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Le Monde Problématique's Public Feed: Willkommen zu meiner Debattenr...

Willkommen zu meiner Debattenrundschau vom 22.12.2019! Ana Teixeira Pinto und Kerstin Stakemeier haben für die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Texte zur Kunst „Ein kurzes Glossar zum sozialen Sadismus“ veröffentlicht, welchen man auf deren Homepage nachlesen kann. In der Einleitung des Textes schreiben sie: „In der heutigen Kunstwelt flirten so manche Künstler * innen nur zu gern mit der Sprache, der Symbolik und den Memes der Alt-Right-Bewegung. […] Wenn Menschen sich durch Kunstwerke und Ausstellungen tatsächlich verletzt fühlen und auf den privilegierten Status und die Machtstellung einiger Künstler * innen hinweisen, wird von diesen argumentiert, es handle sich lediglich um eine spielerische Auseinandersetzung, die durch das Recht auf Redefreiheit geschützt sei. Doch so einfach ist es nicht. […] Natürlich steht dahinter eine Tradition – die durch die Redefreiheit gedeckte Grenzüberschreitung –, und um eine historische Perspektive auf die jüngsten Tendenzen zu gewinnen, geben Ana Teixeira Pinto und Kerstin Stakemeier im Folgenden eine dringend nötige Analyse bestimmter Künstler * innen und Arbeiten, die unter diese Kategorie fallen.“ Üblicherweise funktioniert die Zusammenarbeit zwischen KünstlerInnen und Galerien nach folgendem Prinzip: erstere produzieren Arbeiten für Ausstellungen, welche dann durch die letztere verkauft werden. Für die ProduzentInnen ist üblicherweise unabsehbar, wie viel Geld tatsächlich in der Kasse landet, Planungssicherheit gibt es also keine. Brad Troemel schlägt in einem Instagram-Post eine andere Form der kommerziellen Zusammenarbeit vor – Ausstellende sollten die Möglichkeit bekommen, ihre Werke direkt der Galerie zu verkaufen, welche diese dann weiterveräußern kann. Er schreibt: „It‘s the artist‘s job to create art and it‘s the galleries‘ job to sell art. Why are artists paid according to a dealer‘s ability to sell? Artists are responsible for 100% of the creation of their work but assume 50% of the risk of selling the work in a process they have nothing to do with. We don‘t expect the art handlers to be paid based on wether the work sells – nor should we!“ In seinem zehnteiligen Post beschreibt er die genauen Details einer solchen Regelung und führt zahlreiche gute Argumente für deren Umsetzung an. Brad Troemels Arbeit ist übrigens ganz allgemein dringend zu empfehlen – seine Analysen des Kunstbetriebs sind scharfsinnig und witzig und beschäftigen sich häufig mit dessen zahlreichen immanenten Widersprüchen. Unter dem Titel „Hard Truths“ werden neuerdings im Kunstmagazin Artnews anonym gestellte Fragen von Angehörigen des Kunstbetriebs (aus dem nordamerikanischen Raum) beantwortet. In der aktuell veröffentlichten Ausgabe geht es um eine/n 37jährige/n Künstler/in in der akademischen Teaching-Falle und einen „‘white hetero cis male‘ abstract painter“, dessen künstlerische Karriere durch die gegenwärtigen Entwicklungen in der Kunstwelt in sich zusammenzufallen scheint. In seinem Esaay für das Wirtschaftsmagazin brand eins beschäftigt sich Thomas Ramge mit der sogenannten Scheinvielfalt, welche uns das Internet beschert habe. Theoretisch sei die Auswahl und Vielfalt für KonsumentInnen nie größer gewesen als heute, dennoch könne man weltweit Homogenisierungstendenzen feststellen. Welche technologischen, kommerziellen und psychologischen Faktoren dafür verantwortlich sein sollen, steht im Zentrum von Ramges Artikel. Autor Rainer Moritz hat sich einem besonderen Fachgebiet verschrieben – der Darstellung von Sex in der Literatur. Für die NZZ hat er eine Einführung (sorry) zum Thema verfasst, welche sich vor allem mit der deutschsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts befasst. Seine Grundthese: „Seit Jahren beschäftige ich mich damit – man hat ja sonst kaum Hobbys –, Sexstellen aus der Gegenwartsliteratur zu sammeln. Das ist eine Heidenarbeit, deren Resultate erschüttern. Denn selbst die klügsten, renommiertesten Autoren scheitern an dieser Aufgabe und bringen selten mehr als Gruseliges oder unfreiwillig Komisches zustande.“ Seine These belegt er dann auch mit zahlreichen eindrucksvollen Beispielen. Einen irrsinnig interessanten Artikel zur sogenannten „Computational Photography“ hat vas3k auf seinem/ihrem Blog vas3k.com veröffentlicht. Auch für Foto-Laien leicht verständlich geschrieben, beschreibt er/sie aktuelle Techniken zur Erzeugung fotografischer Bilder, welche nicht, wie lange üblich, auf hochwertige Hardware (Objektive, Sensoren) setzen, sondern auf Softwarelösungen und Rechenpower. Treiber dieser technologischen Entwicklung seien vor allem Smartphones gewesen, so der Autor. Ein großer Teil des Artikel beschäftigt sich entsprechend mit Handykameras. Hier ein kleiner Ausschnitt zu einer grundlegenden Funktionen zeitgenössischer Smartphone-Kameras: „There's a thing many people don't care, but it's crucial for understanding the entire mobile photography: Modern smartphone camera starts taking photos as soon as you open it. Which is logical, since it should show the image on screen somehow. But in addition to that, it saves high-resolution images to its cyclic buffer and stores them for a couple more seconds. No, not only for NSA. When you tap "take a photo" button, the photo has actually already been taken, and the camera is just using the last picture from the buffer. That's how any mobile camera works today. At least the top ones. Buffering allows implementing not only zero shutter lag, which photographers begged for so long, but even a negative one. By pressing the button, the smartphone looks in the past, unloads 5-10 last photos from the buffer and starts to analyze and combine them furiously. No longer need to wait till phone snaps shots for HDR or a night mode — let's simply pick them up from the buffer, the user won't even realize.“ Der Artikel macht deutlich, dass das Zeitalter der aufwendigen und teuren Hardware-Lösungen in der Fotografie schon bald zu Ende sein wird. Hervorragende Abbildungsqualität und ein hoher Tonwertumfang lassen sich auch durch deutlich günstigere, rechenbasierte Ansätze erzielen. Wie erkennt man eigentlich gefälschte bzw. digital manipulierte fotografische Bilder? Eine gute Einführung in die Methoden der sogenannten digitalen Bildforensik gibt Jakob Hasse, professioneller IT-Forensiker, im Interview mit Anna Biselli von Vice.com. Wer noch genauer Bescheid wissen möchte, dem empfehle ich den Wikipedia-Artikel zur digitalen Bildforensik Fast sind sie vorbei – die Zehner Jahre des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Fünf Redakteurinnen und Redakteure des Magazin Frieze haben eine Art Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt gewagt, welcher vor wenigen Tagen online veröffentlicht wurde. In einem lockeren Gesprächsformat werden besonders prägende KünstlerInnen der letzten zehn Jahre diskutiert und so auch exemplarische Entwicklungen innerhalb der Kunst und ihrer Institutionen thematisiert. Der kunst- und künstlerInnenzentrierte Ansatz lässt allerdings (notwendigerweise?) allgemeinere Veränderungen außer acht, die eher die Erwartungen an und die Funktion von Kunst ganz allgemein betreffen. Nicht-anthropozentrische Philosophien wie dem „Neuen Materialismus“, welche zu Beginn des Jahrzehnts kurz den Diskurs rund um die „Post Internet Art“ mitbestimmten, kommen ebenso wenig zur Sprache wie die zunehmende Bedeutung moralischer Argumente in Diskussionen um die Qualität und gesellschaftliche Funktion von Kunst. Symptomatisch ist hier der Absatz um den Künstler Jordan Wolfson, dessen Arbeit von den fünf RedakteurInnen als überwiegend problematisch eingeschätzt wird. „The politics were all wrong, yet no one could look away“, so Andrew Durbin. Ob es überhaupt wichtig ist, ob ein/e KünstlerIn für eine „richtige“ Politik eintritt oder nicht, ist eine Frage, die sich niemand zu stellen scheint. Einen weiteren Rückblick auf die Kunst der Zehner Jahre kann man bei Art in America (inzwischen mit Artnews verwachsen) nachlesen. Ausgangspunkt hier sind die – aus Redaktionssicht - wichtigsten Begrifflichkeiten der vergangenen Dekade: 3D, Affect, Afropessimism, Anthropocene, Blockchain, Cancel, Curate, Decolonize, Dissociate, Diller Scofidio + Renfro, Free Speech, Gentrification, Grift, Immersive, Influencer, #MeToo, Nonbinary, Occupy, Post-Internet, Precariat, Social Practice und Trigger. Ebenfalls passend zum Jahreswechsel – ein kurzes Portrait des „Lebensfreude-Kalenders“, dem meistverkauften Kalender Deutschlands, welches in der aktuellen Ausgabe von brand eins veröffentlicht wurde. „Ein Bild von einem Schnitzel kann dir nicht vermitteln wie es schmeckt“ heißt es darin. Mit diesem weisen Satz verabschiede ich mich in die Winterpause – bis nächstes Jahr! Johannes Bendzulla

