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Nabila, was machst du hier?

Nabila Horakhsh erinnert sich noch an mich, als sie mir auf den Treppen der HFBK Hamburg entgegenkommt. Wir haben uns das letzte Mal vor knapp zehn Jahren in Kabul getroffen. Ich war damals zu Besuch und sie und ihre Freundin und Kollegin Shamsia Hassani haben mir von den Do’s und Dont’s und dem Who is Who der Kunst- und Kulturszene in Kabul erzählt. Wir haben gemeinsam in Cafés in der Taimani Street Tee getrunken oder sind uns in Kunstveranstaltungen innerhalb der westlichen Soft Diplomacy Strukturen begegnet, im Goethe Institut oder im Institut Francais. So war das in Afghanistan während der Nato-Präsenz Es gab einen kleinen Kreis von Menschen, die einen Diskurs über Kunst etablieren wollten, der in Anbetracht der Sicherheitslage ihres Landes und der begrenzten Möglichkeiten, größenwahnsinnig und naiv schien. Und doch waren es genau diese Gespräche und Treffen mit Menschen wie Nabila, die mich inspiriert haben, selbst den Mut zu fassen, und als Künstlerin zu arbeiten. Ich lernte von ihnen Durchsetzungsvermögen, und dass Kunst überall seinen Platz finden kann, auch dort wo sie auf dem ersten Blick von fast niemandem verstanden oder beachtet wird. Es ist also eher bedrückend, Nabila heute in Hamburg anzutreffen, auch wenn wir uns herzlich begrüßen und in die Arme nehmen. Sie sollte nicht hier sein müssen.

2009 gründete Nabila in Kabul mit Kolleg*innen Berang Arts, eine Organisation für zeitgenössische Kunst. 2012 war sie Teil der documenta 13 Kollaboration zwischen Kassel und Kabul. Nabila ist Künstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin. Sie lebt für die Kunst. Seit ein paar Monaten lebt sie in Hamburg und versucht ihre Arbeit hier fortzusetzen, mit Hilfe der Martin Roth Initiative und der HFBK. Ich folge ihr in ihr vorübergehendes Studio im Lerchenfeld. Sie führt uns in eine kleine Ecke in einem großen Raum, den sie mit ukrainischen Studierenden teilt, die gerade Englisch lernen. Nabila hat sich diese Ecke gewünscht, sie erinnere sie an ihren Arbeitsplatz in Kabul.

Moshtari Hilal: Wie hat deine Beziehung zur Kunst begonnen?

Nabila Horakhsh: Ich arbeite mittlerweile seit ungefähr zehn Jahren im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Ich war Literaturstudentin im ersten Semester in Kabul, als ich meine ersten Berührungspunkte mit der bildenden Kunst, der Malerei hatte. In dem Zusammenhang habe ich auch Professor Rahraw Omarzad kennengelernt. Er hat mich besonders gefördert und mich dazu motiviert, mich mehr mit der Malerei auseinanderzusetzen. Daraufhin folgten Gruppenausstellungen mit Künstler*innen, die ich im Laufe dieser Zeit kennenlernen durfte. Ich erkannte, dass ich mich durch die Malerei ganz anders ausdrücken konnte. So wurde die Malerei für mich ein Medium, dass mich bis heute begleiten sollte. Ich habe dann auch mit Rahraw Omarzad im CCAA - Center for Contemporary Arts Afghanistan gearbeitet.

MH: Rahraw Omarzad hatte das CCAA mit der Absicht gegründet, eine neue Bewegung in der bildenden Kunst anzustoßen, indem er jungen Menschen die Möglichkeit gab, individuelle und experimentelle Ansätze der zeitgenössischen Kunst zu erproben. Er musste Afghanistan ebenfalls verlassen und ist jetzt Gastprofessor an der Städelschule in Frankfurt.

