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Le Monde Problématique: Debattenrundschau vom 3. Februar

In einem ausführlichen und sehr differenzierten Beitrag für den Deutschlandfunk beschäftigt sich Julia Pelta Feldman mit aktuellen Fragen zur Restitution von illegal und / oder gewaltsam erworbenen Gegenständen in Museumssammlungen, und, darüber hinaus, mit der Frage, wie Sammlungen so umgestaltet werden können, dass sie künstlerische Entwicklungen und Positionen umfassender als bisher abbilden können. Kunstsammlungen seien noch immer zum großen Teil mit Werken weißer, männlicher Künstler bestückt und von einem kolonialen Geist durchdrungen. Um dies zu ändern, schlägt Feldman das sogenannte „Entsammeln“ vor, also die Entfernung bzw. den Verkauf eines Werkes aus einer musealen Sammlung, welche dann um Werke bisher marginalisierter Gruppen ergänzt werden könne. „Entsammeln“ sei häufig eine heikle Angelegenheit: „[T]rotz der relativen Neuheit des Wortes gibt es dessen Idee und Praxis so lange, wie es Museen gibt. Man entsammelt aus ganz unterschiedlichen Gründen, die vom Alltäglichen bis zum Skandalösen reichen. Immer aber ist dieser Prozess geeignet, starke Gefühle hervorzurufen. Einer Öffentlichkeit, die es mit einigem Recht als die Aufgabe eines Museums ansieht, die Objekte seiner Sammlung auf Dauer zu pflegen, mag das Entsammeln widersprüchlich, wenn nicht sogar empörend erscheinen. Eine Museumssammlung ist schließlich viel mehr als nur eine Anhäufung von Wertgegenständen. Vor allem die Sammlungen staatlicher Museen stehen für die Werte einer Kultur selbst, für das, was sie für wesentlich und erhaltenswert hält – was sie buchstäblich zur Schau stellen möchte. Museen wissen, dass das Publikum sich ihren Sammlungen oft tief verbunden fühlt und dass der Ausschluss eines Werkes aus dieser Sammlung in manchen das Gefühl wecken mag, einen Teil von sich selbst zu verlieren.“ Die Autorin plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Mechanismus, welchen sie prinzipiell für ein sinnvolles Instrument zur Diversifizierung hält: „Unsere Museen sind ein Teil dessen, was wir sind, und es ergibt Sinn, dass wir sie schützen wollen. Entsammeln zum Aufbau von Sammlungen kann ohne Frage kurzsichtig und unethisch erfolgen. Aber ebenso kann man es auch auf eine umsichtige Weise betreiben und so die Sammlung bereichern und die kunsthistorische Erzählung des Museums erweitern, ohne die Reputation der betroffenen Künstler zu beeinträchtigen oder die Chancen des Publikums zu mindern, ihre Werke zu sehen.“

Die in Schweden aufgewachsene Kuratorin Fatima Hellberg hat kürzlich die Leitung des Bonner Kunstvereins übernommen. Die erste von ihr kuratierte Ausstellung wird im September diesen Jahres eröffnen. Im Interview mit der skandinavischen Website kunstkritikk.com gibt sie ausführlich Auskunft über ihre Ausstellungspläne, ihr Kunstverständnis und kuratorisches Selbstverständnis. Ein Ziel ihrer Arbeit sei es, auch die institutionelle Struktur des Kunstvereins selbst zu hinterfragen, so Hellberg: „[…] A long-running concern is how a subject matter can move deeper, rather than being speech acts or surface structures, how strands from feminist thought and practice for instance can expand into the fabric of the institution. […] I am interested in what happens when a feminist approach is internalised and becomes part of the foundation, so to speak. That is, being a part of the exhibition programme, but also operating as an undercurrent in structures and processes of how you work.“

