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Das aktuell aus neun HFBK-Studierenden bestehende Living Room Collective gehört zu den acht Preisträger*innen des Bundespreises für Kunststudierende 2025.⁠ ⁠Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Deutschen Studierendenwerk ausgelobt. In diesem Turnus traf eine dreiköpfige Fachjury ihre Auswahl aus 50 Portfolios nominierter Kunststudierender. Der Jury gehörten an: Stefanie Kleefeld, Direktorin Kunsthalle Bremerhaven, Renan Laru-an, bis Ende 2024 Künstlerische Leitung Savvy Contemporary Berlin, ab 2025 Kurator des philippinischen Pavillons der Architekturbiennale Venedig, Dr. Florence Thurmes, Generaldirektorin Kunstsammlungen Chemnitz.

„Das Living Room Collective verfolgt einen offenen, dezentralen und unintendierten künstlerischen Ansatz. Mehr als um ein finales, abgeschlossenes Kunstwerk, geht es um den Prozess und den Austausch zu gesellschaftlichen Fragestellungen, vor allem um das Thema des (sozialen) Raums und der Frage nach dem (guten) Zusammenleben. Kunst wird dabei nicht als ästhetisches oder auratisches Werk verstanden, sondern als Zusammenkommen und als „Care“, also das Kümmern um die Mitmenschen“, so Florence Thurmes in der Jury-Begründung.

Die Praxis der HFBK-Studierenden Pohan Chiu, Jakob Karpus, Ruxin Liu, Kenneth Lin, Esther Roth, Gebenfang Shi, Julia Stang, Ilo Toivio, Nanna Maria Wibholm als Living Room Collective, berücksichtige aktuelle Veränderungen im Bereich der künstlerischen Produktion und der Definition nicht nur des Kunstwerks, sondern auch der jeweiligen Künstler*innen selbst: „Für das Living Room Collective steht das Soziale im Vordergrund; es geht verschiedenen Tätigkeiten nach und vollzieht Handlungen, die um das Thema Raum kreisen, wie das Kochen, Putzen, Spielen, Diskutieren oder Reparieren. Als eine Art Manifest werden verschiedene Schlagworte festgehalten und z.⁠ ⁠B. auf Küchentücher oder Vorhänge, also Alltagsgegenstände, bedruckt oder gestickt. Auch werden einzelne räumliche Settings geschaffen, die einen Austausch über unterschiedliche Themen, wie die Symbolik von Text, fördern. Hierbei wird nicht der physische Raum erkundet und gestaltet, sondern vielmehr der soziale Raum, welcher sich in der aktuellen Zeit vielen Fragen entzieht. Das Living Room Collective stellt u.⁠ ⁠a. die Frage nach Queerness und Scham und bearbeitet das Thema über ein Jahr in Workshops. Solche Themen assoziieren tiefgreifende Emotionen und Fragestellungen, die vielerorts als Tabu gelten und für die keine Räume und Möglichkeiten des Austauschs bestehen. Im „Living Book“ wird der Prozess des Zusammenkommens festgeschrieben. Das Dokumentieren des Prozesshaften veranschaulicht einmal mehr, dass es dem Living Room Collective nicht um das Resultat (physische Kunstwerk) geht, sondern um das Schaffen von sozialen Anlässen, das Teilen von Zeit und das gegenseitige Voneinander-Lernen.“

Bundespreis für Kunststudierende