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Neu auf rhizome.hfbk.net: 3 Notizen zu Mona Hermann

1 Gesang hallt durch die Eingangshalle der HFBK. Nach allen Eröffnungsreden setzt ein Chor in den Applaus ein, die schwarz gekleideten Sänger und Sängerinnen, verteilt in der Menge im Parterre und auf der Galerie im ersten Stock, singen zusammen ein Trinklied - ein pathetischer aber durchaus passender Abschluss der feierlichen Zeremonie.

2 Was anfangs noch klappt, driftet in der zweiten Strophe ins Chaos ab - nachdem sich dann jede/r Sänger/in schallschluckende Kopfhörer aufsetzt, wird das aufeinander hören unmöglich, singt jede Person in ihrem eigenen Tempo weiter. “Chorus” heißt diese Abschlussarbeit, dieses Experiment, das Mona Hermann mit dem HAW-Chor anstellt. Ja, ein bisschen kitschig und vielleicht sogar naiv könnte man das finden: aufeinander hören, sonst geht alles durcheinander und endet im Chaos, klar, schon verstanden.

3 Vor allem gut gewählt war allerdings der Moment, in dem die Chorstimmen in die Kakophonie der Besucherstimmen einbrach: Direkt nach der Bekanntgabe der diesjährigen Jurypreisgewinner, die als Höhepunkt der Eröffnung ein Sinnbild für die ständige Konkurrenzsituation auch an Kunsthochschulen gelten kann. Und in diesem Moment ist “Chorus” als Plädoyer für mehr Kooperation und aufmerksameres Zuhören vielleicht gar nicht so unangebracht: Die Chorstimmen gingen jedenfalls im Stimmengewirr des Opening-Chitchats ziemlich unter.

3 Notizen zu: Mona Hermann, Chorus, Absolventenausstellung der HFBK

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