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Rajkamal Kahlons forschungsbasierte Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Visualität, Gewalt und Kolonialgeschichte. Indem sie historische und zeitgenössische Archive einem transformativen Prozess der Dekonstruktion und Intervention unterzieht, schlägt die Künstlerin Malerei als Strategie der Rehabilitation und radikalen Pflege vor. Kahlon macht sich in ihrer Arbeit eine Reihe von Archivmaterialien zu eigen – Anthropologie- und Reisebücher, historische Abhandlungen, medizinische Aufzeichnungen und Militärberichte, die die Perspektive der Kolonisatoren einnehmen. Die Künstlerin setzt sich mit der problematischen Natur ihrer Quellen auseinander, indem sie zeitgenössische Bilder und ergreifende Porträts über die zerlegten Buchseiten legt. Durch ihre visuelle Ansprache hinterfragt sie die in diesen Materialien enthaltenen Erzählungen und deckt die darin enthaltenen rassistischen Subtexte und Objektivierungen des ethnischen Körpers auf. Seit 2021 ist sie Professorin für Malerei an der HFBK Hamburg. Ihre letzte Monografie, der Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Wien, erschien 2025 im Kerber Verlag.