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Symposium

Second Screen - Texte über Kunst

Symposium im Kunstverein Harburger Bahnhof
Freitag, 14. Oktober 2016, 14:30 bis 19 Uhr

Mit Beiträgen von Clara Herrmann | Melanie Romiguière | Nora Sdun | Thomas Thiel | Jan Wenzel u.a.

Das gemeinsam vom Kunstverein Harburger Bahnhof und der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) veranstaltete Symposium widmet sich dem Schreiben über Kunst als institutionelle Praxis und fragt nach den Möglichkeiten und Herausforderungen der sprachlichen Kontextualisierung von Kunst im Digitalen und Analogen.

Der Begriff „Second Screen“ bezeichnet ursprünglich die parallele Nutzung von Internet und Fernsehprogramm. Als Titel des Symposiums adressiert er Sprache als zweite Ebene, auf der Kunstwerke erfahren werden. Andererseits verweist er auf die inzwischen weit verbreitete Praxis, jederzeit zusätzliche Informationen mittels eigener Internetrecherche auf mobilen Endgeräten in die Rezeption von Kunst einfließen zu lassen und eigene Erfahrungen unmittelbar in Form von Kommentaren oder Posts in den Diskurs einzuspeisen.

Traditionell kommunizieren Kunstinstitutionen zum einen in bewerbenden Ankündigungen und Pressmitteilungen, zum anderen in vermittelnden Saal- und Wandtexten. In diesen Formaten fließen faktische Informationen, Beschreibungen, Interpretationen und Bewertungen meist innerhalb weniger Zeilen untrennbar ineinander. Die verwendete Sprache folgt häufig den ungeschriebenen, homogenisierenden Regeln eines internationalen Kunstdiskurses; unabhängig von Publikum, Ausrichtung oder Wirkungsort der jeweiligen Institution. Dem gegenüber stehen Ansätze von Künstler*innen, Kritiker*innen und Kurator*innen, neue Verbindungen von Text und Kunst zu entwickeln.

Der Kunstverein Harburger Bahnhof möchte mit seinem Ausstellungsprogramm und der neu konzipierten Homepage www.kvhbf.de diese etablierten Kommunikationsformate um die subjektive Vielstimmigkeit beteiligter Produzent*innen und externer Autor*innen erweitern und den digitalen Raum nutzen, um Formate der Recherche, Vermittlung und Dokumentation als Angebote für eine erweiterte Rezeption zu befragen.
Mit dem Netzwerk www.rhizome.hfbk.net wiederum versucht die HFBK Hamburg den an der Hochschule stattfindenden analogen Austausch über künstlerische Produktion ins Digitale zu übersetzten und an die dort geführten Diskurse anzuknüpfen. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Gleichzeitig sollen auf inhaltlicher und praktischer Ebene weiterführende Angebote bereitgestellt werden, die sich aus den spezifischen Möglichkeiten des Digitalen ergeben und Impulse in die Hochschule zurückspielen.

Vor dem Hintergrund dieser Projekte bringt das Symposium Kulturproduzent*innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um über aktuelle Ansätze des Schreibens als erweiterte Ausstellungspraxis zu diskutieren. Wo kann Sprache als Kommentar, Austausch, Kritik oder fiktionale Narration alternative Räume für künstlerische Prozesse eröffnen? Was wird geteilt, angeeignet und verwertet? Welches Verhältnis von Kunst und ihren Institutionen steht hier zur Disposition?

mit freundlicher Unterstützung
der Karl H. Ditze Stiftung

 

Download Flyer

14:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Beate Anspach (HFBK Hamburg)
Jennifer Smailes (Kunstverein Harburger Bahnhof)

15 Uhr
Jan Wenzel (Verleger und Kurator, Leipzig)
»Zeitreserven für ein Festival und eine Klammer für den Raum«

16 Uhr
Melanie Romiguière (Kuratorin, Berlin)
»Mariana Castillo Deball – Parergon«

17 Uhr Pause

17:30 Uhr
Clara Herrmann (Koordinatorin Digital Solitude, Stuttgart)
»Schlosspost«

18:30 Uhr Podiumsdiskussion
»Vagabundierendes Wissen – Autorschaft, Intention und Verbreitung von Texten über Kunst«
Thomas Thiel (Bielefelder Kunstverein),
Nora Sdun (Autorin und Herausgeberin, Hamburg) und
Jan Wenzel (Verleger und Kurator, Leipzig)
Moderiert von Lisa Britzger (Kunstverein Harburger Bahnhof)

im Anschluss
Imbiss & Musik (COPS)

im Raum
Audioinstallation der Künstler*innengruppe
COPS (Corporation of people’s situations)
 

Ort:
Kunstverein Harburger Bahnhof
im Bahnhof über Gleis 3 & 4
Hannoversche Straße 85
21079 Hamburg
www.kvhbf.de