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3 Notizen zu: Georges Adéagbo im Kunsthaus Hamburg

3 Notizen zu: Georges Adéagbo, Kunsthaus Hamurg

1 Der G20 Gipfel scheint für die meisten Hamburger schon längst vergessen. Durch Aussitzen und Schweigen konnten sich die Verantwortlichen der katastrophalen Polizeieinsätze ihre Posten bewahren, und die jetzt gesprochenen unverhältnismässigen Urteile gegen Demonstrierende scheinen maximal Randnotizen in den Zeitunen zu sein.

2 Im Kunsthaus Hamburg stellt derzeit der Beniner Künstler Georges Adéagbo, Preisträger des Finkenwerder Kunstpreises, drei seiner raumgreifenen Collagearbeiten aus. Aus Büchern, Schallplatten, Zeitungsschnipsel und in Auftrag gegebenen Textschildern zeichnet er da ein Bild der Weltgesellschaft und schafft ein Abbild des komplexen Verhältnisses zwischen Afrika und dem globalen Norden.

3 Auch der G20 Gipfel kommt in Georges Adéagbos speziell für Hamburg entwickelten Collage prominent vor. Er wird hier in Zeitungsberichten, Protestaufrufen, Plakten und Postern inmitten von westlichem Wohlstandsmüll und afrikanischen Artefakten zur Chiffre für die gewaltsame Bewahrung der kolonalen Weltordnung - und auch für Hamburgs historische Rolle in der Etablierung dieses Systems. Und mindestens eines wird dabei klar: Über das Wochenende des 7. Juli 2017 haben wir längst noch nicht genug gesprochen.

3 Notizen zu: Georges Adéagbo, Kunsthaus Hamurg, bis 8. Oktober 2017

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