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Le Monde Problématique's Public Feed: Willkommen zu meiner Debattenr...

In einem längeren, auch hörbaren Essay für den Deutschlandfunk beschäftigt sich Barbara Sichtermann mit der Kategorie des Natürlichen bzw der Natur in feministischen Diskursen, und zwar von deren Anfängen bis in die Gegenwart hinein. Sie erläutert die vielen guten Gründe, die zur Ausklammerung der Natur aus den Diskussionen um Gleichberechtigung geführt haben, stellt aber auch dar, dass sie in einigen Konzepten doch unausgesprochen weiter existierte. Die vielen, noch immer existierenden Ungerechtigkeiten in den Geschlechterverhältnissen sollten nachdenklich machen, so Sichtermann. Die Kategorie der Natur sinnvoll in die feministische Theorie einzubetten sei eine echte Chance, deren Wirksamkeit zu erhöhen, so der Appell der Autorin.

In Ihrer Kolumne für die Neue Züricher Zeitung kritisiert Claudia Wirz den etatistischen Grundton der „postmodernen Frauenbewegung“, welcher sowohl bei der politischen Linken als bei Liberalen absoluter Konsens sei. Sie schreibt: „Man zelebriert zwar Diversity, praktiziert aber die Einheitsmeinung. Frauenquoten, mehr Subventionen für Kitas, Lohnkontrollen und Vaterschaftsurlaub – diesen Kanon der Staatseingriffe beherrschen Wirtschaftsfrauen genauso gut wie Gewerkschaftsfunktionärinnen. […] Dem linksfeministischen Etatismus ist es gelungen, die Inhalte der postmodernen Frauenbewegung weitgehend zu monopolisieren. Die politische Vielfalt in der organisierten Frauenpolitik verkümmert zusehends, ‚dissidente‘ Stimmen, die Lösungen lieber in der Eigeninitiative als im Staat suchen, werden zur Ausnahmeerscheinung. Das ist erstens ziemlich langweilig. Und zweitens eine schlechte Nachricht für eine lebendige Demokratie“, so die Auffassung Wirz‘.

Die extreme Spaltung der amerikanischen Gesellschaft sei nicht allein auf die polarisierende Politik ihres Präsidenten zurückzuführen, so Michael Sommer in seinem Essay, welches der Cicero vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Er gibt der linken Identitätspolitik eine Mitschuld an den politischen Verhältnissen: „Der Politikwissenschaftler Mark Lilla hat demonstriert, wie der identitätspolitische Empowerment-Furor Amerikas Linke gleich dreifach in die Aporie führt: erstens, weil das Einfordern von Minderheitenrechten mit geradezu religiöser Inbrunst von den realen sozialen und ökonomischen, die Gesellschaft durchziehenden Konfliktlinien ablenkt; zweitens, weil die Identitäten der neuen Stämme von LGBT, Muslimen, vor allem aber People of Color tatsächlich nur die Fremdzuschreibungen, Stereotype und Etikettierungen spiegeln, gegen die sie sich zu richten vorgeben; und drittens, weil die identitätspolitische Tribalisierung der Minderheiten einen identitätspolitischen Backlash der noch-Mehrheit provoziert: der weißen Mittelschicht also, die sich in ihren Vororten räumlich schon seit geraumer Zeit segregiert hat und die sich jetzt auch innerlich aus der Nation abmeldet.“ Donald Trump habe dann mit einer „Identitätspolitik von rechts“ reagiert. Sommer munkelt gegen Ende seines Beitrags, dass auch in Deutschland amerikanische Verhältnisse drohen könnten: „Denn auch bei uns versprüht die Identitätspolitik ihr ätzendes Gift“, so Sommers fetziger Schlusssatz.

