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3 Notizen zu: Im Zweifel für den Zweifel

1 Letzte Woche eröffnete im NRW Forum Düsseldorf die Ausstellung "Im Zweifel für den Zweifel"; auf der Künstlerliste: Zwölf Männer und eine Frau. Ob das denn im Jahr 2018 wirklich der endgültige Querschnitt zum Thema ist, den man in dieser groß angelegten Ausstellung denn abbilden möchte? - das wurde zur großen Frage in den sozialen Netzwerken. Und zum Lehrstück darüber, wie man als Kurator nicht auf kritische, aber durchaus legitime Nachfragen reagiert.

2 Zunächst wird geblockt und kritische Kommentare, etwa von Candice Breitz, werden (nach ihren Angaben) gelöscht. Kurator Alain Bieber putzt sich danach an der nicht nachzuweisenden Schutzbehauptung ab, der Diskurs zum Thema wäre "scheinbar männlich dominiert" - und Co-Kurator Florian Waldvogel ließ es sich nicht nehmen, einen Totalausfall von einer Stellungnahme nachzuschießen, in der er gleich am Anfang jede Schuld von sich weist und danach allen kritischen (Frauen)Stimmen erklären will, wie Feminismus richtig geht.

3 Bereits vor zwei Jahren ließ Bieber, mit einem ähnlichen Vorwurf konfrontiert, ausrichten, er zeige gerne auch mehr Frauen, wenn diese denn „bessere Arbeiten als ihre männlichen Pendants realisiert haben“. Gerade diese Aussage lässt aufhorchen. Denn sie spricht nicht nur Bände über Biebers Realität, in der Kunst von Frauen stets strenger zu bewerten ist als die von Männern. Die Aussage ergibt gerade in der Kunstwelt überhaupt keinen Sinn. Ist ein Picasso etwa "besser" als ein Matisse? Pollock "mindestens so gut" wie O'Keefe? Wie misst sich "Qualität", sollte man Bieber vielleicht fragen. Kunst ist kein Wettbewerb. Kunst ist ein komplexes Gewirr von individuellen Stimmen, von denen manche zu uns sprechen, manche vielleicht nicht. Für einen Kuratoren, eine gute Ausstellung umso wichtiger, möglichst unterschiedliche Sprachen zu Wort kommen zu lassen.

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