Dreh- und Angelpunkt der künstlerischen
Arbeit von Hannah Rath sind
Worte und Buchstaben. Die Künstlerin
experimentiert mit ihren Silhouetten,
mit Verschiebungs- und Variationsmöglichkeiten,
die zu neuen Bedeutungsebenen
führen und Zusammenhänge sichtbar
machen. Ein besonderes Interesse
besteht an Anagrammen, Palindromen,
Pangrammen oder grammatikalischen
Strukturen – Verschiebungen, neue
Anreihungen von fest definierten Buchstaben,
die neue bzw. parallele Bedeutungsebenen
erschließen.
Die Collagen,
(Schreibmaschinen-) Zeichnungen,
Videos, Skulpturen und Buchobjekte
sind Ausdruck einer visuellen Lyrik:
Spielerisch werden Lücken festgehalten
oder innere Strukturen durch Freistellungen
oder Additionen neu im Raum
verortet. Diese Umsortierungen dienen
der Künstlerin dazu, ein Freiheitsmoment
in einem festgeschriebenen
Ordnungssystem herauszufordern.
Insbesondere in ihren Buchobjekten
und Skulpturen wird die Gestalt des
Buchstabens direkt mit der menschlichen
Physis in Verbindung gebracht. Die
einzelnen Raumfiguren (be)stehen als
Anordnung im Raum nebeneinander,
fußen auf ähnlichen Ansätzen, stehen
jedoch in keiner direkten Abhängigkeit
zueinander. Die verwendeten Materialien
wie Papier oder Glas definieren
sich durch Klarheit und Leichtigkeit –
ebenso liegt diesen Materialien ein filigraner,
zerbrechlicher und vergänglicher
Moment zugrunde.