Die Internet-Plattform Parteon bietet Kreativen die Möglichkeit, sich durch regelmäßige Mini-Überweisungen von Unterstützern finanzieren zu lassen. Sowohl die Kunstkritikerinnen von @thewhitepube als auch der Künstler Brad Troemel nutzen die Plattform, um nur zwei prominente Beispiele aus der zeitgenössischen Kunst zu nennen. Jack Conte, selbst Musiker und Videoproduzent, ist einer der Gründer und Chef von Patreon. Im Interview mit Christoph Koch, welches brand eins veröffentlicht hat, spricht er über die besonderen Chancen, welche seine Firma Kreativen unter den aktuellen Bedingungen biete. Das Modell von Patreon beschreibt er folgendermaßen: „Wir haben eine Lücke geschlossen: Früher gab es zum einen das Transaktionsmodell: Man kauft sich ein Buch oder eine Eintrittskarte. Und es gab das Prinzip Spende: Man warf dem Straßenkünstler eine Münze in den Hut. Patreon liegt dazwischen. Nehmen wir einen Podcaster, der jeden Monat vier Folgen veröffentlicht. Drei davon sind frei zugänglich, die vierte gibt es nur für Förderer. Es gibt Leute, die sich über die Gratisfolgen freuen und nichts bezahlen. Und es gibt welche, die nur deshalb zahlen, weil sie unbedingt die vierte Folge hören wollen. Es gibt aber auch eine Gruppe, die zahlt, weil sie den Podcast gut findet und weiß, dass er dauerhaft nur möglich ist, wenn es genügend Förderer gibt. Anders als bei einer Spende ist also durchaus Eigennutz der Unterstützer dabei. Aber es ist nicht der klassische Deal Geld gegen Ware.“

Bernhard Pirkl bespricht für jungle.world zwei aktuelle Dokumentarfilme, welche sich seiner Auffassung nach der Firgur des „Edgelords“ anzunähern versuchen, und zwar aus recht unterschiedlichen Richtungen. Ein Edgelord sei, so der Autor, ein „[…] habituelle[r] Provokateur, der sich gern nihilistisch äußert und dessen Habitat vor allem, aber eben nicht nur soziale Medien sind.“ Im Film „TFW No GF“ (The feeling when no girlfriend) gehe es um „[…] eine Generation von vornehmlich männlichen Mittzwanzigern, deren Existenz maßgeblich von Einsamkeit, Entfremdung und nicht zuletzt materieller Not gekennzeichnet ist“, so der Autor. „Die Regisseurin Alex Lee Moyer streut einige mehr oder weniger subtile Hinweise ein, die folgende Deutung nahelegen: In Ermangelung legitimer kultureller Kanäle, durch die sie ihrem Leiden Ausdruck verleihen könnten, bilden diese jungen Männer ihre eigene Subkultur, die in einer avantgardistischen Tradition steht, der Transgression schon immer das Mittel der Wahl war – mit Punk als nächstem, mittlerweile kanonisiertem Verwandten.“ Die zweite, von Pirkl besprochene Produktion ist ein Portrait des Künstlers Jordan Wolfson, dessen künstlerische Arbeit als auch dessen persönliche Äußerungen regelmäßig für Diskussionen sorgen würden (Nochmalige Empfehlung an dieser Stelle: „Jordan Wolfson’s Edgelord Art“, ein Portrait des Künstlers von Dana Goodyear für den New Yorker ). Die nihilistischen Überschreitungsstrategien der Edgelords hätten sich totgelaufen, so Pirkl: „Dass diese beiden Dokumentationen gleichzeitig erschienen sind, legt jedenfalls insgeheim Zeugnis ab von der Erschöpfung eines diffusen gegenhegemonialen Stils, der letztlich nicht recht weiß, was er will. Das Alte mag vielleicht sterben, aber das Neue nicht zur Welt kommen.“

Im österreichischen Skiort Ischgl haben sich zu Beginn der Corona-Pandemie vermutlich tausende UrlauberInnen infiziert und dem Ort so zu internationaler Berühmtheit verholfen. Der ganz in der Nähe geborene und aufgewachsene Fotograf Lois Hechenblaikner hat über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg die Verwandlung des Ortes vom Bauerndorf hin zum Massenskiparadies dokumentiert und eine Auswahl seiner Fotografien in einem Buch veröffentlicht. Elmar Krekeler stellt das Buch und die Geschichte des Ortes in einem kurzen Beitrag für die Welt vor und zeigt außerdem einige Aufnahmen Hechenblaikners.

