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Pressemitteilung


27.02.2009

Karl H. Ditze-Diplompreis 2009 der Hochschule für bildende Künste Hamburg

Die Absolventen René Hillebrand, Eike Swoboda und Monika Michalko wurden während der Eröffnung der HFBK-Diplomausstellung am Mittwoch, den 25. Februar 2009, mit dem diesjährigen Karl H. Ditze-Preis für die drei besten Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Die hochkarätig besetzte Jury hatte auf ihrem gestrigen Rundgang die insgesamt 42 ausgestellten Arbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenbild, Design, Film, Grafik/Fotografie sowie Malerei und Zeitbezogene Medien begutachtet. In einer anschließenden intensiven Diskussion wurde um das Ergebnis gerungen, da auch in diesem Jahr wieder viele qualitativ hochwertige Diplomarbeiten in der HFBK vertreten sind und die Entscheidung nicht leicht fiel.

Schließlich einigten sich die Jurymitglieder auf eine Dreiteilung des Karl H. Ditze-Preises: den 1. Preis in Höhe von 3.500 Euro für den Designer René Hillebrand, den 2. Preis in Höhe von 2.500 Euro an den Filmer Eike Swoboda und den 3. Preis in Höhe von 1.500 Euro an die Malerin Monika Michalko. Zwei wesentliche Kriterien für die Entscheidung waren die Eigenständigkeit und Nachhaltigkeit der künstlerischen Positionen.

Die PreisträgerInnen mit der Jurybegründung:

René Hillebrand – 1. Preis
Designentwürfe »Edith B.« und »Grobi«
Diplom bei Prof. Ralph Sommer/Prof. Glen Oliver Löw
Der Designer René Hillebrand erhielt den Hauptpreis für Möbelentwürfe, die er in Zusammenarbeit mit Behinderteneinrichtungen entwickelt hat. So entstanden eine kleine, auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern zugeschnittene Küche sowie robuste Schränke für Heime, die sachaggressive Menschen betreuen. Hillebrand zeigt mit seinen Entwürfen überzeugend, dass jenseits des rein funktionalen oder ästhetischen Designs Gestaltung auch mit sozialer Verantwortung zu tun haben kann.

Eike Swoboda – 2. Preis
Film »Laura & Fred«
Diplom bei Prof. Wim Wenders/Prof. Gerd Roscher
Der zweite Preis ging an Eike Swoboda (Film), dessen Kurzfilm »Laura & Fred« auf einer einfachen Versuchsanordnung beruht: Ein Mann ist gerade in eine Mietwohnung eingezogen, als er feststellt, dass dort schon jemand wohnt, eine Frau. Sein Leben gerät auf kafkaeske Weise aus den Fugen. Swoboda hat sein fesselndes Kammerspiel, das an den frühen Roman Polanski oder auch an die Filme von David Lynch erinnert, mit geistig behinderten Darstellern inszeniert.

Monika Michalko – 3. Preis
Malerei und 35-mm-Filmprojekt »Sileni Lestra«
Diplom bei Prof. Norbert Schwontkowski
Die Malerin Monika Michalko erhielt den dritten Preis für ihre raumbezogene Arbeit »Sileni Lestra«. In ihrer Bildsprache hat sie sich das Formenvokabular der klassischen Moderne von Paul Klee bis Willi Baumeister auf meisterhafte Weise zu eigen gemacht, um daraus versponnene Bildwelten zu entwickeln. Ihre Rauminszenierung hat magische Qualitäten: Neben der Malerei hat sie ein filmisches Tableau vivant inszeniert, das in Kombination mit einer eigens komponierten Begleitmusik faszinierend surreal wirkt.
 

Die Diplomausstellung ist nicht nur das wichtigste Ereignis in der Reihe der Ausstellungen der Hamburger Kunsthochschule, sie bekommt durch die Verleihung des Karl H. Ditze-Diplompreises eine ganz besondere Bedeutung. Denn neben der Benotung durch die ProfessorInnen der Hochschule bildet das Urteil einer externen Jury über das beste Diplom einen wichtigen Prüfstein für die Zukunft der Absolventen.

Der Diplompreis wird jährlich vergeben und von der Karl H. Ditze Stiftung zur Verfügung gestellt. Die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre haben das sichere Urteil der Jury immer wieder durch ihre erfolgreiche Entwicklung bestätigt. Die meisten sind inzwischen in großen Sammlungen vertreten, haben renommierte Galerien im In- und Ausland gefunden und an namhaften Ausstellungen oder Festivals teilgenommen.

Mitglieder der Jury in diesem Jahr:

  • Joachim Jung | Kameramann und Drehbuchautor, Hamburg/Los Angeles
  • Annette Kelm | Künstlerin, nominiert für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2009
  • Ralf Schlüter | Stellvertretender Chefredakteur des ART-Magazins
  • Prof. Dr. Sabine Schulze | Direktorin des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe
  • Uwe Toben | Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Karl H. Ditze Stiftung
  • Florian Waldvogel | Kurator, Leiter des Kunstvereins Hamburg

Karl H. Ditze (1906–1993), Gesellschafter und langjähriger Geschäftsführer des Unternehmens rotring (Schreib- und Zeichengeräte), hatte die Karl H. Ditze Stiftung 1979 gegründet. Seitdem werden jährlich vier Hamburger Hochschulen sowie karitative Projekte gefördert. Neben der Unterstützung der Internationalen Mobilität von Hochschulen engagiert sich die Stiftung besonders für die Förderung begabter Studierender.

 

Diplomausstellung 2009 der HFBK

Ausstellung | 26. Februar bis 1. März | täglich 14 – 20 Uhr
Ort | HFBK Hochschule für bildende Künste | Lerchenfeld 2 | Hamburg | www.hfbk-hamburg.de
Pressefotos | www.hfbk-hamburg.de/index.php
Kontakt | Sabine Boshamer | 040 – 428 989 205 | sabine.boshamer@hfbk.hamburg.de