HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg
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»Urbane Interventionen« ist ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt an der HFBK Hamburg. Unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich von Borries untersuchen vier wissenschaftliche Mitarbeiter – Christian Hiller, Daniel Kerber, Friederike Wegner und Anna-Lena Wenzel – diese Kunstform. Anknüpfend an Traditionen aus Theater, Performance und Aktionskunst sowie kulturellem und politischem Aktivismus formulieren diese künstlerischen Praktiken den Anspruch gesellschaftlicher Relevanz und Wirksamkeit.

Bislang ist wissenschaftlich aber nur rudimentär untersucht worden, ob, und wenn ja, welche Wirksamkeit künstlerische Interventionen entfalten, ob also der selbst formulierte Anspruch eingelöst wird. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen deshalb künstlerische, architektonische, performative und aktivistische Interventionen in urbane Räume vergleichend untersucht werden.

Diese Untersuchung beginnt bei der Begrifflichkeit und reicht bis hin zu Fragen der Instrumentalisierung durch Politik und Wirtschaft. Geht man von der begrifflichen Herkunft aus, bedeutet intervenieren »dazwischenkommen, dazwischentreten« und geht zurück auf das lateinische intervenire. Weitere Bedeutungsebenen sind hinzugekommen: dazwischenfahren, durchgreifen, eingreifen, ein Machtwort sprechen, Einfluss nehmen, sich einmengen, sich einmischen. Heute findet der Begriff Verwendung in vielen Kontexten, so u. a. im militärischen, medizinischen, psychologischen, künstlerischen, politischen, pädagogischen, humanitären und wirtschaftlichen Sprachgebrauch.

Neben der Auseinandersetzung mit Begrifflichkeit und Bedeutungswandel von »Interventionen« untersuchen wir konkrete Praktiken der künstlerischen Intervention und deren etwaige Instrumentalisierung am Beispiel Hamburgs. Denn vor dem Hintergrund, die Wirksamkeit von künstlerischen Interventionen
reflektieren zu wollen, ist deren Instrumentalisierung im Kontext gegenwärtiger Stadtvermarktung und -entwicklungspolitik ein wichtiges Thema.

Auch diese Fragestellung möchten wir in einem Symposium öffentlich erörtern. Es soll im Sommersemester 2011 an der HFBK stattfinden und von einem für Studierende offenen Seminar begleitet werden, das das Forschungsteam leitet. Für beide Symposien ist eine Dokumentation im Merve Verlag vorgesehen.

Durchgeführt wird das Forschungsprojekt von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe. Die vier wissenschaftlichen Mitarbeiter stammen aus den Bereichen bildende Kunst, Architektur, Philosophie, Medien-, Kunst- und Kulturwissenschaften und bringen zudem Erfahrungen aus künstlerischer, politischer und kuratorischer Praxis mit.

 

Das Team um Prof. Dr. Friedrich von Borries (2. v. rechts)
Das Team um Prof. Dr. Friedrich von Borries (2. v. rechts)

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DFG-gefördertes Forschungsprojekt an der Hochschule für bildende Künste Hamburg