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Astrukturelle Forschungsinfrastruktur

Überraschungseierfiguren, Briefmarken, Postkarten, Fotos, Steine, Muscheln, Bücher … ich habe schon einige Sammlungserscheinungen hinter mir.

Auch Kleinsammlungen wie z.B. ausländische Münzen. Sammlungserscheinungen sind von mir heute und jetzt so definiert: Eine Vielzahl von Dingen oder Worten oder so, die durch eine oder mehrere Personen als Sammlung betitelt wird und in ihrer Gesamtheit auf eine ästhetische Art und Weise erscheint.

Die Überraschungseierfiguren waren meine erfolgreichste Sammlung. Es begann so, dass ich beim Sonntagsfrühstück irgendwann einen Ekel gegen Eier, genauer gesagt gegen die Haut unten am Ei entwickelt habe. Ich habe mich arg daran verschluckt und konnte dann kein Ei mehr essen. Dass kein Ei auf meinem Frühstückstisch steht kam für meinen Vater nicht in Frage. Ich bekam also jeden Sonntag ein Überraschungsei. Dabei durfte ich Disneyclub gucken. Der einzige Tag an dem wir im Wohnzimmer aßen und der Fernseher laufen durfte. Jedes Ei mit einer festen Figur darin ist ein Erfolg gewesen. Beim Wocheneinkauf blieb es dann nicht mehr bei einem Ei. Mein Vater begann mich tatkräftig zu unterstützen. In jedem siebten Ei sollte eine Figur sein. Mein guter Freund Olli war schon viel deeper im Thema. Er organisierte mit seinen Eltern Flohmärkte und gab mir eine Einführung in die Untiefen des Ü-Eier-Universums. Es gab Bücher, in denen jede bisher erschienene Ü-Ei-Figur abgebildet war. Mit Maßen, Jahr, Name, Variationen, Preis. Und da steckte der Thrill: die handbemalten Figuren hatten zum Teil kleine Fehler (gelber Hut statt roter Hut oder Pauli Power, wo der orange Strich auf dem Ball fehlt (Variante), kostet heute 29,99€.) und waren dementsprechend selten und teuer.

https://www.eierlei-shop.de/figuren-ab-1993/f-f-im-cluburlaub-die-funny-fanten-im-cluburlaub-coole-elefanten-figuren-die-alle-handbemalt-sind-aus-dem-ue-ei-von-ferrero/pauli-power-wo-der-orange-strich-auf-dem-ball-fehlt-variante.html

Ich hatte nie den Lottogewinn unter den Figuren, aber schon Gelegenheit Figuren für 15DM weiterzuverkaufen. Ich habe nie den Setzkastenstatus erreicht - doch ich hatte wirklich viele Figuren. Jetzt habe ich zwei große Kartons wiedergefunden. Einen mit den doppelten Figuren, und einen mit den Zehnersets. Louis spielt jetzt damit. Es ist schön zu sehen, wie auch er Spaß daran hat diese Sammlung zu dekonstruieren. Die Dekonstruktion von Sammlungen ist im Moment das, was mich an meiner Kunst am meisten interessiert. Ein Pinguin spielt mit einem Zwerg und einem Einhorn Feuerwehrrettungseinsatz in der Eisenbahnszenerie. Für ihn ist alles gleich gut und es gehört das zusammen, was er für angemessen empfindet. Sein kindlicher Blick ist noch nicht vollends eingenommen von Zuordnungen.

