de en

Die Tresen-Kolumne: Abwägung, Sorgfalt und Ordnung

Abwägung, Sorgfalt und Ordnung

Ich glaube, Jörg Scheller hat unrecht, wenn er, wie hier von Le Monde Problematiques Presseschau zusammengetragen, im Medium der konservativen Zeitung NZZ über (selbst)gerechte progressive Bewegungen laut nachdenkt. Schellers Argumentationslinie beschreibt den klassischen Zirkelschluss, mit dem leider auch der nach rechts gerückte deutsche Parlamentarismus seine Macht legitimiert: Progressive Bewegungen sind darin nur dann wirklich progressiv, wenn sie sich die Bedenken der von der Veränderung betroffenen Privilegienhalter_innen zu Herzen nehmen. Alles andere ist Ideologie und somit undemokratisch und somit ein Angriff auf die bürgerliche Gesellschaft. Proteste gegen die kapitalistische Zurichtung der Welt seien darin nur dann zulässig, wenn sie nichts an den Eigentumsverhältnissen ändern, denn die wiederum seien durch die freiheitlichen Grundrechte geschützt. Feministische Gruppen seien nur dann zulässig, wenn sie auch Männer aufnehmen würden, denn sonst seien sie wohl gar nicht an der Gleichberechtigung interessiert. Und migrantische Gruppen stehen sowieso unter Generalverdacht, es mit der Demokratie nicht so genau zu nehmen und bilden immer gleich eine Parallelgesellschaft, dabei sind doch laut Grundgesetz alle Menschen gleich. Das hat Jörg Scheller so alles nicht gesagt, aber sein Argumentationswerkzeug basiert auf diesem Widerspruch. Was er nicht zu verstehen scheint, ist die Frage nach der Definitionsmacht und es ist natürlich recht komfortabel auf einem Bürostuhl der NZZ zu sitzen und zu beteuern, man wolle bloß durch „Abwägung, Sorgfalt und Ordnung“ überzeugt werden von diesen „selbsterklärten progressiven Bewegungen“. Bislang ist halt leider keine dabei gewesen, die ihn überzeugt hat. Denn eine Bewegung kann sich nicht einfach so selbst als progressiv bezeichnen. Das kann scheinbar nur der deutschsprachige Feuilleton hier durch das Sprachrohr Jörg Scheller.

https://rhizome.hfbk.net/p/186358


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?