NH: Rahraw Omarzad hatte einen großen Einfluss auf viele junge Menschen, die das Center besuchten. Wir gründeten Berang auch, um diese Arbeit zu erweitern.

Berang diente dazu, neben der eigenen und individuellen künstlerischen Praxis auch die Vermittlung und das Wissen über zeitgenössische Kunst in Afghanistan zu fördern – und das in einem Kollektiv. Wir haben Ausstellungen, Workshops und andere Programme entwickelt und umgesetzt, sowohl in Afghanistan, als auch im Ausland. Zum Beispiel in Indien oder in Abu Dhabi. Damals waren wir die ersten afghanischen Künstler*innen, die ihre Werke in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausstellten. Viele unserer Angebote fanden in Kollaboration mit ausländischen Institutionen statt. Mit der Zeit konnten wir auch beobachten, wie einige unserer Künstler*innen, später an großen, internationalen Ausstellungen teilnahmen und Preise gewannen.

MH: Ich erinnere mich an die Zeit, als so viele gute Nachrichten und Erfolgsgeschichten aus Afghanistan zu hören waren. Es war wie ein kollektives High für die Kunst- und Kulturszene in Kabul. Wann hast du gemerkt, dass die Euphorie abnimmt und sich die Lage verändert?

NH: Leider hat diese Zeit bereits um 2016 oder 2017 ein Ende gefunden, als die politische Lage in Afghanistan unsicherer wurde. Damit stieg leider auch die Anzahl der Flüchtenden und viele Künstler*innen, mit denen wir gearbeitet hatten, verließen das Land. In dem Zusammenhang nahm auch die Intensität dieser Bewegung von Künstler*innen ab, es fanden immer weniger Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Und es wurde auch immer schwieriger, Künstler*innen zu finden, die weiterhin an Projekten arbeiten wollten.

MH: Aus Angst?

NH: Weil die Sicherheitslage so schlecht wurde und weil sie auch einfach nicht mehr im Land, sondern bereits im Exil waren.

MH: 2013 haben wir uns kennengelernt. Ein Jahr zuvor hatte die documenta 13 stattgefunden. Die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst unter der künstlerischen Leitung von Carolyn Christov-Bakargiev wurde zum Teil auch in Kabul realisiert und stand unter dem Motto Collapse and Recovery (Zusammenbruch und Wiederaufbau). Also ein sehr exemplarischer Titel, stellvertretend für die Geschichte Afghanistans. Kannst du uns vielleicht von einigen deiner Erinnerungen und Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der documenta erzählen?

NH: Die documenta war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Das Programm hatte eine große Wirkung auf die afghanische zeitgenössische Kunstszene. Die documenta ist ja bereits an sich eine der wichtigsten Ausstellungen der Welt und dann fand sie auch noch in Afghanistan statt. Ich habe am Projekt gemeinsam mit dem Goethe Institut gearbeitet. Im Rahmen unserer Workshops konnten wir viele Künstler*innen zusammenbringen, um sich über zeitgenössische Kunst auszutauschen, aber auch über die Frage, wie mit zeitgenössischer Kunst nach der documenta weitergearbeitet werden kann. Es war ein historischer Moment, in welchem wir den Raum für diese Gespräche und Diskussionen etabliert hatten.

MH: Dadurch hast du bestimmt auch den afghanisch-amerikanischen Künstler Aman Mojadidi kennengelernt?

NH: Viele renommierte und bekannte internationale Künstler*innen sind damals nach Afghanistan gereist. Darunter auch Aman Mojadidi, der selbst Teil des Programms war. Sehr viele internationale Künstler*innen der documenta 13 haben vor der Eröffnung mit den lokalen Künstler*innen in Workshops, Seminaren und Diskussionsrunden zusammengearbeitet. Nach diesem Programm konnten wir viele positive Veränderungen beobachten. Angefangene Gespräche und Diskussionen wurden weitergeführt und auch die Medien hatten uns im Blick und beobachteten unsere Arbeit.