Zum Schluss sei noch auf zwei Interviews verwiesen, die eher Off Topic sind, aber dennoch sehr interessant. Beide wurden von brand eins veröffentlicht. Das erste hat Sarah Sommer mit dem ehemaligen Investmentbanker und jetzigen Ökonomieprofessor Christian Kreiß geführt. Er plädiert für eine Betriebswirtschaftslehre,welche sich vom Prinzip der (finanziellen) Gewinnmaximierung und der Orientierung am Aktionärswohl (Shareholder Value) verabschieden solle, weil sie für die Gesellschaft als ganzes mehr Schaden als Nutzen bringe. In seinem alten Job habe er irgendwann erkannt, welche zerstörerischen Kräfte dieses ökonomische Denken entwickele.

Im zweiten Interview beschreibt der Frühphaseninvestor Christian Meermann, nach welchen Kriterien sein Wagniskapitalfonds Cherry Ventures die Geschäftsmodelle von Startups evaluiert, um sich dann - möglicherweise - finanziell beteiligen zu können. Die Grundproblematik dabei beschreibt Meermann folgendermaßen: „Unser Job ist es, in einem Umfeld extrem großer Unsicherheit Entscheidungen zu treffen. Wenn wir in Firmen reingehen, gibt es ja oft nicht viel mehr als eine Idee, die Gründer in eine Powerpoint-Präsentation packen oder als erste Produktdemo vorzeigen, und ein Excel-Sheet, aus dem hervorgeht, wie wertvoll die Idee ist, sofern sie gut umgesetzt wird und zündet. Erst in späteren Runden gibt es Daten und Zahlen, die Investoren in die Entscheidungsfindung einbeziehen können.“

Johannes Bendzulla

Jahresausstellung 2021: Studio Konzeptionelles Design (Prof. Ralph Sommer)

Jahresausstellung 2021: Studio Konzeptionelles Design (Prof. Ralph Sommer)

Annual Exhibition 2022 at the HFBK

After last year's digital edition, the 2022 annual exhibition at the HFBK Hamburg will once again take place with an audience. From 11-13 February, students from all departments will present their artistic work in the building at Lerchenfeld, Wartenau 15 and the newly opened Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments.

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Who speaks? Who paints which motif? Who is shown, who is not? Questions of identity politics play an important role in art and thus also at the HFBK Hamburg. In the current issue, the university's own Lerchenfeld magazine highlights university structures as well as student initiatives that deal with diversity and identity.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Start of semester

After three semesters of hybrid teaching under pandemic conditions, we are finally about to start another semester of presence. We welcome all new students and teachers at the HFBK Hamburg and cordially invite you to the opening of the academic year 2020/21, which this year will be accompanied by a guest lecture by ruangrupa.

Graphic design: Sam Kim, picture in the background: Sofia Mascate, photo: Marie-Theres Böhmker

Graphic design: Sam Kim, picture in the background: Sofia Mascate, photo: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

From September 24 to 26, the more than 150 Bachelor's and Master's graduates of the class of 2020/21 will present their final projects as part of the Graduate Show at the HFBK Hamburg. We would like to thank all visitors and participants.

photo: Klaus Frahm

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Public Information Day 2021

How do I become an art student? How does the application process work? Can I also study to become a teacher at the HFBK? These and other questions about studying art were answered by professors, students and staff at the HFBK during the Public Information Day on February 13, 2021. In addition, there will be an appointment specifically for English-speaking prospective students on February 23 at 2 pm.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?