de en

Katharina Pethke

Katharina Pethke, Professorin für Einführung in das künstlerische Arbeiten (Film)

Katharina Pethke ist seit 2012 Professorin für Anfängerbetreuung im Studienschwerpunkt Film.

Katharina  Pethke (*1979 in Hamburg) studierte zunächst Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und parallel Visuelle Kommunikation an der HFBK Hamburg. Anschließend absolvierte sie ein Studium der Audiovisuellen Medien an der Kunsthochschule für Medien in Köln, das sie 2010 mit dem Diplom abschloss.

Katharina Pethke dekliniere und erprobe die vielfältigen Formen dokumentarischen Erzählens und bringe damit dieses Genre auf die Höhe seiner Möglichkeiten, hieß es in der Laudatio zur Verleihung des Förderpreises Nordrhein-Westfalen für junge KünstlerInnen im Bereich Film. Vor allem habe Pethke die Fähigkeit, mit und in Bildern zu erzählen.

Ihr erster Film Anophtalmus (2005), dessen Titel übersetzt so etwas wie »augenlos« heißt, beschreibt in sieben Minuten, wie aus in Feuer getauchtem Glas in perfekter Handarbeit etwas Sichtbares entsteht: ein künstliches Auge. Der Film, in dessen an Bunuels »andalusischen Hund« erinnernden Schlussequenz sich jemand diese Augenprothese einsetzt, wird zum Anlass für die Beschäftigung mit der eigenen visuellen Wahrnehmung. »Im Vordergrund stehen für mich und meine Arbeit die Eigenschaften und eben die Grenzen des Mediums, welches ja zusammengesetzt ist aus zweierlei: aus Bild UND Ton. Es geht um Sehen und Hören«, sagt Pethke.

In ihrem Diplomfilm Louisa (2011) porträtierte sie ihre ertaubte Schwester, die sich mit Anfang 20 entscheidet, die Gebärdensprache zu erlernen und sich aus der Welt der Hörenden, in der sie aufwuchs, zu verabschieden. Pethke zeigt den schwierigen Weg Louisas von der Anpassung an die Welt der Hörenden zu Selbstständigkeit und Autonomie in einer Gemeinschaft von Gehörlosen. Erstaunlicherweise ist der Film über diese beiden so gegensätzlichen Welten voller Musik – von Louisas ersten Tönen auf der Klarinette bis hin zu HipHop.

Seit 2009 arbeitet Katharina Pethke regelmäßig für die Fernsehsender ZDF/3Sat. Den Anfang machte der viel beachtete Dokumentarfilm In dir muss brennen, der verschiedene Coachings und Selbstverbesserungskurse in strengen Cadragen begleitet und Fragen zum erschöpften Selbst in der modernen Gesellschaft aufwirft. Dabei entstanden u.a. für die ZDF/3sat-Reihe »Was wir wollen« die 45-minütigen Auftragsproduktionen Von den letzten Dingen und Die Natur des Bösen (2Pilots Filmproduktion).

Der neueste Film Jedermann (2016) ist ein 30-minütiges experimentelles Porträt des Schauspielers Philipp Hochmair und wurde von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein, sowie der BKM gefördert und erhielt das Prädikat »besonders wertvoll«.

Zahlreiche Jurytätigkeiten (u.a. Crossing Europe Linz, Filmfest Hamburg, Dokumentarfilmwoche Hamburg, Flensburger Kurzfilmtage) sowie eine zweijährige Dozententätigkeit am geisteswissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung des deutschen Volkes 2015–2017 begleiten Pethkes Tätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Filmografie (Auswahl)

2016: Jedermann, S-16mm, 30min. (Buch, Regie, Kamera)
2012: Die Natur des Bösen, HD, 45 Min., Auftragsproduktion von ZDF/3Sat (Buch, Regie)
2011: Louisa, Dokumentarfilm, Digibeta, 62 Min. (Buch, Regie, Kamera); Von den ersten und den letzten Dingen, HD, 45 Min., Auftragsproduktion für ZDF/3Sat (Buch, Regie)
2009: In dir muss brennen, Dokumentarfilm, HD, 64 Min.
2007: In Liebe – Britta Schmidt, Essayfilm, Digibeta, 52 Min.
2005: Anophtalmus, Kurzfilm, 35 mm, 7 Min.

Preise / Auszeichnungen (Auswahl)

2016: Prädikat besonders wertvoll der FBW für Jedermann
2011: Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Louisa, Sonderpreis für den besten deutschen Film mit einer Länge zwischen 30 und 78 Min.; Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm; Förderpreis des Landes Nordrhein Westfalen für junge Künstler/innen im Bereich Film; Prädikat besonders wertvoll der Filmbewertungsstelle Wiesbaden und Dokumentarfilm des Monats für Louisa
2010: Förderpreis des Büros für Gleichstellung der Kunsthochschule für Medien Köln
2007: Prädikat besonders wertvoll der Filmbewertungsstelle Wiesbaden und Kurzfilm des Monats für Anophtalmus

Stipendien / Förderungen (Auswahl)

2012: Dreimonatiges Auslandsstipendium des Ministeriums für Familie, Kinder und Jugend, Kultur und Sport NRW in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Trivandrum für das Projekt In Dia Est in Indien
2011: Dreimonatiges Auslandsstipendium der Kunststiftung NRW für das Projekt Maine (ME) in den USA
2008–2011: Förderung des Films Louisa durch die Filmförderung NRW
2008–2009: Gewinnerin der ZDF / 3Sat- und DOK Leipzig-Ausschreibung Mein Leben in Sicherheit für die Produktion von In dir muss brennen
2007–2010: Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2010: 5x3, Kunstraum Düsseldorf; Von dritten Räumen, Kunsthaus Hamburg
2008: wide angels spread their wings and..., Galerie Stedefreund, Berlin
2007: Neue Konzepte, Kunstverein Bonn
2006: Phaenomenale, Kunstverein Wolfsburg; Art Cologne, Köln