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Eine Kooperation der AdBK München und der HFBK Hamburg im Kunstverein Harburger Bahnhof

Eine Schau in drei Akten vom 5. bis 26. April 2009

Beteiligte KünstlerInnen von HFBK und AdBK:
K2AO (= Klasse 2 Aufbau Organisation)
Björn Beneditz | Marie-Luise Birkholz | Oliver Bulas | Branca Čolić | Lisa Dutschmann | Carl Gross | Lotte Hauss | Verena Issel | Frau Kraushaar | Stefan Mildenberger | Anna Möller | Florian Pfefferkorn | Verena Schoettmer 
 

Der Titel dieser Kooperation verweist auf das von den französischen Surrealisten des frühen 20. Jahrhunderts entwickelte Assoziationsspiel cadavre exquis, bei dem ein Bild durch mehrere Personen konstruiert wurde, ohne dass diese die Beiträge der anderen kannten. Auf einem gefalteten Blatt Papier zeichnete eine Person den Kopf, eine den Rumpf, dann die Gliedmaßen und so weiter, um so am Ende ein Kreatur entstehen zu lassen. So soll es auch im Kunstverein Harburger Bahnhof darum gehen, mit unterschiedlichen Arbeitsansätzen und - im Gegensatz zum cadavre exquis - in gemeinsamer Auseinandersetzung eine Art Collage entstehen zu lassen, die mit Performances, Installationen und Aktionen andere Formen annimmt als die surrealistische Zeichnung auf Papier.

Bereits seit längerer Zeit beschäftigen sich K2AO mit dem Thema Bohème als einem eigenwilligen Lebensstil außerhalb der regulären gesellschaftlichen Konventionen. Nicht nur historisch, sondern auch als (un-)geliebtes Phänomen aktueller Künstlerschaft oder als spezifischer Lebensentwurf. Ganz aktuell trifft man in diesem Zusammenhang etwa auf die Digitale Bohème, die Holm Friebe und Sascha Lobo in ihrem Buch Wir nennen es Arbeit als eine Gruppe von Menschen beschreiben, die »sich dazu entschlossen haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dabei die Segnungen der Technologie herzlich zu umarmen und die neuesten Kommunikationstechnologien dazu nutzen, ihre Handlungsspielräume zu erweitern«. Taugt also der Begriff der Bohème heute noch als Identifikationsmerkmal für zeitgenössische Künstler?

Gemeinsam mit den StudentInnen der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, von denen einige bereits zum zweiten Mal mit den Münchenern zur Kooperation zusammentreffen, soll nun die Bohème kritisch auf ihre Aktualität und die ihr zugemessenen Bedeutungen hin untersucht werden. In dieser gegenseitigen Stimulation können so ganz neue Zusammenhänge zu diesem aktuellen Thema entstehen.

Anlässlich des Kooperationsprojekts der Klassenzusammenhänge um Michaela Meliàn, Gastprofessorin an der HFBK 2005/2006, und Stephan Dillemuth, Professor an der Akademie der Bildenden Künste München, werden die Münchener StudentInnen bereits einen Monat vor dem ersten öffentlichen Auftritt nach Hamburg kommen und in der Harburger Innenstadt, nahe des Kunstvereins Harburger Bahnhof leben und arbeiten. Neben drei Abendveranstaltungen sollen Interessierte während der normalen Öffnungszeiten des Kunstvereins den »work in progress«, das prozesshafte Entstehen der Zusammenarbeit mitverfolgen können.


Veranstaltungen:

Samstag, 4. April 2009, 20 Uhr

Wenn das Glück Dich überspringt - Ein bunter Abend-
Am ersten öffentlichen Abend werden die beteiligten StudentInnen aus Hamburg und München als Ausgangspunkt für den kommenden gemeinsamen Arbeitsprozess und die Auseinandersetzung miteinander bereits bestehende Werke und Projekte vorstellen.


Samstag, 18. April 2009, 20 Uhr

Das Harburger Revuechen / Ein Handkantenschlag - Eine Aufführung -
Auf halber Strecke lädt der Kunstverein Harburger Bahnhof zu einer abendlichen Revue ein, bei der die Studierenden in performativen Formaten eine Zwischenbilanz ihrer künstlerischen Arbeit vor Ort präsentieren.


Freitag, 24. April 2009, 20 Uhr

Eine Million Gefühle* - Eine Ausstellung -
*wasichwirklichdenkesageichnicht
Am Ende des Arbeitsprozesses in Harburg sollen die Ergebnisse der gemeinsamen Auseinandersetzung in Ausstellungsform dokumentiert werden. Hierbei soll nicht nur im Vordergrund stehen, ob und in welcher Weise die bereits bestehenden Positionen zur vorgegebenen Bohème-Problematik miteinander in Verbindung treten konnten sondern auch, welche Rolle die Gruppenstruktur dabei eingenommen hat.


Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.
Hannoversche Straße 85
ehemaliger Wartesaal 1. Klasse über Gleis 3 und 4
21079 Hamburg
www.kvhbf.de, info@kvhbf.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 14-18 Uhr

 

Le Cadavre Exquis - der bohèmistische Leichnam, Ausstellungsprojekt in Kooperation von ADBK München und HFBK Hamburg
Le Cadavre Exquis - der bohèmistische Leichnam, Ausstellungsprojekt in Kooperation von ADBK München und HFBK Hamburg

Der Bohèmistische Leichnam

Ausstellung
5. bis 26. April 2009

Öffnungszeiten:
Mi - So 14 - 18 Uhr

Eröffnung:
Samstag, 4. April 2009, 20 Uhr

Ausstellungsort:
Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.
ehemaliger Wartesaal über Gleis 3+4
Hannoversche Straße 85, Hamburg
www.kvhbf.de