800, später als Leiter der Sammlungsabteilung tätig, 2011 wurde er der Direktor des Museums. Seit 2017 ist Vogtherr Ehrenprofessor der HFBK Hamburg.

Dr. Harald Falckenberg (* 1943), renommierter Sammler zeitgenössischer Kunst und Buchautor, ist seit 2008 Ehrenprofessor an der HFBK Hamburg. Harald Falckenberg hat in Berlin, Freiburg und Hamburg Jura studiert, das Referendariat mit Assessorexamen in Hamburg abgelegt und an der Universität Hamburg über internationales Versicherungsrecht promoviert. Anschließend war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg und der Freien Universität Berlin, danach als Geschäftsführer und als Mitglied des Hamburger Verfassungsgerichts tätig. Falckenberg ist seit 1999 Vorsitzender des Hamburger Kunstvereins, zählt mit seiner in den Phoenixhallen beherbergten Sammlung laut der US-Zeitschrift »Artnews« zu den »World’s Top 200 Collectors« und ist langjähriges Mitglied des Freundeskreises der HFBK.

www.sammlung-falckenberg.de

Bettina Steinbrügge (*1970) studierte Kunstwissenschaft, Englische Philologie und Vergl. Literaturwissenschaften in Kassel. Nach ihrem Studium arbeitete sie für den Kasseler Kunstverein und die 5. Werkleitz Biennale. Von 2001 bis 2008 war sie Direktorin Halle für Kunst e.V. Lüneburg und betreute in dieser Zeit auch die Künstlerstätte Schloss Bleckede. Im Anschluss arbeitete sie als Gastkuratorin an der Kunsthalle Mulhouse und bis 2013 Kuratorin für zeitgenössische Kunst Belvedere Wien / 21er Haus. Seit 2014 ist sie Direktorin des Kunstverein in Hamburg und damit Ehrenprofessorin der HFBK Hamburg.

Dr. Stefan Sasse ist seit dem WS 2007/08 Ehrenprofessor für Patentrecht/Urheberrecht und Technische Mechanik im Studienschwerpunkt Design an der HFBK Hamburg. Nach seinem Maschinenbau-Studium mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik absolvierte er eine Ausbildung zum Patentassessor. In mehreren Publikationen befasste er sich mit Konstruktionstechnik, vornehmlich im medizinischen Bereich. Seit 2002 ist er Patentanwalt in der Kanzlei White & Case, Hamburg.

Prof. F. C. Gundlach (*1926) ist Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg und  seit 2000 Ehrenprofessor an der HFBK Hamburg. Mit der Spezialisierung auf Modefotografie im dokumentarischen Stil avancierte er in den 1950er-Jahren rasch zum gefragten Mode- und Reportagefotografen u.a. für »Film und Frau«, »Stern«, »Quick« und »Brigitte«. Stets standen Modelle, oft Filmstars oder Künstler, im Mittelpunkt seiner Inszenierungen. 1975 gründete er die PPS.Galerie F.C. Gundlach, eine der ersten Fotogalerien Deutschlands. Später kuratierte F. C. Gundlach zahlreiche international beachtete fotografische Ausstellungen. Als Sammler besitzt er eine der bedeutendsten privaten Fotosammlungen, die er dem Haus für Photographie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat.
www.fcgundlach.de

Enzo Mari (*1932), italienischer Industriedesigner, Künstler und Theoretiker, ist seit 2000 Ehrenprofessor an der HFBK. Für Firmen wie Danese, Artemide, Olivetti, Castelli oder Rosenthal schuf Enzo Mari insgesamt über 1600 Objekte. Zu seinen bekanntesten Entwürfen zählen die aus Eisenträger gefertigte Schale »Putrella«, die beidseitig verwendbare Kunststoffvase »Pago-Pago« und das Ablagesystem »Sumatra«. Mehrfach wurde er mit dem »Compasso d’Oro« ausgezeichnet. Als Designtheoretiker beschäftigte er sich in zahlreichen Publikationen und während seiner internationalen Lehrtätigkeit vornehmlich mit der Psychologie der Wahrnehmung von Raum und Farbe.

Nishikawa Katsuhito (*1949), dessen Schaffen sich durch Überschreiten der Grenzziehungen zwischen Design, Kunst und Architektur auszeichnet, ist seit 2000 Ehrenprofessor an der HFBK. Sein Werk umfasst Malerei, Zeichnung, Skulptur, Möbel und Architektur. Gemeinsam mit Tadao Ando, Erwin Heerich u. a. entwickelte er das Konzept »Museum Insel Hombroich« in Neuss. Durch mehrere Außenarbeiten, z.B. die begehbare plastische Anlage »Tilapia«, hat er das Erscheinungsbild des Ortes entscheidend mitgeprägt.