MH: Was sind das für Gespräche und Diskussionen gewesen, die auch dich besonders beeinflusst haben und die du auch mit in deine Arbeit genommen hast?

NH: Wie du weißt, war der Fortschritt in der Kunst in Afghanistan im Laufe dieser Jahre immer abhängig von der politischen Lage des Landes. Etwas kam in Bewegung, nur um dann wieder in Stagnation zu verfallen, um erneut wiederbelebt zu werden, um am Ende doch verhindert zu werden. Wie wir es auch heute beobachten können. Unsere Generation hat hart daran gearbeitet, die Bewegung am Leben zu halten, aber leider fällt jetzt erneut alles in sich zusammen. Der Diskurs über zeitgenössische Kunst und auch die Frage, was überhaupt zeitgenössische Kunst ist, waren keine selbstverständlichen Gespräche, die wir damals im Rahmen der documenta in Afghanistan geführt haben. Auch zu dem Zeitpunkt haben viele nicht an die Idee der zeitgenössischen Kunst geglaubt. Eine Installation oder eine Performance galt bei vielen nicht als Kunst. Auch Sound- oder Video-Art war in dieser Form nicht bekannt. Zum Beispiel hat Qasem Foushanji im Rahmen der documenta eine Soundinstallation ausgestellt. Das war neu und unbekannt für afghanische Besucher*innen – Kunst konnte auf einmal über Malerei, Zeichnung oder Kalligrafie hinaus gehen. In den Workshops sind wir mit den Künstler*innen gemeinsam in den Ruinen spazieren gegangen und haben überlegt, wie wir die Geschichte mit der Gegenwart verbinden können. In Afghanistan hat man lange das traditionelle künstlerische Handwerk, wie die Miniaturmalerei, einfach fortgesetzt. Ein Bruch damit oder Alternativen waren unüblich.

MH: Es herrscht ja auch die Vorstellung, Kunst müsse schön sein.

NH: Genau. Kunst soll schön anzusehen sein. Kalligrafie, Landschaftsmalerei oder Porträts galten lange als die einzige Form der Kunst. Das wars. Und durch die monatelangen documenta-Workshops haben wir gemeinsam eine Atmosphäre etabliert, in der es möglich war, andere Dinge auszuprobieren, zu experimentieren.

MH: Ich bin damals sowohl in die documenta-Ausstellung in Kassel, als auch in Kabul gegangen, und wollte an beiden Orten die Arbeiten sehen und erfahren. Das war auch für mich besonders an dieser Kollaboration. Zum Beispiel bin ich auch in der Soundinstallation von Qasem in Kassel gewesen und haben ihn dann später in Kabul kennengelernt. Ich kann mich auch an Arbeiten von Jeanno Gaussi erinnern. Im obersten Stockwerk des Fridericianums in Kassel war ein Panorama-Teppich ausgestellt, der eine Menschenmenge darstellte, die vor dem Darul Aman Palast, damals noch eine Ruine, in der Nähe von Kabul posierte. Der zweiteilige Teppich von Goshka Macuga wurde auch im Bagh-e Babur in Kabul gezeigt, einem historischen Park aus der Mogul-Zeit und Begräbnisstätte des ersten Mogul-Herrschers Babur um 1528. Auf dem Teppich in Kassel, meine ich dich auch erkannt zu haben. Du warst Teil der Gruppe, oder?

NH: Ja genau. Goshka Macuga hat im Februar 2012 über 100 Personen aus dem afghanischen Kulturleben eingeladen. Darunter Künstler*innen, Intellektuelle, Journalist*innen, aber auch Diplomat*innen oder Archäolog*innen von der UNESCO. Auf dem Teppich, der in Kabul gezeigt wurde, waren wiederum andere Menschen abgebildet, nämlich eine Gruppe aus dem europäischen Kulturleben.

