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Die Bezeichnungsmaschine

Der Boden an der Decke / Die ausgefallene Zeit / Die Zerstreutheit der Dinge / Vario Tec 

Suse Itzel, »Die Bezeichnungsmaschine«, Performance-Objekt, 2012, Holz, Leukoplast, Scharniere, Gummizug, 132 Filzstifte, Nylonfaden
Suse Itzel, Sitzgruppe »Die ausgefallene Zeit«, Draht, Holz, ausgeschnittene Wachstuchtischdecke, Schirmständer, Tisch: 72 × 60 × 80 cm, gesamte Gruppe: 105 × 180 × 200 cm
Suse Itzel, »Die Zerstreutheit der Dinge«, Videoprojektion, 90 × 120 cm
Suse Itzel, Diplomausstellung, 2012, Installationsansicht, diverse Materialien
Diplomausstellung 2012

Die im Raum gezeigten Objekte und Videos entstammten unterschiedlichen imaginären Einrichtungen. Überspannt wurde der Ausstellungsraum von einer kachelartigen Struktur. Die Deckenkacheln sind Abdrücke des Bodenbelags meiner Mietwohnung. Durch mehrfaches Abdrücken wurde die Originalfläche vervierfacht. Die Abzüge, die auf einzelnen Klebebandstreifen entstanden, wurden auf dünne, folienbespannte Holzrahmen gezogen. Die Kachelreihen hängen – leicht durchhängend – an waagrecht aufgespannten Stahlseilen.

Die »Bezeichnungsmaschine« ist ein benutzbares Performance-Objekt. Durch seitliche Hebel kann die körperumschließende Konstruktion im Liegen geöffnet und geschlossen werden. Die Spitzen der braunen Filzstifte berühren den Körper. Seismografisch zeichnen die Spitzen Bewegungen des Körpers auf.

Die Sitzgruppe »Die ausgefallene Zeit« rankt sich um eine alte Wachstuchtischdecke, deren florales Ornament herausgeschnitten wurde und nur als Lochornament erhalten blieb. Die Wachstuchtischdecke wird von massiven Drahtstützen als unbenutzbarer Tisch in der Waagrechten gehalten. Stützen von Tisch und Stuhlfragmenten sind in der Manier des Drahtbäumchenwickelns gefertigt, wie es in Bastelbüchern zur Herstellung kleiner wohnungsdekorierender Schmuckbäumchen erklärt ist. Einerseits wird auf die Vorstellung von Stuhl und Tisch angespielt, die – sich selbst überlassen – allein und von allein verwachsen sind. Andererseits bezeichnet die ausgefallene Zeit auch die während eines zeitaufwendigen Herstellungsprozesses verflossene und so für alles Andere »ausgefallene« Zeit.

Der Titel »Die Zerstreutheit der Dinge« umfasst mehrere Videoarbeiten. In verschiedenen Aufbauten bewegen sich Möbel und Innenräume. »Die Zerstreutheit der Dinge« ist eine fortlaufende Arbeit. Die bis jetzt noch als getrennt erkennbaren Räume sollen sich im weiteren Verlauf durch offensichtlich »falsche« Wiederholungen vermischen. Durch ein Wiederauftauchen der unterschiedlichen Möbelteile und Ausschnitte in anderen Zimmerzusammenhängen, durch Mischung von Original und Attrappe verziehen sich die Räume ineinander. Zwei Sequenzen wurden in der Diplomausstellung als einzelne Videoarbeiten gezeigt.
Diplomprojekt, 2012
Künstler/in:
Suse Itzel
Diplomstudium an der HFBK seit 2005
Abschluss 2012
Betreuung HFBK:
Prof. Pia Stadtbäumer, Prof. Dr. Hanne Loreck
Studienschwerpunkt:
Bildhauerei
Kategorie:
Performance > Sonstiges
Installation > Sonstiges
Bildhauerei > Sonstiges