Die Tresen-Kolumne: Orchesterprobe
Orchesterprobe
Ich bin ein bisschen langsam. Oft geb ich in Diskussionen den Schweigefuchs, nicht weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich so lange brauche, zu einem sagbaren Ergebnis zu kommen. Ich geh dann oft nach Hause und wenn ich dann in der Nacht im Bett liege, dann fallen mir ganz viele Sachen ein, die ich darauf antworten könnte. Wie so Menschen, die am nächsten Tag über einen Witz lachen: lange Leitung. Das war nicht immer so, es ist über die Zeit passiert, eingeschlichen mit den Sachen, die ich so zum Lesen gefunden habe. Von: Jedem Anfang liegt ein Zauber inne zu jedem Anfang liegt ein Zweifel inne oder jeder Welterklärung liegt eine Gewalt inne oder jeder projizierten Zukunft liegt eine erzählte Vergangenheit inne. Wie der Versuch, sein Zimmer aufzuräumen und eigentlich hat man nur alles in irgendeine Ecke gestopft. Der Teppich ist wieder frei, ok, aber der ganze Zausel dämmert doch nur in der Dunkelheit weiter vor sich hin. Es tut trotzdem gut, das manchmal zu machen und wieder Platz auf dem Teppich zu haben. Vielleicht ist es der Protestantismus meiner Kindheit, der sich als „Leben heißt Leiden“-Diktum über die ganze Sache stülpt. Wie bekommt man das weg? Keine Haltungsgenerierung ohne das Gefühl, dafür zumindest ein paar andere Erkenntnissachen unter den Teppich zu kehren. Das ist vielleicht die einzige Universalie, die bleibt: warum etwas passiert und warum es wen betrifft, lässt sich nicht abschließend und für alle Bereiche mit Hilfe nur eines ideologischen Bestecks endgültig erklären. Das Konzert ambivalenter Welterklärung wird immer ein Medley sein: Hits, Hits, Hits, Katzenmusik, Orchesterprobe, Streit im Publikum, Magenschmerzen, große Pause, Brezeln, Hits, Hits, Hits, Streit mit der Dirigent_innengruppe. Wenn ich jetzt endlich etwas zu sagen habe, ist das Konzert aber schon ganz woanders. In der Pause hole ich mir erst mal eine Brezel.
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