Ai Weiwei verbrachte die letzten Jahre in Berlin, nach dem er 2015 aus seinem Heimatland China ausreisen durfte. Nun ist er vor einigen Monaten mit seinem Sohn ins englische Cambridge gezogen. Damals schon hatte er von rassistischen Vorfällen berichtet, welche ihn dazu bewogen hätten, Berlin zu verlassen. In einem Interview mit dem Guardian, welches vor knapp zwei Wochen erschien, hat er nun seine Kritik erneuert und sogar noch deutlich verschärft. Ein kleiner Auszug: „‘Germany is a very precise society. Its people love the comfort of being oppressed. In China, too, you see that. Once you’re used to it, it can be very enjoyable. And you can see the efficiency, the show, the sense of their power being extended through the connected-mind condition.‘ [Interviewer Simon Hattenstone:]You mean there is no room for individuality? ‚Yes. They have a different kind of suit: it doesn’t look like what they wore in the 1930s, but it still has the same kind of function. They identify with the cult of that authoritarian mindset.‘“

Als die Basketballlegende Kobe Bryant vor wenigen Tagen bei einem Hubschrauberunglück ums Leben kam, war die allgemeine Betroffenheit groß. Im Zuge der öffentlichen Huldigung fielen problematische Aspekte seiner Persönlichkeit unter den Tisch, wie Nils Minkmar in seinem Essay für Spiegel Online bemerkt. Nach dem eine Reporterin der Washington Post einen Artikel aus dem Jahr 2016 getwittert hatte, welcher sich ausführlich mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Bryant auseinander gesetzt hatte, habe sie ein gewaltiger Shitstorm getroffen, so Minkmar. Diese Reaktion sei symptomatisch: „[Es] scheint derzeit besonders schwer auszuhalten zu sein: dass auch Helden eine Schwäche haben, dunkle Charakterzüge, seltsame Ansichten oder gar schuldig wurden. Auf den glatten Bildschirmen der digitalen Moderne soll alles makellos erscheinen.“ Der Autor diagnostiziert eine allgemeinen Mangel an Ambiguitätstoleranz im öffentlichen Diskurs und führt dafür vor allem Beispiele aus dem kreativen Bereich ins Feld – Michael Jackson, Kevin Spacy oder die antisemitisch eingestellte Bildhauerin Camille Claudel. Deren moralische Verfehlungen seien nur ein Teil von deren Persönlichkeit. Es sei naiv, an die ganzheitliche Unfehlbarkeit von Menschen zu glauben: „Die Fehlbarkeit und Zerbrechlichkeit des Menschen sind der Stoff, aus dem Dramen und Geschichten sind, aus denen wir lernen und mit denen wir uns einen Reim auf die Welt machen. Perfektion ist keine menschliche Kategorie“, so das Schlusswort des Autors.

Eine Abrechnung mit dem Phänomen des „minimalistischen Lebensstils“ hat Caroline Rosales für das Zeit Magazin verfasst. Unter der schönen Überschrift „Verzicht muss man sich leisten können“ kritisiert sie den Minimalismus als Distinktionsmerkmal einer gesellschaftlichen Schicht von gebildeten Besserverdienern, welche sich vom „Konsumwahn“ weniger gebildeter bzw. vermögender Gruppen abzusetzen versuchten. Sie schreibt: „Diese Pseudoenthaltsamkeit erlaubt es dem modernen westlichen Menschen, seinen Konsum in eine korrekte Nachhaltigkeitsphilosophie zu verpacken und dabei noch in moralische Überlegenheit umzumünzen. Auf Menschen mit vollgepackten Ikea-Regalen blicken die selbst ernannten Hohepriester des Minimalismus derweil herab. Haben die ihr Leben nicht im Griff? Können die sich nicht zügeln in ihrer ewigen Kaufwut? Und sich einmal etwas richtig Gutes kaufen statt was Billiges bei Butlers?“ Bei genauerer Betrachtung würden sich auch viele scheinbar praktische Vorteile eines so verstandenen minimalistischen Lebensstils stark relativieren, so Rosales.

