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Der Zahn der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen

"Der Zahn der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.“ sagte die bärtige 30+ Person zu ihrem Gegenüber im Gastronomieaussenbereich des Eckcafés. Das ist ein tolles Metaphernmashup, denn er hat recht: der Zahn der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Meine Milchzähne ließen sich früher manchmal zurückdrehen, rausgefallen sind die wurzellosen Gesellen dann irgendwann trotzdem. In Chemnitz versucht sich gerade ein rechter AfD-, Burschenschafts-, freie Kameradschafts-,NPD und Hooligan-Mob an der konservativen Revolution. Konservativ deshalb, weil es darum geht, die Welt (der Zahn) zu einem fiktiven Zeitpunkt X zurückzudrehen, und somit „die Dekadenz“, so die klassische faschistische Weltanalyse, der Gesellschaft zu überkommen. Wenn die dort gestartete Pogromstimung sich zum Zustand verhärtet - und noch sieht es ganz danach aus, denn bislang versammeln sich dort in soldatischer Männlichkeit vereinte Gruppen aus ganz Deutschland, relativ unbehelligt von der Polizei Sachsens -, dann wäre Chemnitz die erste große Stadt, die die versammelten Kräfte der extremen Rechten als territorialen Erfolg verbuchen könnten. Warum gerade Sachsen in den letzten 30 Jahren prädestiniert für solche Entwicklungen war, lässt sich hier in der Kürze nicht analysieren. Einen Teil dazu beigetragen hat wohl die Abwicklung der DDR und die Zerschlagung der Arbeits- und Lebensgrundlage vieler. Die Jungmännergruppen, die dort gerade Jagd auf andere Menschen machen, betrifft diese geschichtliche Entwicklung nur noch indirekt, und doch stehen sie in einer Tradition: Der Tradition der Überaffirmation mit Deutschland. Nicht „besiegte Ex-DDR Bürger_in“ wolle man sein, sondern sich dann doch lieber gleich auf die letzten gemeinsamen Grenzen vor 1945 beziehen. Hilfreich ist auch, dass die örtlichen Staatsorgane eine tendenzielle Blindheit auf dem rechten Auge hatten und haben. Wir werden sehen was passiert, aber sollte der Zahn der Zeit auch nur die geringste Drehung zurück machen, dann schlage ich vor, ihn lieber ganz zu ziehen.

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Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?