Mit Olli bin ich irgendwann lieber zu Eishockeyspielen der Kassel Huskies gegangen. Sammlungen sind in meiner künstlerischen Auseinandersetzung immer wieder ein Thema gewesen. Ich habe Gespräche über Sammlungen geführt, über Archive und immer gedacht, ja - das ist mein Thema. Ich bewundere zutiefst konsequente Sammlungen. Ganz gleich ob von Peter Piller oder privaten Hobbysammlern - ich genieße die zeitliche und räumliche Konstruktion die durch eine Anhäufung von gesammelten Bildern oder Objekten entsteht. Ich schwimme dann die Varianten entlang wie durch ein Briefmarkenalbum. Darum habe ich auch oft versucht meine eigene künstlerische Produktion zu einer Sammlung zu machen. Aber sobald die Sammlung zu gleichförmig war, weil ich dachte es müsste eine Sammlung von sich ähnelnden Gegenständen sein. Also nur Kugelschreiber, nur Fotos von Wald, nur Portraits, nur Steine, … und sich das Gefühl von Arbeit einstellte musste ich damit sofort aufhören. Ich würde sagen, ich mache immer noch Sammlungen aber von den Highlights der Dinge, die ich gerne Sammeln würde. Eine Sammlung von Highlights. Geil. JA, das ist es. Und diese Highlight ordne ich dann schon irgendwie thematisch zu. Oder die Themen aus einer Fragestellung heraus bestimmen meine gedankliche Sammlung, deren Dekonstruktion durch die Entnahme (oder das Finden und Herstellen) von Highlights meine Aufgabe ist.

Ich finde die Dekonstruktion von Sammlungen interessant, weil ich mich zum Einen vor zu streng konzeptuell verlaufenden künstlerischen Entscheidungen drücken kann und zum Anderen, weil ich darin eine politische Haltung sehe, die mich dazu zwingt, meine eigenen Schlussfolgerungen und Gedanken ständig zu hinterfragen. Es geht um ständige Unruhe. Zwang zum Aufgeregt sein. Es ist natürlich auch eine Form von Eskapismus.

Das macht fun fun fun. Und macht mich auch sad sad sad.

Denn es entsteht wieder eine Ansammlung von Dingen, die zusammengehören oder für andere nicht zusammen gehören und dann stehen sie in meinem Atelier wie zum Beispiel jetzt:

1 Plastikflasche smart water (600ml) inspired by clouds

1 Lichterkette mit Batterieantrieb, transparent mit silbernen Glitzersternen OVP in transparenter Hülle

1 Bergkristall, eingeschweißt und eingepackt in ein Blatt Zeitungspapier mit arabischer Schrift

1 blaues Gipsgebiss mit der Aufschrift Jennifer Schäfer 12.12.2000 1 Danny Dauershower (Fanny Fanten im Cluburlaub) in Plastiktüte

1 Feuerstein mit Seeigelunterseitenabdruck

1 Feuerstein mit Seeigel

1 Anna und Elsa Zopfgummi

1 Zauberstab mit hellblauer Feder

3 Solardisplay Drehteller

1 Perlmuttmagnet

2 große Glassteine

und viele Ringe für Traumfänger

und in meinem Computer habe ich heute viele Bilder von Mineralien und von Pferden bearbeitet.

Variation von finalen Lösungen

Varianten finaler Lösungen Wenn man davon ausgeht, dass man in der Unendlichkeit seine Ruhe hat. Also im Nirvana oder in unendlich viel Vanillesoße, lauwarm, dann ist es logisch, dass alles was diese Unendlichkeit stört und in Frage stellt eine Gefahr darstellt. Ich mag keine Gefahr. Aber doch. Ich mag sie, weil sie thrillt mich.

Unruhe ist Pflicht!

„Sobald mit dehnbaren Begriffen operiert wird, die individuellen Interpretationsspielraum lassen, und zwar so viel, dass eine Unterhaltung zu keinem Ergebnis führt, bekomme ich ein Problem. Schuld daran sind die oft unterschiedlichen inhaltlichen Vorstellungen, die ein Begriff vermittelt. Mir geht es so mit dem Begriff „Forschungsinfrastruktur“. Zuerst denke ich da an Forschungsschiffe, Laboratorien, Sternwarten oder Teilchenbeschleuniger, d.h. vor allem an aufwendige technische Einrichtungen. Nun ist eine wissenschaftliche Sammlung laut dem Wissenschaftsrat eine „wesentliche Infrastruktur für die Forschung“ (WR, 2011, S.5). Der Wissenschaftsrat erläutert den Begriff nicht weiter, sondern weist auf die Begriffsdefinition des European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI), der sich soweit durchgesetzt habe. (WR, 2011, S. 15) Im Folgenden möchte ich die Definition für „Forschungsinfrastruktur“ von ESFRI verwenden und auf wissenschaftliche Sammlungen anwenden.“ schreibt Oliver Zauzig hier https://sammeln.hypotheses.org/tag/definition Er muss es wissen, denn er arbeitet bei der Koordinierungsstelle für Universitätssammlungen in Deutschland, Zentrumsrat Mittelbau.

