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stringfigures@rhizome.hfbk.net: Freiheit

Militärisches Denken
erfordert politisches Handeln
Wie handelt man politisch?

Im letzten Monat habe ich das geschrieben. Jetzt muss ich irgendwie lachen, weil entschieden wurde, dass uniformierte Soldaten kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Vielleicht kaufe ich mir eine Uniform und dann kann ich auch immer kostenlos Bahn fahren.

M und ich und unser Kind fuhren mit unserem Bus auf den letzten Campingplatz unserer kleinen Reise. Ich hatte zuvor angerufen und einen Platz reserviert. Sofort bekam ich ein beklemmendes Gefühl. Der Platz war schlimm. Nie zuvor gesehen. Fassungslos starrten wir auf die Ligustermauern. Jeder Stellplatz war millimetergenau vermessen, nummeriert und mit einer zwei Meter hohen Ligusterhecke umfasst. Durch eine 222 oder 235 Zentimeter breite Einfahrt konnte man auf seinen Platz fahren um dann auf einem perfekt gepflegten, englischen Rasen zu parken. Uns wurde Platz 32 zugewiesen. Mit mulmigen Gefühl fuhren wir schweigend oder streitend, ich weiß es nicht mehr, über die kleinen, knirschenden Kieselsteine auf unseren Platz. Wir blieben sitzen. Wir ließen die Fenster runter. Wir schauten auf den Rasen und auf die drohende Ligusterhecke. Wir weinten.

Nach etwa fünfzehn Minuten fuhren wir, ohne aus dem Auto ausgestiegen zu sein, rückwärts wieder raus. Vorbei an den unendlich hohen Hecken, die uns die Kehle zuschnürten, an den großen, weiß blendenden Wohnpanzern vorbei, deren Satellitenschüsseln sich direkt nach der Anreise ausgefahren hatten, die um 18 Uhr ihre Türen zum Abendbrot schließen. Schweigend und rückwärts fuhren wir über die kleinen, weinenden Kieselsteine. Der Himmel war sehr blau und sehr schön. Ich ging in die Rezeption und sagte: „Hier können wir es nicht aushalten.“ Die Rezeptionistin nickte freundlich und sagte flüsternd: „Hier kann es niemand aushalten. Hier sind alle tot. Aber ich komme nicht raus aus meiner Haut. Mein Schutzschild“

(Schutzschild

Effekt
Schützt den Anwender vor Schaden und Effekten von Attacken, die in derselben Runde gegen ihn eingesetzt werden. Die Attacke besitzt eine erhöhte Priorität. Die Attacke schützt nicht vor Schaden von vorherigen Attacken der erst am Ende der Runden verrechnet wird, wie Wickel, verschiedene Wetter oder den Attacken Seher und Kismetwunsch. Das erfolgreiche Hintereinanderausführen von Schutzschild, Bunker, Scanner, Ausdauer, Schutzstacheln, Königsschild, Rundumschutz oder Rapidschutz dividiert die Chance, dass der folgende Einsatz von Bunker, Schutzschild, Scanner, Ausdauer, Schutzstacheln, und Königschild erfolgreich ist, für jedes weitere Mal um 3. Schildbrechende Attacken können den Anwender trotzdem schaden und heben den Effekt von Schutzschild für den Rest der Runde auf. Schadenzufügende Z-Attacken werden von Schutzschild nicht vollständig abgewehrt und richten 25% ihres eigentlichen Schadens an.)

Die Frau fing an zu weinen. Ich verließ die Rezeption. Gern hätte ich sie gestreichelt. Sie lächelte so freundlich dabei. Wie eine Marienerscheinung.

Ich stieg in unseren Bus. Wir fuhren weiter. Wir kamen an.

(Erholung ist eine Heilattacke vom Typ Psycho, die in der 1. Generation eingeführt wurde.

Effekt
Durch Erholung schläft der Anwender ein und seine KP werden auf das Maximum aufgefüllt. Dabei werden Paralyse, Verbrennungen, und Vergiftungen geheilt. Der Anwender schläft danach für die nächsten zwei Runden lang und wacht in der dritten Runde wieder auf. Erholung schlägt fehl, wenn der Anwender die Fähigkeit Insomnia, Munterkeit oder Dauerschlaf hat, er Floraschild besitzt und starkes Sonnenlicht herrscht, es unter dem Schutz von Zuckerhülle steht, er den Boden berührt und Elektrofeld oder Nebelfeld wirken, falls Aufruhr eines anderen Pokémon wirkt, der Anwender bereits schläft oder wenn der Anwender volle KP hat. Bodyguard verhindert die Anwendung von Erholung nicht und die verschlafene Rundenzahl bleibt gleich.)

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?