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Gerald M. Foster

 

Heiko Hoffmann, Gerald M. Foster am Schreibtisch, 2010
Heiko Hoffmann, »Gerald – The Musical«, 2010, Digitaldruck, 42 x 59,4 cm
Vom wilden Kurdistan zum Elfenbeinturm. Von Karl May zu Gerald M. Foster. Vertreter der sogenannten Trivialliteratur dienen mir oft als Inspirationsquelle. Das Studium war eine Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Die Selbstinszenierung wurde dabei zu einem bevorzugten Stilmittel. Die Lust am Verkleiden, verbunden mit der Liebe zu Kitsch und Nostalgie und der Sehnsucht nach der scheinbar heilen Welt der Kindheit waren der Antrieb. Klassische (männliche) Vorbilder wurden so neu interpretiert, leise ironisiert und Klischees durch ihre teilweise extreme Überhöhung ad absurdum geführt.

Karl May selbst war ein Meister der Selbstinszenierung. Später lernte er den Künstler Sascha Schneider kennen, der seine Reiserzählungen mit neuen Titelbildern versah. Einige der Arbeiten habe ich zunächst kopiert und später fotografisch neu interpretiert. Später habe ich ein eigenes Alter Ego geschaffen, ähnlich wie May seinen Kara Ben Nemsi oder Old Shatterhand.

Gerald M. Foster. Eine tragische Figur, deren Schicksal sich dem Betrachter bereits durch wenige biografische Informationen offenbart. Zeitungsartikel, Magazine, Fotos und Plakate erzählen von Ruhm und Erfolg als Schriftsteller, aber zwischen den Zeilen wird schnell klar: Die Fostersche Glanz-Fassade hatte ihre Risse. Foster, für die einen eine Ikone, für die anderen Verfasser von »widernatürlicher Schundliteratur«, scheidet auf dem Zenit seines Erfolges unter tragischen Umständen aus dem Leben. Man vergisst ihn und sein Werk, und erst 80 Jahre später erfährt es eine Renaissance in Form eines banalen Broadway-Musicals. Eine solche Geschichte, so oder so ähnlich, hat wohl jeder schon einmal gehört. Gerald M. Foster ist der Versuch des perfekten Klischees einer tragischen Figur.

Das Projekt »Foster« ist Ausdruck eines großen Interesses und einer ehrlichen Bewunderung für eine bestimmte vergangene Zeit. Darüber hinaus drücken sich in seiner Geschichte einerseits Mut und Zuversicht, in seinem Schicksal und dessen Vermarktung andererseits aber auch Resignation und Pessimismus aus.
Diplomprojekt, 2010
Künstler/in:
Heiko Hoffmann
Diplomstudium an der HFBK seit 2004
Abschluss 2010
Betreuung HFBK:
Prof. Thomas Bernstein, Achim Hoops
Studienschwerpunkt:
n.A.
Kategorie:
Grafik > Sonstiges
Fotografie > Sonstiges