Ich fange immer so an, dass von irgendeinem Punkt aus sich eine Idee
entwickelt. Das geschieht auf teils sehr unterschiedlichem Zugangsweg. Ausschlaggebend kann ein malerisches Problem sein, der Blick auf gesammelte Vorlagen, die auch in einer Menge zu einem Gemälde führen können; oder visuelles Material, das mir bei der Beschäftigung mit bestimmten inhaltlich begründeten Themen zufällt.
Außerdem ist jedes neu entstehende Gemälde immer als eine direkte Reaktion auf das vorausgehende zu lesen. Einem Faltblatt gleich, gibt es in meinem Werk eine Entwicklung über Kontrast und Gegenseiten, sodass nach einem kontrastierenden Sprung in der linearen Abfolge dann im jeweils Übernächsten wieder eine Ähnlichkeit besteht. Assoziative Verknüpfungen der verschiedenen Ebenen formen die visuelle Erscheinung
und letztlich die konkrete Bildidee.
Der Prozess der Zusammenführung verschiedener Aspekte setzt sich auch
während des Malens noch fort, es findet dort ein ständiger Wechsel zwischen Form und Inhalt statt. Inhaltliche Spezifika sorgen dafür, dass eine Form zu genau dieser wird, genauso wie die Entstehung einer darstellenden Form zu einer Klärung über thematische Zusammenhänge
führen kann.
Die Arbeit am Bild / an den Bildern geschieht langsam und zäh. Ähnliches
passiert beim Betrachten des fertigen Gemäldes: Gefangen von bestimmten
fixierenden Punkten, z.B. der Mimik einer Figur oder einer attraktiven malerischen Geste, hält der Betrachter inne und lässt seine Augen von dort aus über die Textur wandern. Über fließende Übergänge erschließen sich die verschiedenen Ebenen, die dem Gemälde innewohnen. Der
Gesamtzusammenhang ist am Anfang und am Ende da.
Diplomprojekt, 2009
Geboren 1981
in Nienburg/Weser
Diplomstudium
an der HFBK
seit 2001
Abschluss 2009
Betreuung HFBK:
Prof. Werner Büttner, Prof. Norbert Schwontkowski
Studienschwerpunkt:
Malerei/Zeichnen