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Und in der Mitte der Erde war Feuer

Dokumentarfilm, Deutschland/Österreich/Ecuador 2013, ca. 75min. 

Bernhard Hetzenauer, »Und in der Mitte der Erde war Feuer«, 2013, Dokumentarfilm, 16mm / HD, Endformat HD-Cam, DVD, 75 Min. (Filmstill)
Bernhard Hetzenauer, »Und in der Mitte der Erde war Feuer«, 2013, Dokumentarfilm, 16mm / HD, Endformat HD-Cam, DVD, 75 Min. (Filmstill)
Bernhard Hetzenauer, »Und in der Mitte der Erde war Feuer«, 2013, Dokumentarfilm, 16mm / HD, Endformat HD-Cam, DVD, 75 Min. (Filmstill)
Die 1912 in Prag geborene deutschsprachige Jüdin Vera Kohn floh nach der Besetzung der Tschechoslowakei 1939 nach Südamerika, wo sie sich in Ecuador eine neue Existenz aufbauen konnte. Nach einer mehrjährigen Schauspiellaufbahn in Quito wurden ihre psychischen Krisen unhaltbar. Auf der Suche nach Heilung kehrte sie nach Europa zurück und begab sich im Therapiezentrum des deutschen Gestalttherapeuten und Zen-Buddhisten Karlfried Graf Dürckheim im Schwarzwald in psychotherapeutische Behandlung. Sie erlernte dort seine »Initiatische Therapie« und kehrte nach drei Jahren geheilt nach Ecuador zurück. In Quito studierte sie anschließend Psychologie, wo sie als über 57-Jährige promovierte.

Mehr als 40 Jahre lang arbeitete Vera Kohn als Psychotherapeutin und unterrichtete Zen-Meditation. Sie leistete in Ecuador Pionierarbeit auf dem Gebiet der klinischen Psychologie.

In essayistischer Weise erzählt Bernhard Hetzenauer von mehreren Begegnungen mit der fast 100-jährigen Psychologin, in denen sie aus ihrem bewegten Leben erzählt und bei ihrer Arbeit begleitet wird. Vera Kohns Biografie und ihre berufliche Entwicklung werden mit persönlichen Fragen des Filmemachers nach Kollektivschuld und individueller Verantwortung in Beziehung gesetzt. Ein wichtiges Motiv ist Vera Kohns bis heute unbeantwortete Frage, wie es in der so stark von humanistischen Werten geprägten deutschen Kultur zum Nationalsozialismus kommen konnte.

Der Film entstand über einen Zeitraum von vier Jahren in Hamburg, Quito, Mexiko-Stadt, Prag und Wien. Die Herstellung wurde aus Mitteln der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Innovative Film des bm:ukk Österreich, des österreichischen BMeiA, der Cine Styria, sowie des Zukunftsfonds der Republik Österreich gefördert.
Master-Abschlussprojekt, 2010 - 2013
Künstler/in:
Bernhard Hetzenauer (Österreich)
Master of Fine Arts an der HFBK seit 2009
Abschluss 2012
Auszeichnungen: 2006 Ursula Blickle Videopreis, 2007 Fohn Stipendium, 2008 VIS Publikumspreis, Fotoankauf BMUKK Wien, 2011 DAAD-Stipendium, 2012 DAAD-Preis, Sussmann Stipendium, Vienna Art Week, Biennale Regard Bénin
weitere Beteiligte
André Siegers, Dario Aguirre, Diego Arteaga, Coco Laso, Diego Falconí, Patricio Lopez, Amparo Mejías, Janne von Busse, Rainer Schwarte, u.a.
Betreuung HFBK:
Prof. Pepe Danquart, Prof. Wim Wenders, Prof. Udo Engel, Prof. Dr. Hanne Loreck
Studienschwerpunkt:
Film
Kategorie:
Film > Dokumentarfilm