Einen interessanten Einblick in das Ausstellungsmanagement von Kunstmuseen gibt Susanne Schreiber in ihrem Artikel für das Handelsblatt. Sie hat mit Felix Krämer, dem Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalasts gesprochen, sowie mit Ellen Bierwisch, der Leiterin des Ausstellungsmanagements. Am Beispiel der zwei kommenden Ausstellungen erläutern beide unter anderem, wie diese geplant werden und wie deren Finanzierung kalkuliert wird. Dass dabei alle Beispiele mit konkreten Summen unterlegt werden, macht den Artikel besonders interessant – übers Finanzielle wird im Kunstbereich ja bevorzugt hinter vorgehaltener Hand gesprochen.

Vor 17 Jahren startete die Wanderausstellung „Bunte Götter“, welche erstmals zeigte, dass Skulpturen der griechischen Antike keineswegs weiß, sondern bunt bemalt waren. Nun wird die aktualisierte Ausstellung „Bunter Götter – Golden Edition“ wieder im Frankfurter Liebighaus zu sehen sein, wie der Deutschlandfunk berichtet. Im Interview erläutert Vinzenz Brinkmann, Leiter der Antikensammlung des Hauses, welche Faktoren für den falschen Glauben an den reinen Marmor der Antike verantwortlich waren. „Tatsächlich seien Skulpturen schon immer farbig gewesen – seit den Ägyptern bis zum europäischen Mittelalter. Erst die Renaissance habe dann beim Versuch, das Ideal der antiken Philosophie wiederzubeleben, die Vorstellung von der farblosen antiken Skulptur entwickelt, erläutert Brinkmann: ‚Man gräbt damals sehr viel in Rom die Erde um, es entstehen viele neue Gebäude und man findet natürlich zahlreiche Marmorskulpturen der Antike, die keine Farbe mehr besitzen.‘ Diese Ästhetik habe sich verfestigt, bis dann im 18. Jahrhundert erste wissenschaftliche Grabungen, unter anderem in Pompeji, stattfanden und dabei viele Marmor-Skulpturen mit zahlreichen Farbresten gefunden wurden.“

Düsseldorf wird zum dreißigsten Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung ein Einheitsdenkmal erhalten. Das 30 Meter hohe Kunstwerk der beiden Künstler Ralph Richter und Thomas Schönauer wurde der Stadt als Schenkung angeboten; Ende Dezember wurde es per Ratsbeschluss angenommen. ( Hier findet man ein Video der Autoren, welches den Entwurf vorstellt.) Es soll prominent in Sichtweite des Landesparlaments am Rheinufer aufgestellt werden. Die Arbeit wurde entgegen der Empfehlung der Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum (full disclosure: der Autor ist Kommissionsmitglied) angenommen, deren Mitglieder sich vorher mit großer Mehrheit gegen eine Annahme ausgesprochen hatten. Es folgten öffentliche Angriffe des Oberbürgermeisters auf die Kommission, welcher sich deutlich für die Aufstellung des Denkmals ausgesprochen hatte, wie Arne Lieb in seinem Bericht für die Rheinische Post berichtete. ( Hier die Begründung der Kommission zur Ablehnung im Wortlaut.) So wurde nicht nur ein Einheitsdenkmal angenommenen, welches in vielerlei Hinsicht für die problematischen Aspekte jener Ost/West-Diskussionen steht, welche bisher von einer westdeutschen Deutungshoheit dominiert wurden; es wurde auch eine politische Institution beschädigt, welche eigentlich extra ins Leben gerufen wurde, um mit ihrer Expertise für mehr Qualität und Diversität bezüglich Kunst im öffentlichen Raum zu sorgen.

Franz Josef Wagners Kolumne für die Bild-Zeitung ist legendär. Seine Rhetorik erinnert an Grundschulaufsätze, sein Weltbild ist ähnlich simpel gestrickt. So gelingen ihm immer wieder geradezu wahnwitzige Einordnungen tagesaktueller Ereignisse, welche mehr an Poesie erinnern als an eine Zeitungskolumne. Ein absoluter Höhepunkt: seine Kommentierung der Krawalle in Leipzig von vor etwa einer Woche.

Johannes Bendzulla

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?