Meine Forschungsinfrastruktur ist eine geschachtelte Strukturform. Jede Struktur enthält weitere strukturelle Komponenten. Diese Komponenten folgen Affekten. Lara sagt, das hat was mit Kontingenz zu tun.

Die Neukonstruktion dieser Strukturen und ihr heimliches Miteinander auf dem Tisch, während ich zum Beispiel arbeiten gehe oder zu Hause bin und einige Tage nicht zum Atelier komme, ist ein besonders wichtiger Punkt. Während die Zeit vergeht und mein Leben passiert, mit Lesen und Kind und Arbeit und Spazieren gehen und Essen und Schlafen sind die Objekte allein - irgendwas machen sie da. Wenn ich das nächste oder übernächste Mal komme, entwickelt sich die notwendige Handlung (entfernen oder neu verbinden, lassen, …) und die Arbeit kann sich weiterentwickeln.

fun fun fun
sad sad sad

Sammlung (Deutsch)[Bearbeiten]
Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular
Plural
Nominativ
die Sammlung
die Sammlungen
Genitiv
der Sammlung
der Sammlungen
Dativ
der Sammlung
den Sammlungen
Akkusativ
die Sammlung
die Sammlungen

[1] Ausstellungsstücke einer Sammlung

Worttrennung:
Samm·lung, Plural: Samm·lun·gen

Aussprache:
IPA: [ˈzamlʊŋ]
Hörbeispiele:  Sammlung (Info)

Bedeutungen:
[1] Anzahl von aufbewahrten, gezielt gesammelten Gegenständen
[2] die Aktion des Sammelns; meist Geld für einen guten Zweck
[3] Religion: die meditative oder religiöse Versenkung (im Gebet)

Abkürzungen:
[1] Slg.

Herkunft:
Ableitung zum Verb sammeln mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

Synonyme:
[1] Kollektion, Sortiment
[2] Kollekte
[3] Konzentration

Unterbegriffe: [1] Antikensammlung, Aufsatzsammlung, Briefmarkensammlung, Büchersammlung, Datensammlung, Deichtsammlung, Dichtersammlung, Dokumentensammlung, Formelsammlung, Gedichtsammlung, Gemäldesammlung, Geschichtssammlung, Gesetzessammlung, Gesetzsammlung, Hagiografiensammlung, Inschriftensammlung, Käfersammlung, Kunstsammlung, Landkartensammlung, Literatursammlung, Liturgiensammlung, Loseblattsammlung, Materialsammlung (Materialiensammlung), Mineraliensammlung, Münzensammlung, Münzsammlung, Muschelsammlung, Naturaliensammlung, Notensammlung, Notizensammlung (Notizsammlung), Novellensammlung, Plattensammlung, Quellensammlung, Raritätensammlung, Schmetterlingssammlung, Textsammlung, Tweet-Sammlung, Versprechersammlung, Waffensammlung, Zitatensammlung
[2] Altkleidersammlung, Altpapiersammlung, Haussammlung, Naturaliensammlung, Unterschriftensammlung

Beispiele: [1] Er besitzt die größte Sammlung von Kugelschreibern, die ich je gesehen habe. [1] „Ich hatte gerade beschlossen, den Nachmittag mit einer in arabischer Sprache verfassten Sammlung von Kurzgeschichten zu verbringen, die in den Gassen der Altstadt von Damaskus spielten.“[1] [1] „Nicht weniger überraschend wird es für uns heute sein, daß die enthusiastisch gelobte Sammlung keine glänzende Metropole ziert, sondern das wohlgehütete Schatzhaus einer kleinen Provinzstadt ist.“[2] [2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine Sammlung anlegen, besitzen, eine Sammlung von …

Wortbildungen:
Sammlungsergebnis

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