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Am 28.⁠ ⁠November 2025 werden in den Deichtorhallen die Edwin-Scharff-Preise für 2022 und 2023 an die HFBK-Absolventin Eske Schlüters (2022) sowie an das aus den HFBK-Absolventinnen Ergül Cengiz, Henrieke Ribbe und Kathrin Wolf bestehende Kollektiv 3 Hamburger Frauen (2023) verliehen. Die Entscheidungen hatte eine unabhängige Fachjury bereits im März 2025 getroffen, ebenso fiel die Entscheidung für Georges Adéagbo als Preisträger 2024 (mit Preisverleihung 2026). Das Preisgeld der Stadt wurde in den letzten Jahren auf 15.000 Euro verdoppelt, nachdem es durch die Haspa Stiftung aufgestockt wurde.

Zu Eske Schlüters (Diplom 2004, Dr. phil in art. 2020) heißt es in der Begründung der Jury: „Eske Schlüters interdisziplinäres und postkonzeptuelles Schaffen hinterfragt und erweitert die Grenzen zwischen Bild, Text und Ton tiefgreifend. Sie ist eine Künstlerin, die in ihrem Werk Bilder und Texte aus vielfältigen Quellen dekonstruiert, um sie neu zu montieren, und so, in ihrer Vielschichtigkeit, zu analysieren. Auf diese Weise überführt sie diese in neue Denkstrukturen. Ihre Arbeiten stellen tiefgehende Fragen zur Wahrnehmung, zu den Mechanismen des Erzählens und zur gesellschaftlichen Prägung durch Bilder. Ob Found-Footage-Film, Installation oder künstlerisch-wissenschaftliche Forschung – stets bewegt sich ihre Kunst an der Schnittstelle von Ästhetik, Theorie und Reflexion. Neben ihrer künstlerischen Praxis engagiert sich Schlüters intensiv in der Lehre und Forschung. Ihre Gastprofessuren an der HfbK Hamburg sowie an der ZHdK Zürich sind Ausdruck ihres Bestrebens, Kunst nicht nur als ästhetische Praxis, sondern als intellektuelles und gesellschaftliches Werkzeug zu verstehen.“

Die Jury sagt über das Künstlerinnenkollektiv 3 Hamburger Frauen (Ergül Cengiz, Diplom 2001, Henrieke Ribbe, Diplom 2005 bei Prof. Werner Büttner, Kathrin Wolf, Diplom 2004 bei Prof. Franz Erhard Walther): „Mit ihrer Entscheidung, den 3 Hamburger Frauen den Edwin-Scharff-Preis zu verleihen, würdigt die Jury neben einem künstlerisch überzeugenden Werk auch den Stellenwert der transformatorischen Kräfte eines Kollektivs und die Relevanz gesellschaftlicher Interaktion durch künstlerische Praxis. Ihre Produktionen bewegen sich zwischen Rauminstallationen und ortsspezifischer Wandmalerei auf Basis fotografischer Selbstinszenierung und kunsthistorischer Referenz und neuerdings auch Arbeiten im öffentlichen Raum. Die mit großer Virtuosität ausgeführten Wandmalereien erreichen in der Art und Weise, wie sie in den architektonischen Raum eingefügt sind, eine fast dreidimensionale Qualität, sie sind begehbare, raumgreifende Gesamtkunstwerke, und in der Art und Weise, wie sie Betrachter*innen in den Schaffensprozess einbeziehen, enthalten sie auch performative Aspekte: Das Kunstwerk ist sowohl Ergebnis als auch Dokument eines gemeinschaftlichen Prozesses […].“

Zur Jury 2022 und 2023 gehörten Jens Asthoff (Autor, Kunstkritiker), Dr. Dirk Dobke (Kunsthistoriker, Kurator, Geschäftsführer Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.), Ingrid Jäger (Bildende Künstlerin), Jens Mentrup (Galerie KM Berlin), Mariella Mosler (Bildende Künstlerin), Dr. Kathrin Rottmann (Kunsthistorikerin, Ruhr-Universität Bochum) und Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin, Kuratorin, Professorin HFBK).

Der Edwin-Scharff-Preis wird seit 1955 an bildende Künstlerinnen und Künstler verliehen, die in Hamburg und Umgebung leben und „deren Werke unter dem Anspruch, den der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen“ (Satzung). Über die Verleihung entscheidet eine Fachjury, die vom Senat berufen wird. Der Namensgeber des Preises, Edwin Scharff, gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20.⁠ ⁠Jahrhunderts. 1887 in Neu-Ulm geboren, wurde er in der Nachkriegszeit an die Landeskunstschule nach Hamburg berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind unter anderem Hanne Darboven, Franz Erhard Walther, Anna und Bernhard Blume sowie Daniel Richter.

Edwin-Scharff-Preis_aktuell