MH: Als ich die documenta-Ausstellung in Kabul, im Bagh-e Babur, besucht habe, hat das Ticket fast nichts gekostet, im Gegensatz zum Eintritt in Kassel. Ich werde nie den Anblick von den vielen Menschen im Park vergessen, die auf den Wiesen saßen und gemeinsam aßen und tranken. Dagegen waren im Ausstellungshaus inmitten des Parks vielleicht vier Personen.

NH: Ein Grund, weshalb die Ausstellung dort stattgefunden hat, war der Umstand, dass es keine große Auswahl gab und der historische Park bereits einer der beliebtesten und schönsten öffentliche Orte Kabuls war. Während der Ausstellungsdauer war ich fast jeden Tag dort. Ob du wohl auch an einem dieser Tage da warst und wir uns nicht begegnet sind? Wer weiß. Ich habe damals in der Kunstvermittlung gearbeitet und Führungen für Schulklassen oder Studierenden angeboten. Aber leider war es tatsächlich so wie du sagt, die „normalen“ Besuche waren eher seltener. Aber die gab es auch, trotz der Bedingungen. Manchmal haben uns auch die Besucher*innen im Park nach den Skulpturen gefragt oder wir haben sie in die Räume eingeladen und so sind dann doch Gespräche oder eine informelle Führung zustande gekommen. Und wenn man die Besucher*innen in ein Gespräch verwickelt hatte, dann waren sie auch interessiert und berichteten uns, dass das eine neue Erfahrung für sie war und dass sie nicht gedacht hätten, dass diese Objekte auch Kunst sein können.

MH: Ich bin ja eine der Mitbegründerinnen des Kollektivs Afghan Visual Arts and History (AVAH) und deine Erinnerungen und Erfahrungen an deine Arbeit als Künstlerin, aber auch Kunstvermittlerin in Kabul sind mir sehr wichtig. Leider geht uns das Wissen über Geschichte, selbst wenn es wie in diesem Fall nur ein Jahrzehnt zurückliegt, so schnell verloren und Afghan*innen, ob Diaspora oder nicht, haben immer mit Verlust zu kämpfen und dem Vergessen von Geschichte. Wir kennen oft unsere Vorgänger*innen oder auch zeitgenössischen Kolleg*innen nicht, auf Grund der Flucht, die uns auseinandersprengt und der Zerstörung, die uns von zugänglichen Archiven und Institutionen trennt, die uns erinnern und zusammenführen könnten. Immer denken wir, wir sind allein oder die Ersten, die etwas entwickeln.

NH: Absolut. Und der jahrzehntelange Krieg sowie die politische Instabilität sind Gründe dafür, dass Dinge nicht weitergehen, wir nicht anknüpfen können, oder dass wir mit Recherchen nicht in die Tiefe gehen können. Die Forschung zur afghanischen Kunst wurde immer erschwert, auch durch Flucht, wie du sagst. Und dennoch hat es Versuche gegeben. An der Kabul Universität gibt es dazu Forschungsarbeiten und Recherchen in der Bibliothek des Kunst-Departments. Aber wie du bereits sagtest, steht das Wissen nicht im Austausch miteinander, an einem Ort, der auch für alle zugänglich ist. Was die Recherche allerdings erleichtert und auch die Netzwerkarbeit, sind das Internet und Social Media-Kanäle. Wir hatten zum Beispiel in Kabul an einer Künstler*innendatenbank gearbeitet, in der wir die afghanischen Künstler*innen mit ihrer Biografie und ausgewählten Werken abbildeten.

MH: Wow, also wir arbeiten bei AVAH an etwas sehr Ähnlichem und nennen es Index. Wir müssen uns auf jeden Fall zusammentun und kollaborieren. Aber bevor wir uns in den Details zur Forschung und Archivierung verlieren, lass uns doch lieber über deine künstlerische Arbeit sprechen. Du wirst nämlich im Rahmen deiner Residency hier an der HFBK auch eine Ausstellung haben. Was werden wir dort zu sehen bekommen, woran arbeitest du zurzeit?

