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Dr. phil. in art. Katsuya Murano

Japan. Bilder. Klischees. Untersuchung über Stereotypisierung im Hollywoodfilm

Betreuung: Prof. Dr. Michael Diers und Prof. Pia Stadtbäumer
Disputation am 25. Juni 2019

Sushi, Fujiyama, Geisha – soll etwas Japanisches evoziert werden, lassen sich meist ebendiese Bilder in publizistischen und telemedialen Kulturformen finden. Was sind aber Ursache, Ursprung und Einfluss auf die reale Gesellschaft? Die vorliegende Untersuchung widmet sich dem Bild Japans und der JapanerInnen im Hollywoodfilm. Bildmaterial aus insgesamt 19 Filmen über eine Periode von mehr als einem Jahrhundert (zwischen 1905 und 2013) wird vergleichend analysiert. Dabei liegt das Augenmerk auf klischeehaften Vorstellungen über die in diesen Filmen – meist in Verzerrungen – dargestellte japanische Kultur. Die Bilder Japans in der Tradition, der Politik und dem Militär werden auf ihren möglichen Ursprung im Film überprüft.

In dem ersten Teil dieser Dissertation wird in der Einleitung die Entstehung stereotyper Japanbilder im Hollywoodfilm thematisiert, um im nächsten Kapitel den diplomatischen, militärischen und kulturellen Kontext der beiden Staaten U.S.A. und Japan zu erschließen. Die Definitionen der Begriffe Auto- und Heterostereotyp, Klischee, Vorurteil, (rassische) Diskriminierung und peripher Rassismus werden in dem letzten Kapitel erforscht, um sich im Hauptteil der konkreten Analyse zuzuwenden.

Im zweiten Teil wird darüber hinaus der international und zeitübergreifend äußerst erfolgreiche Film Lost In Translation (2003) von Sofia Coppola zur exemplarischen Untersuchung als Hauptmaterial ausgesucht. Sein Drehort ist meist Tokio und in diversen Medien reflektiert sich dessen mediokratische Präsenz ubiquitär. Die Inhalte der relevanten einzelnen Szenen werden vom Intro an durch eine Sequenzanalyse wiedergegeben, dabei wird die Entstehung entsprechender Stigmata erforscht und deren Charakter geschildert. Im Zuge der Interpretation einzelner Topoi werden Analogien mit ähnlichen Filmbildern hergestellt und in dem nächsten Kapitel mit weiteren Hollywoodproduktionen vergleichend zu Rate gezogen.

In den weiteren Kapiteln »Konvention der GEISHA« und »nach den 60 Jahren« wird das (Klischee-) Motiv der Geisha genealogisch mit Filmplakaten, Screenshots aus diesen Produktionen sowie anderen Paraphernalia begleitend erforscht; von dem von John Luther Long im Jahr 1898 entstandenen Roman Madame Butterfly durch zahlreiche Filmwerke Hollywoods bis zu dem von 20th Century Fox produzierten Film The Wolverine (2013). Im dritten Teil wird anhand der gesamten Analysen ein Resümee gezogen, um anschließend als Fazit die Einflüsse japanischer Hollywood-Stereotype auf die reale Gesellschaft zu beschreiben.

Zur Person:

Katsuya Murano (*1982, in Mexiko-Stadt, Mexiko) lebt und arbeitet in Hamburg. Seit 2004 studierte er im Bereich der Bildhauerei zum Diplom-Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seine intermedial miteinander wechselwirkenden Werke – wie Zeichnungen, Skulpturen und Rauminstallationen – erhielten Förderungen studentischer Projekte durch den HFBK-Freundeskreis (2006/07 »Ausstellungsreihe in K25« und 2007/08 »Künstlerbuch«) sowie Leistungsstipendien für ausländische Studierende (2007). Zu den exemplarisch selektierten Ausstellungseinladungen hierfür werden die Veranstaltungsreihe Plattform #3 des Kunstvereins Hannover (2006), die Ausstellungsreihe ENTSCHLEUNIIGUNG! vom Deutschen Schauspielhaus (2007), das Jahresprojekt hybrid Einstellungsraum e. V. (2010) und DOCKVILLE KUNST 2010 von MS DOCKVILLE – Festival für Musik und Kunst gezählt.

Der interkulturelle Kontext Muranos trug zu der mit ausländischen KünstlerInnen kuratierten Ausstellung Standpunkte, Fluchtpunkte in der Galerie der HFBK (2007) bei. Ebenso leistete er weiterhin einen Beitrag für die Organisation Forum International HFBK, wo multikulturelle und -kreative Vorträge aus China, Japan, Südkorea, Zypern, aus lateinamerikanischen und weiteren europäischen Ländern in einer interaktiven Darstellung mit der zeitgenössischen Kunstszene Deutschlands zusammentrafen.

Im Jahr 2010 absolvierte er sein obiges Studium bei Prof. Dr. Michael Diers und Prof. Wiebke Siem, ebenso bei Prof. Haegu Yang. Sein deutsch-japanisches Dialogprojekt wurde 2011 durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg und das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover unterstützt. Um seine künstlerischen Kreationen weiter strukturell und interdisziplinär zu entfalten, promovierte er seit 2012 im Bereich der Theorie und Geschichte derselben Hochschule.

Publikationen:

  • Einzelwerk: MURANO, Katsuya, Wohin wir wollen, TEXTEM VERLAG, Hamburg, 2008 (ISBN-13: 978-3938801918)
  • Gemeinschaftswerk: TIPPEL, Andrea (Hrsg.), SAHNER, Katrin (Hrsg.), HOOPS, Achim (Hrsg.), Beides 05/05, Materialverlag-HFBK Hamburg, Hamburg, 2005 (ISBN: 978-3-938158-13-5)

Kontakt:
katsuya.murano@gmail.com

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Public Information Day 2021

How do I become an art student? How does the application process work? Can I also study to become a teacher at the HFBK? These and other questions about studying art were answered by professors, students and staff at the HFBK during the Public Information Day on February 13, 2021. In addition, there will be an appointment specifically for English-speaking prospective students on February 23 at 2 pm.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

photo: Tim Albrecht

Art defies Corona: Graduate Show 2020

With a two-month delay, the Graduate Show took place this year on the 19 and 20 September. More than 140 students showed their artistic graduation projects, from painting to sound installation.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?