de en

Die neue Tresen-Kolumne auf rhizome.hfbk.net: Der Winter kommt bestimmt

Dieses Jahr habe wir einen heißen Sommer. In den dunklen Keller, in dem mein Tresen steht, verirren sich deshalb nur sporadisch Menschen. Viele wollen einfach kurz aufs Klo und danach wieder schnell nach draußen - dahin, wo die Anderen sind. Der Sommer war und ist immer eine scheiß Zeit für Bars. Auf St. Pauli formiert sich inzwischen der Protest der Barbetreiber*innen gegen die Kioske und ihre Besitzer*innen. Diese Kioske versorgen all die Menschen mit Getränken, die den Bars so sehr fehlen, müssen dazu aber keine Konzession bezahlen und auch keine Toiletten stellen. Ich kann den Frust mancher Barperson verstehen, aber: es bleibt ein interner Kampf des Kleinkapitals. Der Streit für oder gegen das Cornern wird emotional geführt, auch abseits von der obligatorischen Bar vs. Kiosk Debatte. Menschen, deren Meinung ich sehr schätze, bekommen ganz leuchtende Augen, wenn sie mir vom demokratischen und widerständigen Potenzial erzählen, das so eine freitägliche Sitzblockade in den Menschen entzünden kann. Andere Menschen, deren Meinung ich sehr schätze, bekommen Schweißausbrüche und ganz rote Backen vor Zorn, wenn sie den Begriff „Cornern“ schon hören. Die Menschen, die am Grünen Jäger cornern, seien doch alle aus den wohlhabenden Randbezirken und kämen nach St.Pauli, um der dort wohnenden Arbeiter*innenklasse das Leben nun zur Gänze zur Hölle zu machen. Ich bin unentschlossen. Ich glaube zum Einen nicht, dass auf St. Pauli „die Arbeiter*innenklasse“ wohnt, sondern eher Kleinfamilien aus den wohlhabenden Randbezirken, kann aber auch mit viel Vorstellungskraft kein demokratisches Potenzial daraus ableiten, dass junge, gut gekleidete Menschen auf 100 Quadratmeter Bordstein sitzen. Es wird halt ein Ort wie viele daraus. Wie jedes Festival und jeder Club: Orte für eine Gruppe Menschen, deren Möglichkeiten und Privilegien sie eher nie vor Probleme gestellt hat. Also alles beim Alten. Ich mach dann mal die Bar auf. Der Winter kommt bestimmt.

https://rhizome.hfbk.net/p/108535


Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.