Hanne Darboven (1941–2009), selbst Absolventin der HFBK, war vom Jahr 2000 bis zu ihrem Tod Ehrenprofessorin. Die Konzeptkünstlerin erlangte in den 1960er-Jahren weltweites Renommee durch ihre Entwicklung und Modifizierung von Systemen komplexer Zahlenabläufe, die sie später auch in Musik übersetzte. Hanne Darboven repräsentierte Deutschland auf der Biennale in Venedig und nahm mehrmals an der documenta in Kassel teil.

www.hanne-darboven-stiftung.org

Ehrenmitglieder

Max Bill (1908-1994) ist ein Hauptvertreter der Konkreten Kunst. In den Bereichen Kunst, Design und Architektur war er sowohl theoretisch als auch praktisch tätig. Er studierte am Bauhaus in Dessau und wurde 1951 als Gründungsdirektor an die Hochschule für Gestaltung in Ulm berufen. Er ist mehrmaliger documenta-Teilnehmer und war von 1967-74 für Umweltgestaltung an der HFBK. Heute sind seine konstruktiven plastischen Arbeiten weltweit im öffentlichen Raum vertreten. Als Möbeldesigner erlangte er Bekanntheit durch den Entwurf des »Ulmer Hockers«, der als Tablett, Regal oder Hocker verwendet werden kann. Für sein Werk erhielt Max Bill zahlreiche Preise und Ehrungen.
www.bill-stiftung.ch

Gottfried Böhm (*1920) wurde als bislang einziger deutscher Architekt 1986 mit dem renommierten Pritzker Prize ausgezeichnet. Er erbaute zahlreiche Kirchen, insgesamt über 40, die meisten davon im Rheinland. Charakteristisch ist seine eigenwillige Beton-Glas-Architektur. Böhms bekanntestes Bauwerk ist die plastisch-expressionistische Wallfahrtskirche in Neviges. Zu seinen Profanbauten zählen das Rathaus in Bergisch Gladbach-Bensberg, das Stadthaus in Ulm und das neue Rathaus mit Kulturzentrum in Bocholt. Von Böhm stammt auch die Idee, das Reichtagsgebäude in Berlin mit einer Glaskuppel zu überdachen.

Gret Palucca (1902-1993) besuchte als junge Balettelevin eine Tanzvorstellung von Mary Wigman in Dresden. Diese löste bei dem jungen Mädchen eine Neuorientierung jenseits des klassischen Tanzes aus. Als Wigmans Schülerin und Mitglied in deren Tanzgruppe entwickelte Gret Palucca  einen unbeschwerten, fröhlichen Tanzstil. 1924 startete sie eine Solokarriere und avancierte zu einer führenden Vertreterin des Ausdruckstanzes. 1925 eröffnete sie die Palucca-Schule in Dresden, später folgten Dependancen in Berlin und Stuttgart.Durch Kontakte zu KünstlerInnen des Dada und des jungen Bauhauses wurde Gret Palucca auch zum Thema der Neuen Kunst.

Frei Otto (1925-2015) war einer der führenden Vertreter einer biomorphen Architektur. Aus seiner intensiven Beschäftigung mit der Natur und Naturformen entwickelte er Strukturen für seine Bauten, die auf pneumatischen und biologischen Prinzipien basieren. Am bekanntesten sind seine zeltartigen Dachkonstruktionen wie etwa des Olympiastadions in München. Weitere Hauptwerke sind der Deutsche Pavillon für die Weltausstellung 1967 in Montreal, die Ökohäuser der IBA 1985 in Berlin oder die temporären Schirmkonstruktionen für die Tournee von Pink Floyd 1977. Weltweit genießt Frei Otto großes Renommee durch seine Erfahrung mit Leichtbau, Seilsetzen und Gitterschalen.
www.freiotto.com

Margarethe Schütte-Lihotzky (1897-2000) absolvierte als erste Frau in Österreich ein Architekturstudium. In ihren Entwürfen verfolgte sie schon früh die noch jungen Tendenzen der Funktionalität im Design. Bekannt wurde sie durch die Gestaltung der »Frankfurter Küche«, die als Prototyp der modernen Einbauküche gilt.Von 1930-37 war sie als Mitglied der Gruppe May in Moskau für die Planung neuer Städte im Rahmen von Stalins erstem Fünfjahresplan verantwortlich. 1941 wurde sie von der Gestapo während einer Reise nach Wien bei dem Versuch festgenommen, geheime Verbindung zur österreichischen kommunistischen Widerstandsbewegung aufzunehmen und zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1945 wurde sie von US-Truppen befreit. Danach arbeitete sie in Bulgarien, der Volksrepublik China, Kuba und der DDR. Ihre Leistungen wurden erst spät anerkennat und mit Preisen gewürdigt.

Friedrich Spengelin (1925-2016) betrieb gemeinsam mit seiner Frau ein Architekturbüro in Hamburg mit Niederlassung in Hannover. Gemeinsam realisierten sie zahlreiche Arbeiten wie die Kunsthalle Emden oder das Rathaus und Kurhaus auf Helgoland. Er war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, des Internationalen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, des Internationalen Verbandes für Stadt- und Regionalplanung und des Hamburgischen Landes- sowie des Bundesvorstands des BDA.

Oswald Mathias Ungers (1926-2007) zählt zu den maßgebenden deutschen Architekten der Nachkriegszeit. Seine Architektur basiert auf geometrischen Grundformen wie Kreis, Quadrat und Kubus. Mit diesen Urformen etablierte er einen unverwechselbaren elementaren Baustil jenseits aller Modeströmungen. Als einer der führenden Theoretiker seiner Zeit entwickelte er den »deutschen Rationalismus«. Bekannte Beispiele seiner Baukunst sind die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle und das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Er hatte Professuren an der Cornell University in Ithaka, NY, der Harvard University bei Boston,  der University of California in L.A., an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und der Kunstakademie Düsseldorf inne. 1997 erhilet er das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2001 die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main und 2006 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfahlen.
www.omungers.de