Im Zuge meiner Abschlussarbeit sind drei künstlerische
Projekte entstanden, deren Ausgangspunkt
unterschiedliche Erlebnisse und Erfahrungen waren.
Hauptstrang meiner künstlerischen Arbeit bilden
Kugelschreiberarbeiten, die sich zwischen Grafik,
Malerei und Bildhauerei bewegen. Mit schwarzem
Kugelschreiber wird die Fläche des Blattes in der Auseinandersetzung
mit Zeichenmaterial und Untergrund
gefüllt. Dabei entstehen keine homogenen Flächen,
sondern – je nach Beschaffenheit des Ausgangsmaterials
– glänzende, reliefartige und aufgeraute taktile
Oberflächen, die zu visueller Erkundung anregen.
Zudem ist eine Reihe von Prägungen Teil meiner
Abschlussarbeit. Hierfür dienten Straßenbahnkabel
und das Empfinden, der Himmel wirke wie von
diesen Kabeln durchtrennt, als Ausgangspunkt. Um
das Element des Gegeneinanderdrückens von Linie
und Fläche isoliert herauszuheben, sind reduzierte
Prägungen gefertigt worden, in denen sich ein oder zwei Linien in die Fläche des Papiers drücken.
Der dritte Teil meiner Abschlussarbeit ist ein grafisches Projekt, welches in der Beschäftigung mit einer
Sammlung von Poesiealben entstanden ist. Auffällig
an diesen unterschiedlichen Alben, die zwischen 1853
und 1918 geführt wurden, ist der teilweise präsente,
oft aber auch kaum erkennbare Bezug der Einträge zu
den bedeutenden Geschehnissen ihrer Zeit. Vielfach
erscheinen die eingetragenen Gedichte und Kommentare
wie leere Floskeln, manchmal blitzen aber
Elemente auf, die Aufschluss über die Beziehung
zweier Menschen geben oder in Bezug zu politischen
Ereignissen stehen. In dem Buch »Zur Erinnerung«
wurden ausgewählte Einträge dieser Alben vor den
Hintergrund historischer Fakten gestellt und somit
das Persönliche mit dem Politischen in Beziehung
gesetzt.