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Die Tresen-Kolumne: Ein bisschen Science Fiction

Ein bisschen Science Fiction

Es ist unmöglich, über die Zukunft zu sprechen. Es ist unmöglich, über die Zukunft zu sprechen, ohne aus dieser Zukunft eine Collage der Gegenwart zu machen. Science-Fiction ist ein Feld kulturell-hegemonialer Kämpfe, wie so viele Felder andere auch. Dort werden, meist verpackt in Literatur, Vorschläge zur Zukunft auf den Verhandlungstisch geworfen. Die konservativen sind dort gleichermaßen vertreten wie progressive Kräfte, christliche Fundamentalisten und New-Age-Finanzapologeten. Dabei geht es selten tatsächlich um die Zukunft, so lange kann wirklich niemand warten: Es geht um Vorschläge, wie die Welt heute vielleicht ein bisschen sein sollte, könnte, müsste. Octavia Butler schlug in den 70er Jahren eine Welt vor, in der Rasse und Reproduktionszwang überwinden sind. Stanislav Lem erzählte in seinen Robotermärchen von 1964 sehr solidarisch und sympathisch bewegt vom posthumanen Zeitalter. Einem Zeitalter, in dem die Menschen nur noch in den Geschichten der alten Roboter, als klebrige Leimer, die alles schmutzig und kaputt machen, existieren. Ein bisschen Science Fiction kann man auch gerade in der Solipolis, dem Festival von New Hamburg auf der Veddel, erleben. Dort wird die solidarische Stadt, die Stadt, in der alle Menschen gleichermaßen gleiche Bürger*innen sind, in der niemand abgeschoben wird, in der alle Menschen eine sichere Zuflucht finden, vorgeschlagen und in Ansätzen erprobt. Ein bisschen Science Fiction sind auch die Förderergebnisse des diesjährigen Elbkulturfonds, dem größten Kulturgeldeimer der Stadt Hamburg. Und wenn sich dieser, in Gestalt seiner diesjährigen Jury, dazu entscheidet, fast ausschließlich feministische, queere und post-koloniale Projekte zu fördern und nicht wie so oft die immer gleichen Player mit ihren immer gleichen Stadtverschönerungsprojekten mit Geld zu versorgen, so wäre das ein hoffnungsstiftender Vorgriff und ein Vorschlag für die Zukunft, diese Idee doch einfach weiterzuleben. Ich hoffe sehr, dass diese Geschichten nicht so schnell überschrieben werden.

https://rhizome.hfbk.net/p/122921


Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.