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"string figures" auf rhizome.hfbk.net: Hans hat einen Platz im Hospiz...

Hans hat einen Platz im Hospiz bekommen. Das ging alles sehr schnell. Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal Hans Geburtstag am zweiten Mai vergessen. Rückwirkend würde ich denken, es war ein schlechtes Omen.

Hans ist seitdem er zwanzig ist arbeitsunfähig, schizophren, leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er habe schon immer Angst, sagte er mir oft. Und dass er gar nicht weiß was ihn am Leben hält, aber irgendwas scheint es da zu geben. Jetzt, wo er bald sterben wird, sagt er manchmal, dass er doch an dem bisschen Leben hängt, was er noch hat.

Hans hat eine Digitalkamera, einen Laptop und eine Stereoanlage in einer 120qm Altbauwohnung. Nicht viel mehr, klar, ein Sofa, einen Küchentisch mit vier Stühlen, einen Herd und mehrere Espressotassen. Er kann nicht gut putzen, darum hilft ihm eine Freundin gelegentlich dabei. Dafür hilft er ihr mit ihren digitalen Anliegen. Früher hat er manchmal in einem Getränkehandel ausgeholfen. An Weihnachten gab es dann immer eine kleine Tüte Kekse von denen, die ich dann bekommen habe, weil Hans keine Süßigkeiten isst. Nie hat er den Apfelkuchen mitgegessen. Nein, kein Pflaumenkuchen, nein Danke, kein Nachtisch. Wir saßen dann an Omas Tisch, Hans, meine Eltern, meine Großeltern und ich und alle haben den Kuchen gemampft, mit Sahne, und Hans hat immer ein Brot mit ahler Wurscht gegessen. Oder manchmal mit Harzer Käse.

Hans hat früher, als er in seiner anderen Phase war, wie er sagt, wochenlang nur Schokolade gegessen. Oder Cornflakes direkt aus der Packung. Er hatte sie bei seinen Autoüberführungen auf dem Beifahrersitz und hat das ganze Auto vollgekrümelt. Musste er dann saubermachen, wenn er in Bulgarien oder der Türkei angekommen war. Einmal ist er mit dem Zug bis nach Rom gefahren. Und als er ankam wusste er auch nicht mehr was er da wollte und ist dann wieder zurück gefahren und ist bis Hamburg sitzen geblieben. Dann hat er seinem Cousin seinen Ledermantel verkauft, damit er wieder Geld hat.

Hans ist fünfzehn Mal umgezogen. Mein Vater erzählt das immer wieder. Treppen rauf, Treppen runter. In der Goethestraße ist er dann geblieben. Der großen Altbauwohnung mit dem Laptop und dem Radio. Das Haus wurde jetzt verkauft und Hans ist der letzte Mieter im Haus. Aber Hans kommt ja heute ins Hospiz. Also kommt er wahrscheinlich nicht zurück in seine Wohnung. Vor einigen Jahren hat Hans sich einen Campingkocher gekauft. Mit dem hat er dann im Wohnzimmer seinen abendlichen Espresso gekocht und Deutschlandradio gehört. Oder auch unterwegs im Park. Das fand ich souverän. Fand ich.

Finde ich. Hans ist sowieso souverän. Er sagte oft, er wäre Privatdetektiv. Sein Künstlername war Hans Rotbär - Privatdetektiv. So hat er sich auch manchmal am Telefon gemeldet. Als ich Kind war habe ich von Hans immer Bücher zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommen. Nur von ihm habe ich Bücher bekommen. Und irgendwann hat er mir auch seine Blockwachsmalstifte geschenkt. Die waren in einer herrlichen Verpackung, die nach alten Zigaretten roch. Ich habe die Stifte noch. Mein Kind malt jetzt manchmal damit.

Hans hat mal kurz an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert - mit Joseph Beuys. Das sagt er dann so. Ich bin dann heimlich aufgeregt und versuche was rauszufinden, aber dann erzählt er wieder was anderes. Am besten kann man sich mit ihm übers Abendessen austauschen. Er kann gut kochen. Konnte. Kann.

Hans hatte mit achtzehn einen Autounfall. Auf dem Weg in die Schweiz ist er, als Beifahrer im Tiefschlaf durch die Fronfensterscheibe geschleudert worden, lag im Koma. Sein Freund fuhr weiter nach Spanien. Hans fuhr dann irgendwann mit dem Zug zurück. Hans ist vielleicht der Grund, warum ich mich für Literatur, für Kunst interessiere. Er hat früher gezeichnet, hat aber alle Tagebücher, Zeichnungen, Fotografien entsorgt. Aber man konnte mit ihm über den ganzen Kram sprechen. Konnte. Kann.

Aber ich wusste lange nicht, was das heißen kann für mich. Was das bedeutet, wenn man zeichnet oder schreibt oder liest. Was das für einen Sinn macht. Ich weiß es immer noch nicht genau. Aber ich mache es halt.

Hallo Jennifer,

gute Reise morgen, und Gruß an Gitte! Zum Gulasch folgendes: Zwei Personen ca. 600g Gulasch halb und halb (Schwein/Rind), hat man auch später noch etwas davon. 3 große Gemüsezwiebeln und drei große Tomaten. Zum Andicken vielleicht Tomatenmark, gekörnte Gemüsebrühe, vielleicht statt Pfeffer, Chili als Gewürz. Und Öl zum Anbraten.

Zuerst Öl in den Topf, Gulasch und Zwiebeln dazu, ca. 15 bis 20 Minuten anbraten. Muß nicht braun werden, geht um Flüssigkeitsverlust, gut Dampf. Wenn ok, Tomaten klein geschnitten dazu. Deckel auf den Topf und gut 90 Min. köcheln lassen. Eventuell Tomatenmark einrühren, um das Ganze sämiger zu machen... Zum Schluß, wenn nix mehr köchelt, Würze dazu. Kartoffeln extra kochen. Guten Appetit!!! Gutes Gelingen, bis dann,

Liebe Grüße an alle,
tschüß d'Hans.rotbär

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?