Jahresausstellung 2021: Studio Konzeptionelles Design (Prof. Ralph Sommer)

Jahresausstellung 2021: Studio Konzeptionelles Design (Prof. Ralph Sommer)

Annual Exhibition 2022 at the HFBK

After last year's digital edition, the 2022 annual exhibition at the HFBK Hamburg will once again take place with an audience. From 11-13 February, students from all departments will present their artistic work in the building at Lerchenfeld, Wartenau 15 and the newly opened Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments.

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Who speaks? Who paints which motif? Who is shown, who is not? Questions of identity politics play an important role in art and thus also at the HFBK Hamburg. In the current issue, the university's own Lerchenfeld magazine highlights university structures as well as student initiatives that deal with diversity and identity.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Start of semester

After three semesters of hybrid teaching under pandemic conditions, we are finally about to start another semester of presence. We welcome all new students and teachers at the HFBK Hamburg and cordially invite you to the opening of the academic year 2020/21, which this year will be accompanied by a guest lecture by ruangrupa.

Graphic design: Sam Kim, picture in the background: Sofia Mascate, photo: Marie-Theres Böhmker

Graphic design: Sam Kim, picture in the background: Sofia Mascate, photo: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

From September 24 to 26, the more than 150 Bachelor's and Master's graduates of the class of 2020/21 will present their final projects as part of the Graduate Show at the HFBK Hamburg. We would like to thank all visitors and participants.

photo: Klaus Frahm

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Public Information Day 2021

How do I become an art student? How does the application process work? Can I also study to become a teacher at the HFBK? These and other questions about studying art were answered by professors, students and staff at the HFBK during the Public Information Day on February 13, 2021. In addition, there will be an appointment specifically for English-speaking prospective students on February 23 at 2 pm.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?