NH: Ich versuche in meiner Ausstellung meine Beobachtungen und Erfahrungen der letzten zwei Jahre zu verarbeiten. Ich konnte auf meiner Flucht nach Deutschland nicht alle meine Arbeiten mitnehmen. Es sind hauptsächlich Zeichnungen und Notizen, die ich mitnehmen konnte. Aber auch paar eingerollte Leinwandarbeiten. Deshalb werde ich nicht zu sehr an alten Arbeiten festhalten, die musste ich leider zurücklassen. Ich möchte mich einlassen auf dieses Studio, das mir jetzt zur Verfügung steht und sehen, wohin mich die Arbeit führt. Vieles muss ich noch einordnen und verarbeiten. Ich wollte Afghanistan nicht verlassen und wollte mich lange nicht von der Hoffnung lösen, dass es eine Zukunft für mich dort geben könnte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass alles so kommt und sich die Geschichte wiederholt. Es ist noch immer schwer zu verstehen, dass wir alles zurücklassen mussten und jetzt in Deutschland mit leeren Händen stehen. Ich bin selbstverständlich dankbar, in Sicherheit zu sein, aber ich kann meine Gedanken noch nicht lösen von meinen Freund*innen und meiner Familie, die ich zurücklassen musste.

MH: Stehst du im Austausch mit den Künstler*innen, die sich noch im Land befinden? Selbst wenn man meinen sollte, dass Künstler*innen nicht unbedingt die höchste Priorität in der Verfolgung durch die Taliban haben, sondern eher Beamte der ehemaligen Regierung oder des Militärs. Sie gehen trotzdem sehr rigoros und willkürlich vor. Erst vor wenigen Tagen haben sie einen bekannten Mode-Influencer und Youtuber verhaftet und ihn gezwungen, in einem Video der westlichen Kultur abzuschwören. Es gibt zahlreiche Hausdurchsuchungen, Vertreibungen und die Beschlagnahmung von Land und Häusern und all das zusätzlich zur humanitären Katastrophe, unter anderem weil die USA die Gelder der afghanischen Zentralbank eingefroren hat und die lokale Wirtschaft in sich zusammenfällt. Was wünschen sich die Künstler*innen in so einer Situation?

NH: Es ist natürlich für alle sehr schwer und die Menschen leiden, ob Künstler*in oder nicht. Aber als Künstler*innen ist das noch einmal eine andere Form der Einsamkeit und Isolation, weil so viele ihrer Kolleg*innen über verschiedene Wege ins Ausland geflüchtet sind. Die Taliban sind auch bereits in die Ateliers der Kunstfakultät eingedrungen und haben dort Skulpturen und Arbeiten zerstört. Künstler*innen können ihren Beruf nicht ausüben und sind teilweise gezwungen, ihre eigenen Werke präventiv zu vernichten, um niemanden in Gefahr zu bringen. Freunde von mir arbeiteten in der Bildhauerei an der Kabul Universität. Sie haben erzählt, dass sie ihre Arbeiten eigenhändig zerstören mussten, wenn sie sie nicht verstecken konnten. Sie werden auch nicht mehr darüber reden können, dass sie Bildhauer*in gewesen sind. Nur wenige können weiterarbeiten und nur unter den repressivsten Bedingungen. Ich möchte ihnen helfen, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können, trotz einem quasi Berufsverbot.

Dieser Text erschien zuerst im Lerchenfeld Nr. 62.

Moshtari Hilal ist bildende Künstlerin, Forscherin und Kuratorin und arbeitet von Hamburg und Berlin aus. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs Afghan Visual Arts and History (AVAH) und des in Berlin ansässigen Forschungsprojekts Curating Through Conflict with Care (CCC).

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival and Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

As the final part of the artistic research project, the festival and symposium invite you to screenings, performances, talks, and discussions that explore the potential of the moving images and the (human and non-human) body to overturn our habitual course and change the dominant order of things.

