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Auf rhizome.hfbk.net: Die neue Tresen-Kolumne

Das große Schweigen

Am Freitag, den 25. Mai tritt die neue Datenschutzverordnung in Kraft und mein Postfach ist voll von Emails diverser Kunstinstitutionen, Museen, Galerien, Off-Spaces. Der Inhalt dieser Mails ist im Kern immer der selbe: „Bitte antworten Sie auf diese Email, wenn Sie weiterhin im Verteiler bleiben wollen.“ Ich habe noch auf keine dieser Nachrichten geantwortet, ich kann nicht, ich weiß nicht warum. Vielleicht weil ich sehen will, wie das große Schweigen einbricht. In vielen meiner vergangenen oder aktuellen Arbeitsbeschäftigungen im Kulturbetrieb sah der Tagesbeginn folgendermaßen aus: Postfach öffnen, alle Newsletter der anderen Institutionen löschen und dann eigene Newsletter versenden. Und ich nehme an, dieser Vorgang wiederholt sich an den Schreibtischen der meisten Institutionen zeitgleich mit meinem.

Spam löschen, Spam schreiben: Bei uns trägt ein kleiner Hund einen großen Zylinder, bei uns wurde die Stadt mittels Gedankenübertragung vermessen, bei uns gibt es Kuchen und Musik, Hallo, meine Lieben. - Die Einladungsform dieser Newsletter ist eine Tarnung. Die meisten Institutionen haben ihre festen Peers: Menschen, Freund_innenkreise und Gruppen, die immer kommen und die wiederum ihre Freund_innen und Bekannten mitbringen.

Die Newsletter sind vor allem eine Ware der globalen Aufmerksamkeitsökonomie im Kulturarbeitsmarkt. Eigennamen und Verweise werden manifest als Sediment in den Betreffzeilen des Posteingangs. Schicht um Schicht tröpfelt sich die Legitimation der eigenen Arbeit als Arbeit zusammen. Während ich dies schreibe, komme ich zu dem Schluss, dass es vielleicht doch eine gute Idee ist, auf all diese Emails zu antworten, in all den Verteilern zu bleiben, solidarisch die Arbeit der Anderen, die auch meine ist, zu bezeugen. Vielleicht richte ich mir eigens dafür eine Adresse ein und melde mich wirklich überall an.

https://rhizome.hfbk.net/p/91288


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?