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Kader Attia (*1970) wurde im Pariser Stadtteil Dugny geboren und wuchs in Vororten von Paris und in Algerien auf. Er absolvierte 1993 die École Supérieure des Artes Appliqués Duperré und 1998 die École Nationale Supéreure des Arts Décoratifs.
Kader Attias Arbeitsweise verbindet intensive Recherche mit künstlerischen Strategien, die sich kritisch mit Kolonialismus, Migration, Identität, Religion und der westlichen Moderne auseinandersetzen. Er interessiert sich besonders für die Erfahrung von Ausgrenzung, Demütigung und Verletzung – ob physisch, psychisch oder kulturell – und entwickelt daraus künstlerische Konzepte, die sich mit der Idee von „Reparatur“ beschäftigen. Dabei kontrastiert er westliche Vorstellungen, die auf die Wiederherstellung eines ursprünglichen Zustands zielen, mit traditionellen Ansätzen, die Spuren von Verletzungen sichtbar lassen. Seine Arbeiten reichen von Installationen mit Masken, Spiegeln und Vitrinen über Fotoprojekte bis hin zu Videoarbeiten, in denen er Anthropologinnen, Psychoanalytikerinne, Heiler*innen und/oder Betroffene zu Wort kommen lässt. Mit poetischen Bildern und historischer Tiefe schafft er Räume, in denen verdrängte Geschichten, koloniale Traumata und alternative Wissensformen sichtbar werden – stets mit dem Ziel, gesellschaftliche Narrative zu hinterfragen und neue Formen kollektiver Heilung und Erinnerung zu eröffnen.
Seine Einzelausstellungen fanden in Museen und Galerien auf der ganzen Welt statt, darunter MAMBO, Bogotá (2024/25); MUAC, Mexico (2025); Hayward Gallery, London (2019); The Power Plant, Toronto (2018); SMAK: Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent (2017); Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main (2016); Beirut Art Center (2014) oder Whitechapel Gallery, London (2013). Er nahm an zahlreichen internationalen Biennalen teil, an der 36. Bienal de Sao Paulo (2025); der Manifesta 12, Palermo (2018); der Sharjah Biennale (2017); der 57. Biennale Venedig (2017) und der documenta 13, Kassel (2012). Im Jahr 2022 kuratierte er die 12. Berlin Biennale. Von 2016 bis 2020 leitete er (zusammen mit Zico Selloum) La Colonie, eine Bar und ein Begegnungsraum für Ausstellungen, Aktivismus und Debatten in Paris. Seit 2023 ist er Professor für Zeitbezogene Medien an der HFBK Hamburg.