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

Wishing you a happy welcome

We are pleased to welcome many new faces to the HFBK Hamburg for the winter semester 2022/23. We have compiled some background information on our new professors and visiting professors here.

Solo exhibition by Konstantin Grcic

From September 29 to October 23, 2022, Konstantin Grcic (Professor of Industrial Design) will be showing a room-sized installation at ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer at the HFBK Hamburg consisting of objects designed by him and existing, newly assembled objects. At the same time, the space he designed for workshops, seminars and office workstations in the AtelierHaus will be put into operation.

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Art and war

"Every artist is a human being". This statement by Martin Kippenberger, which is as true as it is existentialist (in an ironic rephrasing of the well-known Beuys quote), gets to the heart of the matter in many ways. On the one hand, it reminds us not to look away, to be (artistically) active and to raise our voices. At the same time, it is an exhortation to help those who are in need. And that is a lot of people at the moment, among them many artists. That is why it is important for art institutions to discuss not only art, but also politics.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; photo: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; photo: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

From July 8 to 10, 2022, more than 160 Bachelor’s and Master’s graduates of the class of 2021/22 will present their final projects from all majors. Under the title Final Cut, all graduation films will be shown on a big screen in the auditorium of the HFBK Hamburg. At the same time, the exhibition of the Sudanese guest lecturer Amna Elhassan can be seen in the HFBK gallery in the Atelierhaus.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

June is full of art and theory

It has been a long time since there has been so much on offer: a three-day congress on the visuality of the Internet brings together international web designers; the research collective freethought discusses the role of infrastructures; and the symposium marking the farewell of professor Michaela Ott takes up central questions of her research work.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Art Prize 2022

The Finkenwerder Art Prize, initiated in 1999 by the Kulturkreis Finkenwerder e.V., has undergone a realignment: As a new partner, the HFBK Hamburg is expanding the prize to include the aspect of promoting young artists and, starting in 2022, will host the exhibition of the award winners in the HFBK Gallery. This year's Finkenwerder Art Prize will be awarded to the US artist Renée Green. HFBK graduate Frieda Toranzo Jaeger receives the Finkenwerder Art Prize for recent graduates.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

New studio in the row of houses at Lerchenfeld

New studio in the row of houses at Lerchenfeld, in the background the building of Fritz Schumacher; photo: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

After more than 40 years of intensive effort, a long-cherished dream is becoming reality for the HFBK Hamburg. With the newly opened studio building, the main areas of study Painting/Drawing, Sculpture and Time-Related Media will finally have the urgently needed studio space for Master's students. It simply needs space for their own ideas, for thinking, for art production, exhibitions and as a depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Annual Exhibition 2022 at the HFBK

After last year's digital edition, the 2022 annual exhibition at the HFBK Hamburg will once again take place with an audience. From 11-13 February, students from all departments will present their artistic work in the building at Lerchenfeld, Wartenau 15 and the newly opened Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments.

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Who speaks? Who paints which motif? Who is shown, who is not? Questions of identity politics play an important role in art and thus also at the HFBK Hamburg. In the current issue, the university's own Lerchenfeld magazine highlights university structures as well as student initiatives that deal with diversity and identity.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Start of semester

After three semesters of hybrid teaching under pandemic conditions, we are finally about to start another semester of presence. We welcome all new students and teachers at the HFBK Hamburg and cordially invite you to the opening of the academic year 2020/21, which this year will be accompanied by a guest lecture by ruangrupa.

photo: Klaus Frahm

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Public Information Day 2021

How do I become an art student? How does the application process work? Can I also study to become a teacher at the HFBK? These and other questions about studying art were answered by professors, students and staff at the HFBK during the Public Information Day on February 13, 2021. In addition, there will be an appointment specifically for English-speaking prospective students on February 23 at 2 pm.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?