Design ist ein mächtiges Werkzeug. Wir verhandeln damit, in welcher Welt wir leben wollen. Der Studienschwerpunkt Design befasst sich explizit mit der Gestaltung unserer Umwelt. Er vermittelt, experimentiert und erprobt künstlerische Praxen, die dazu beitragen, unsere Gegenwart zu erschließen und zu transformieren. Wir begreifen Design als eine gesellschaftlich wirksame Praxis, die sich mit Menschen, Dingen, Prozessen, Ökologien und Politiken unserer Umwelt auseinandersetzt.
An der HFBK Hamburg bildet Design einen Schwerpunkt eines künstlerischen Studiums, der mehrere Stränge eröffnet und miteinander verzahnt: materialbezogene und nachhaltige Gestaltung, gesellschaftlich und politisch situierte Praxen sowie die Arbeit mit und innerhalb von Mitwelten. Design wird dabei nicht auf materielle Artefakte reduziert, sondern als prozesshaft wirksame Praxis begriffen, die soziale, ökologische und kulturelle Zusammenhänge verhandelt.
Studierende entwickeln dabei unterschiedliche Haltungen und Arbeitsweisen – von experimentellen und öffentlichen Formaten über materialbasierte Untersuchungen bis hin zu langfristig angelegten, regenerativen Gestaltungsansätzen. Die Projektarbeit in den jeweiligen Klassen findet manchmal im politischen Realraum statt und agiert parteiisch mit gesellschaftlichen Akteuren. Sie positioniert sich an anderer Stelle in ökologischen Transformationsprozessen und erforscht nachhaltige Gestaltungspraxen. Oder sie bezieht nicht-menschliche Akteure und queere Perspektiven ein, um von einer dezentrierten Perspektive aus Gestaltung neu zu begreifen. Der Studienschwerpunkt Design vertritt eine künstlerische Praxis der Umweltgestaltung, die sich im Dickicht unserer strittigen Wirklichkeit verortet.
Ziel des Studiums ist es, das transformative Potential gestalterischer Praktiken zu vermitteln und die Studierenden bei ihrer persönlichen Suche nach gesellschaftlich wirksamen Gestaltungsformen zu unterstützen. Im Zentrum stehen dabei künstlerisch-forschende Fragestellungen der Studierenden, die in individuelle oder kollektive Vorhaben münden. Im selbst gewählten Studienverlauf werden die Studierenden dabei von den Lehrenden in unterschiedlichen Klassen betreut.
Jede Klasse innerhalb des Studienschwerpunktes beleuchtet Gestaltung aus einer anderen Perspektive. Sie beschäftigen sich mit unterschiedlichen Umwelten, Werkzeugen und Praktiken. Alle Klassen pflegen ein praktisch-handfestes, aber auch kritisch-reflektierendes Verhältnis zu realen Kontexten außerhalb der Hochschule – oft in Kooperation mit gemeinwohlorientierten Akteur*innen oder Institutionen.
Für die Umsetzung der künstlerischen Vorhaben stehen umfangreiche Werkstätten der HFBK zur Verfügung. Dort können gestalterisch-technische Möglichkeiten erlernt und neue Verfahren erprobt werden – beispielsweise im Bereich Gipsformerei, Holz, Keramik, Kunststoff, Metall/Feinmetall, Digitales/Material, Nachhaltigkeit, Fotografie, Medientechnik und Elektronik.
Die Präsentation, Vermittlung und Diskussion gestalterischer Ansätze ist ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Neben den Jahresausstellungen, Exkursionen und externen Workshops bietet auch die hochschuleigene Galerie die Möglichkeit, neue Formen der Kunst- und Designpräsentation und -rezeption zu erproben.